PH-ILD: Mosliciguat senkt Gefäßwiderstand in Phase-2-Studie um 56,3 Prozent
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 00:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Behandlung der pulmonalen Hypertonie bei interstitiellen Lungenerkrankungen (PH-ILD) stellt die klinische Forschung vor komplexe Herausforderungen. Im Fokus der aktuellen wissenschaftlichen Betrachtung steht dabei der Wirkstoff Mosliciguat, ein inhalativer Aktivator der löslichen Guanylatcyclase (sGC).
Jüngste Daten aus klinischen Prüfungen geben Aufschluss über das Potenzial dieses Therapieansatzes zur Senkung des pulmonalen Gefäßwiderstands und zur Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit der Betroffenen.
Wirksamkeitsdaten der Phase-2-Studie PHocus
Zentrale Erkenntnisse zur Wirksamkeit von Mosliciguat liefert die Phase-2-Studie PHocus. Wie aus einem Fachbericht vom 26. September 2026 hervorgeht, handelt es sich hierbei um eine randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Untersuchung.
An der Studie nahmen 135 erwachsene Patienten mit PH-ILD teil. Die Untersuchung wurde an insgesamt 87 Zentren in 20 Ländern durchgeführt, was eine breite Datenbasis für die Bewertung des inhalativen sGC-Aktivators schafft.
Die Auswertung der Ergebnisse nach einem Zeitraum von 16 Wochen zeigt, dass die Studie ihren primären Endpunkt erreicht hat. Demnach wurde eine placebo-adjustierte Reduktion des pulmonalen Gefäßwiderstands um 56,3 % festgestellt. Dieser Wert deutet auf eine signifikante hämodynamische Entlastung der Lungenstrombahn durch die inhalative Anwendung des Wirkstoffs hin.
Funktionelle Verbesserungen der körperlichen Belastbarkeit
Neben den hämodynamischen Parametern liefert die PHocus-Studie auch Daten zur körperlichen Leistungsfähigkeit der Probanden, gemessen anhand der 6-Minuten-Gehstrecke. In der 16. Woche der Untersuchung wurde im Vergleich zur Placebo-Gruppe eine Steigerung der Gehstrecke um 35,2 Meter verzeichnet.
Die PHocus-Daten zeigen eine placebo-adjustierte Senkung des pulmonalen Gefäßwiderstands um 56,3 % nach 16 Wochen — ein Signal, das Sie für Ihre PH-ILD-Patienten einordnen müssen. Der kostenlose Report fasst die Phase-2-Ergebnisse, den 6-Minuten-Gehstrecken-Effekt und den Stand der Phase-3-Studie PHrontier für Sie zusammen. PH-ILD-Report jetzt kostenlos anfordern
Zusätzliche explorative Daten aus der 24. Woche der Studie weisen auf eine Fortsetzung dieses Trends hin. In diesem Zeitraum betrug die Verbesserung der Gehstrecke gegenüber Placebo 52,7 Meter. Diese Zahlen illustrieren die potenziellen funktionellen Vorteile, die eine Behandlung mit Mosliciguat für Patienten im Alltag bedeuten könnte.
Forschungskontext und zukünftige klinische Erprobung
Die aktuellen Ergebnisse bauen auf früheren Untersuchungen auf, darunter die Phase-1b-Studie ATMOS. Diese wurde bereits in der Fachzeitschrift Thorax thematisiert. Die Studie belegte eine anhaltende Senkung des pulmonalen Gefäßwiderstands bereits nach der Gabe einer Einzeldosis. Die dabei beobachteten Nebenwirkungen wurden überwiegend als leicht eingestuft, was für ein vertretbares Sicherheitsprofil in der frühen Entwicklungsphase spricht.
Für PH-ILD-Patienten gibt es bislang keine zugelassene Therapie — und viele Betroffene verlieren zunehmend an Belastbarkeit. Der kostenlose Report ordnet ein, was die inhalative sGC-Aktivierung in den Studien bislang gezeigt hat, wie der Gehstrecken-Effekt zu bewerten ist und welche offenen Fragen die laufende Phase-3-Prüfung klären soll. Studiendaten-Übersicht jetzt sichern
Um die bisherigen Befunde zu validieren und eine mögliche Zulassung vorzubereiten, wird die klinische Prüfung derzeit in großem Maßstab fortgesetzt. Im Rahmen der laufenden Phase-3-Studie PHrontier sollen circa 375 Patienten mit PH-ILD untersucht werden. Als primärer Endpunkt dieser entscheidenden Studienphase ist erneut die 6-Minuten-Gehstrecke definiert, die nach einem Behandlungszeitraum von 24 Wochen gemessen wird.
Trotz der vorliegenden Daten aus den Phasen 1b und 2 ist festzuhalten, dass Mosliciguat zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht für den Markt zugelassen ist. Die weitere Entwicklung und die Ergebnisse der PHrontier-Studie werden maßgeblich darüber entscheiden, ob dieser inhalative Therapieansatz künftig als Behandlungsoption für PH-ILD-Patienten zur Verfügung stehen wird.
