Rekordzahl von UFO-Sichtungen bei Meldestelle eingegangen
10.01.2025 - 04:00:42 | dpa.de
Noch nie sind bei der bundesweit tĂ€tigen UFO-Meldestelle CENAP so viele Sichtungen angezeigt worden wie im vergangenen Jahr. Das Centrale Erforschungs-Netz auĂergewöhnlicher Himmels-PhĂ€nomene (CENAP) ist Anlaufstelle fĂŒr BĂŒrger, die nach einer wissenschaftlichen ErklĂ€rung fĂŒr ihre Beobachtungen suchen. Die meisten Sichtungen lieĂen sich laut der UFO-Forschungsgruppe auf Starlink-Satelliten zurĂŒckfĂŒhren.
Insgesamt zĂ€hlte CENAP mit Sitz im sĂŒdhessischen LĂŒtzelbach im vergangenen Jahr 1.084 UFO-Meldungen aus Deutschland, Ăsterreich und der Schweiz. «Ăblicherweise verzeichnet man im Schnitt 600 bis 800 Meldungen pro Jahr», erklĂ€rte der MitgrĂŒnder und Leiter HansjĂŒrgen Köhler.
Auch 2024 seien wieder keine Raumschiffe von AuĂerirdischen dabei gewesen, erklĂ€rte der gebĂŒrtige Mannheimer, der das Netzwerk mit seinem damaligen Mitstreiter Werner Walter 1973 ins Leben rief. Zuvor hatte der «Mannheimer Morgen» ĂŒber den Rekord bei den Sichtungen berichtet.Â
Bereits 30 Meldungen im neuen Jahr
Im vergangenen Jahr sorgten nach Angaben des CENAP-Leiters die auffĂ€llige Konstellation leuchtstarker Planeten wie Venus und Jupiter sowie helle Sterne wie Sirius fĂŒr Meldungen.Â
Besonders hĂ€ufig aber meldeten sich Menschen, weil die seit Ende 2019 auftauchenden Satelliten-Kommunikationssysteme Starlink des Tech-MilliardĂ€rs Elon Musk bei ihnen fĂŒr RĂ€tselraten sorgten. Diese Satelliten seien kurz nach dem Start am Himmel besonders auffĂ€llig, wenn sie wie auf einer Perlenkette aufgereiht losfliegen, erlĂ€utert Köhler.Â
Seit GrĂŒndung sind bei der CENAP nach eigenen Angaben mehr als 12.030 Meldungen ĂŒber UFO-Sichtungen eingegangen. Allein in diesem Jahr habe es bereits 30 neue Meldungen gegeben, sagte Köhler. UFO ist die AbkĂŒrzung fĂŒr «unbekannte Flugobjekte».
Viele Fotos wegen einfacher VerfĂŒgbarkeit von Handys
Weitere Meldungen im Jahr 2024 konnten als LED-Ballons, Folienballons, Privat- und Industrie-Drohnen, Flugzeuge, Hubschrauber, LichteffektgerÀte bei Veranstaltungen oder als helle Meteore identifiziert werden. Die zunehmende Zahl von Meldungen hÀnge auch damit zusammen, dass viele Menschen heutzutage mit ihren Handys unterwegs seien und Fotos machten, erklÀrt der CENAP-Leiter.
Manche Beobachterinnen und Beobachter hĂ€tten auch Fotos und Videos mit «merkwĂŒrdigen Lichtpunkten» eingereicht. Diese hĂ€tten sich bei der Analyse gröĂtenteils als Linsenreflexionen sowie im Nahbereich der Kamera als unscharf abgebildete Insekten oder Vögel herausgestellt.
Meldungen kommen von «ganz normalen Leuten»
Bei 99 Prozent der Anruferinnen und Anrufer handelt es sich laut Köhler um «ganz normale Leute, die Dinge sehen, die sie sich nicht erklÀren können». Diese seien auf der verzweifelten Suche nach einer ErklÀrung. Die Meldungen stammten von Menschen aller Altersstufen und Berufsgruppen.
Bei einer Meldung erfassen Köhler und seine Handvoll Mitstreiter zunĂ€chst die Grunddaten: Datum, Uhrzeit, Ort mit Postleitzahl. Danach wird eine Karte des Ortes erstellt; die Beschreibung sowie die beigefĂŒgten Fotos oder Videos werden in die Fallakte eingegeben.
Vergleich mit Daten aus Archiv
Bei Nachtbeobachtungen werden die astronomischen Daten am Beobachtungsort aufgerufen, gegebenenfalls auch die Ăberflug-Daten von Satelliten, der Raumstation ISS und von hellen Raketenteilen. ZusĂ€tzlich werden manchmal auch Daten zu ĂberflĂŒgen von Flugzeugen oder Helikoptern geprĂŒft.Â
Das ehrenamtlich arbeitende CENAP-Team vergleicht Foto- und Videoaufnahmen der Meldungen mit einem umfangreichen Archiv, das gleich nach der GrĂŒndung des Netzwerks eingerichtet wurde und seitdem Daten sammelt.
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