Philippinen: Zentralbank testet digitalen Peso erfolgreich
03.07.2026 - 00:01:09 | boerse-global.de
Die Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) hat den erfolgreichen Abschluss ihres Pilotprojekts „Project Agila" bekannt gegeben. Eine digitale Zentralbankwährung für den Großhandel (wCBDC) ist demnach technisch machbar und könnte künftig rund um die Uhr Interbanken-Transfers ermöglichen. Die Notenbank will nun einen strategischen Fahrplan für die Einführung erarbeiten – mit Fokus auf tokenisierte Wertpapiere und internationale Zahlungssysteme.
Pilotprojekt mit beeindruckenden Ergebnissen
Der technische Test, der zunächst unter dem Namen „Project CBDCPh" lief, nutzte Distributed-Ledger-Technologie (DLT), um die Effizienz tokenisierter Überweisungen zu prüfen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Innerhalb von neun Stunden und 42 Minuten verarbeitete das System 105.000 Transaktionen.
Die durchschnittliche Bearbeitungszeit lag bei 1.490,51 Millisekunden pro Transaktion – bei einer Fehlerquote von lediglich 0,03 Prozent. Zum Vergleich: Das bestehende System PhilPaSS Plus wickelte im ersten Quartal 2025 im Schnitt nur rund 6.789 Transaktionen pro Tag ab. Beteiligt waren namhafte Finanzinstitute wie BDO, China Bank, Land Bank, RCBC, UnionBank und Maya.
Schwerpunkt auf grenzüberschreitenden Zahlungen
Die BSP hat großvolumige grenzüberschreitende Zahlungen und die Abwicklung von Finanzwertpapieren als primäre Anwendungsfälle für einen digitalen Philippinischen Peso identifiziert. Durch DLT und Tokenisierung sollen Prozesse automatisiert werden, die bislang an Wochenenden, Feiertagen oder außerhalb der Geschäftszeiten ins Stocken geraten.
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Ein digitaler Peso für den Großhandel könnte etwa Zollgebühren oder Notfall-Löhne sofort verfügbar machen. Die Technologie biete zudem einen alternativen Abwicklungsweg, um die Finanzstabilität in Krisenzeiten zu sichern – quasi als Notfall-Lösung für das bestehende PhilPaSS-Plus-System.
Wirtschaftliche Hebelwirkung für die Philippinen
Die treibende Kraft hinter der digitalen Währung ist das enorme Einsparpotenzial. Laut BSP-Bericht machen Überweisungen von Auslandsphilippinen rund zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Grenzüberschreitende Banktransaktionen umfassen etwa 14 Prozent der gesamten Bankaktiva.
Schon Effizienzsteigerungen zwischen zehn und 20 Prozent könnten der Wirtschaft erhebliche Vorteile bringen. Eine digitale Währung für den Einzelhandel (Retail-CBDC) steht dagegen vorerst nicht auf der Agenda – die bestehenden digitalen Bezahlangebote im Inland seien bereits gut entwickelt.
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Langfristiger Fahrplan für die Tokenisierung
Die Erkenntnisse aus Project Agila bilden die Grundlage für den kommenden CBDC-Fahrplan der BSP. Geplant ist eine enge Zusammenarbeit mit institutionellen Partnern – darunter die Börsenaufsicht SEC, das Finanzministerium (BTr), Partner der Philippinischen Börse (PSE) wie PDEx und PDTC sowie der Bankenverband BAP.
Vor einem flächendeckenden Rollout müssen jedoch noch einige Hürden genommen werden. Die Zentralbank betont, dass künftige Arbeiten vor allem rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen, robuste Cybersicherheitsmaßnahmen und die Skalierbarkeit der DLT-Plattform für nationale Transaktionsvolumen betreffen.
