Phishing-Alarm: BKA zerschlÀgt Kratos-Plattform mit 200 Servern
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 11:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsbehörden schlagen Alarm: Eine massive Phishing-Welle missbraucht den Namen von MediaMarkt, um an Kreditkartendaten zu gelangen. Zeitgleich gelang der Polizei ein internationaler Schlag gegen die BetrĂŒger-Infrastruktur.
50 Prozent Rabatt â der Köder
Die Masche ist perfide. GefĂ€lschte E-Mails im Namen von MediaMarkt locken mit 50 Prozent Nachlass auf portable Klimaanlagen. Der angebliche Rabattcode âMM50â soll EmpfĂ€nger zur Teilnahme an einer Umfrage oder einem Quiz bewegen. Ein Countdown-Timer baut zusĂ€tzlichen Zeitdruck auf.
Wer darauf hereinfĂ€llt, landet nach der Umfrage auf gefĂ€lschten Online-Shops. Dort werden Adressdaten und Kreditkarteninformationen abgefragt â und landen direkt bei den BetrĂŒgern. Die Portale Cybercrimepolice.ch und polizeiCH warnen eindringlich vor der Kampagne.
Schlag gegen die Phishing-Plattform âKratosâ
Parallel zur aktuellen Warnung gelang den Ermittlern ein bedeutender Erfolg. Das Bundeskriminalamt (BKA) zerschlug gemeinsam mit dem FBI und indonesischen Behörden die Phishing-Plattform âKratosâ. Rund 200 Server wurden beschlagnahmt, in Indonesien gab es eine Festnahme.
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Die Plattform war seit 2024 aktiv und bediente rund 1.800 Nutzer. Monatlich ermöglichte sie etwa 15.000 Phishing-Kampagnen â der Umsatz: rund 300.000 Euro. Technisch setzte Kratos auf sogenannte AiTM-Verfahren (Adversary-in-the-Middle). Damit konnten die BetrĂŒger selbst die Multi-Faktor-Authentifizierung ihrer Opfer umgehen.
Das BKA schĂ€tzt, dass mittlerweile jede dritte versendete E-Mail einen Betrugshintergrund hat. Rund 90 Prozent aller Cyberangriffe basieren auf Phishing-Methoden, so das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
Sparkassen, AOK und Booking.com im Visier
Nicht nur MediaMarkt-Kunden sind betroffen. Sparkassen-Kunden erhalten E-Mails ĂŒber ein angebliches ChipTAN-Update â angeblich nötig, um eine Kontosperre zu verhindern. Als Absender taucht unter anderem die Domain âashoj.comâ auf.
Die AOK wird ebenfalls missbraucht. Versicherte bekommen gefĂ€lschte Nachrichten: Ein Austausch der Gesundheitskarte sei nötig, da diese ab dem 1. August 2026 nicht mehr genutzt werden könne. Auch Booking.com, die Plattform X und die Deutsche Rentenversicherung werden von BetrĂŒgern als Lockmittel eingesetzt. In Rheinland-Pfalz warnte der BĂŒrgerbeauftragte vor Nachrichten in seinem Namen mit schĂ€dlichen AnhĂ€ngen.
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Was tun bei Verdacht?
IT-Sicherheitsexperten raten zu Ă€uĂerster Vorsicht. Unaufgeforderte E-Mails mit Links oder DateianhĂ€ngen sind grundsĂ€tzlich verdĂ€chtig. Besonders bei unpersönlicher Anrede, Drohszenarien oder unseriösen Absenderadressen gilt: Keine Daten eingeben.
Wer bereits auf Phishing-Seiten hereingefallen ist, sollte sofort das Kreditinstitut informieren, ZugĂ€nge sperren lassen und alle betroffenen Passwörter Ă€ndern. Microsoft hat unterdessen angekĂŒndigt, die Authentifizierung per SMS bis 2027 einzustellen â zugunsten sichererer Verfahren.
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