Phishing-Angriffe: +1.300% bei Device-Code-Attacken im Q1 2026
04.07.2026 - 07:58:32 | boerse-global.de
Sicherheitsforscher und Finanzaufsichtsbehörden schlagen Alarm: Kriminelle Netzwerke kapern die Vorfreude auf „Grand Theft Auto 6“ und das Vertrauen in staatliche Institutionen, um Kryptowährungen und Zugangsdaten zu stehlen.
Falsche Early-Access-Angebote fluten das Netz
Die Erwartungshaltung rund um den für den 19. November 2026 angekündigten Spieleblockbuster GTA 6 ist enorm – und genau das nutzen Cyberkriminelle aus. Sicherheitsunternehmen wie Malwarebytes und NordVPN registrieren massenhaft gefälschte Webseiten, die einen exklusiven „Early Access“ oder VIP-Zugänge versprechen.
Dafür verlangen die Betrüger rund 250 US-Dollar – zahlbar vorzugsweise in Bitcoin, Ethereum oder USDT. Das Problem: Rockstar Games bietet gar keinen offiziellen Vorabzugang an. Wer dennoch zahlt, verliert nicht nur Geld. Viele der angebotenen Apps und Seiten sind mit Schadsoftware präpariert. Die Täter setzen zunehmend auf KI-generierte Inhalte und gestohlene Logos, um ihre Kampagnen seriös wirken zu lassen.
Behörden warnen vor falschen Finanzplattformen
Parallel dazu laufen Betrugsversuche mit gefälschten Finanzdienstleistern. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt vor der Plattform „helmorixy.net“. Sie bietet Krypto-Dienstleistungen ohne Erlaubnis an und nutzt unbefugt das Logo des Bundesfinanzministeriums. Ebenfalls untersagt wurde „grueneleidenschaft.com“, die mit Festgeld-Investitionen in Paulownia-Bäume lockte.
In der Schweiz macht die Kantonspolizei Zürich auf eine angebliche Aufsichtsinstanz namens „Digital Assets Control“ aufmerksam. Diese Institution existiert nicht – sie soll betrügerischen Krypto-Transaktionen nur einen seriösen Anstrich verleihen. Betroffene sollten keine Zahlungen leisten und Beweise für Ermittlungen sichern.
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Phishing-Angriffe explodieren technisch
Die Methoden der Angreifer werden immer raffinierter. Allein in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 verzeichneten Analysten einen Anstieg von über 1.300 Prozent bei sogenannten Device-Code-Phishing-Angriffen – im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2025. Dabei geben Nutzer einen Sicherheitscode auf einer manipulierten Seite ein. Die Täter erhalten Zugriff auf Konten, ohne das Passwort zu kennen.
In Österreich und Deutschland läuft zudem eine großangelegte Phishing-Welle. Über 90 gefälschte Webseiten imitieren bekannte Software wie OBS Studio oder WinRAR, um Trojaner zu verbreiten. Auch soziale Netzwerke sind betroffen: Über verifizierte Konten auf der Plattform X wird derzeit Malware verbreitet, die gezielt Mac-Nutzer angreift oder Microsoft-365-Token stiehlt.
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Viele Verbraucher erkennen Warnsignale nicht
Eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der Initiative Sicher Handeln zeigt, wie anfällig viele Menschen sind. Zwar erkennen 61 Prozent der Befragten extreme Renditeversprechen oder künstlichen Zeitdruck als Warnsignale. Doch 30 Prozent identifizieren keines dieser Merkmale als Risiko.
Besonders auffällig: Die Generation Z erkennt betrügerische Anzeichen seltener als die Babyboomer. Fast 40 Prozent der Befragten gaben zudem an, in letzter Zeit Werbung für zweifelhafte schnelle Gewinne gesehen zu haben. Die Zahlen unterstreichen: Digitale Aufklärung ist dringender nötig denn je.
