Phishing-Angriffe, KI-generiert

Phishing-Angriffe 14-fach gestiegen: 82% sind KI-generiert

14.06.2026 - 19:58:08 | boerse-global.de

Google reicht Zivilklage gegen eine Gruppe ein, die sein KI-Modell Gemini für massenhafte Phishing-Angriffe genutzt haben soll.

Google verklagt chinesisches Netzwerk wegen KI-Phishing-Missbrauch
Phishing-Angriffe - Eine Hand hält ein Smartphone, aus dem leuchtende digitale Linien und Binärcodes strömen, die KI-Betrug symbolisieren. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Konzern reichte eine Zivilklage gegen das chinesische Netzwerk „Outsider Enterprise" ein. Die Gruppe soll das KI-Modell Gemini für massenhafte Phishing-Angriffe missbraucht haben.

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Automatisierte Betrugsmaschinerie

Die Vorwürfe wiegen schwer. Zwischen November 2025 und April 2026 baute das Netzwerk 131 Phishing-Kits und rund 9.000 betrügerische Websites auf. Im Mai 2026 verschickten die Täter innerhalb von zwei Wochen schätzungsweise 2,5 Millionen betrügerische SMS.

Google koordiniert seine rechtlichen Schritte mit dem FBI und den US-Mobilfunkbetreibern AT&T, T-Mobile und Verizon. Ein US-Gericht erließ bereits eine einstweilige Verfügung gegen das Netzwerk.

Die finanziellen Schäden sind enorm. KI-gestützter Betrug verursachte in den USA im Jahr 2025 einen Schaden von rund 820 Millionen Euro.

Phishing explodiert: 14-facher Anstieg

Die Zahlen sind alarmierend. Phishing-Angriffe stiegen 2026 um das 14-Fache. 82 Prozent dieser Attacken sind KI-generiert. Besonders erschreckend: 85 Prozent der Nutzer erkennen die künstlich erzeugten Inhalte nicht mehr als Fälschung.

Smishing – Betrug via SMS – wuchs um 40 Prozent und macht inzwischen 35 Prozent aller Angriffe aus. In Deutschland verloren Verbraucher 2025 schätzungsweise 10,6 Milliarden Euro durch Online-Betrug. Mehr als die Hälfte der Erwachsenen gab an, in den vergangenen zwölf Monaten Ziel eines Betrugsversuchs gewesen zu sein. Weltweit beziffert Interpol den Schaden durch Telefonbetrug auf über 400 Milliarden Euro.

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Biometrische Hürden gegen SIM-Swapping

Die Regulierungsbehörden schlagen zurück. In Vietnam tritt Mitte Juni 2026 eine Neuregelung in Kraft. Der Anbieter Viettel Telecom verpflichtet alle Kunden zur biometrischen Gesichtsverifizierung, sobald eine SIM-Karte in ein neues Gerät eingesetzt wird.

Die Frist ist knapp: Zwei Stunden haben Nutzer Zeit, die Verifizierung abzuschließen. Sonst droht die vorübergehende Sperre des Anschlusses. Nach 30 Tagen folgt die Kündigung des Vertrages.

Hintergrund der Verschärfung: Eine Überprüfung der nationalen Telekommunikationsbehörde identifizierte 2026 über zwei Millionen Telefonnummern, die nicht den rechtmäßigen Bürgern zugeordnet werden konnten.

Deutschland: Täter werden kreativer

Auch hierzulande warnen Finanzinstitute wie die Sparkassen vor verfeinerten Methoden. Täter kombinieren Phishing-Mails mit gezieltem Telefonterror, um von Opfern die Freigabe von Transaktionsnummern zu erzwingen.

Neben klassischem Text-Phishing nehmen technologisch anspruchsvolle Verfahren wie Voice Cloning und Deepfakes zu. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt eindringlich.

Ein Erfolg für die Polizei: In Bayern gelang die Festnahme von zwei Tatverdächtigen, die als falsche Polizisten agierten. Ein gewarntes Rentner-Ehepaar hatte die Behörden alarmiert.

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