Phishing-Dienst, Kratos

Phishing-Dienst Kratos zerschlagen: BKA schaltet 200 Server ab

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 00:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Internationale Aktion gegen Phishing-as-a-Service: Über 200 Server abgeschaltet, mutmaßlicher Administrator festgenommen.

BKA zerschlägt Phishing-Dienst Kratos: Festnahme in Indonesien
Ein zerbrochenes digitales Schild, das eine zerschlagene Cybercrime-Operation und Phishing-Dienste darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt haben den global agierenden Phishing-Dienst Kratos zerschlagen. Im Zuge der international koordinierten Aktion wurde ein mutmaßlicher Administrator und Entwickler der Plattform in Indonesien festgenommen. An dem Einsatz waren auch US-amerikanische Behörden beteiligt.

Über 200 Server offline genommen

Den Ermittlern gelang es, die technische Basis des Dienstes weitgehend unschädlich zu machen. Insgesamt identifizierten und schalteten sie über 200 Server ab. Kratos galt als eine der gefährlichsten Gruppierungen im Bereich des Identitätsdiebstahls. Seit 2024 soll das Netzwerk einen Umsatz von mehr als 300.000 Euro erwirtschaftet haben.

Die Plattform bot Kriminellen eine professionelle Infrastruktur für Betrugskampagnen an. Dieses Modell ist als Phishing-as-a-Service bekannt. Über 1.800 sogenannte Franchisenehmer oder Mieter nutzten den Dienst. Monatlich wickelten sie schätzungsweise 15.000 kriminelle Kampagnen ab.

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Hunderttausende Opfer durch 2FA-Umgehung

Die Aktivitäten von Kratos erstreckten sich über mehr als 30 Staaten. Die Ermittlungsbehörden gehen von Hunderttausenden Opfern aus, deren Daten gestohlen wurden. Technisch spezialisierte sich der Dienst auf täuschend echte Kopien von Microsoft-Anmeldeseiten.

Besonders perfide: Kratos konnte gängige Sicherheitsvorkehrungen unterlaufen. Die Täter stahlen Session-Cookies und umgingen so die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA). Damit erhielten sie direkten Zugriff auf die Konten der Betroffenen.

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Ermittlungen wegen bandenmäßigen Betrugs

Die Strafverfolgungsbehörden ermitteln unter anderem wegen des Betreibens krimineller Handelsplattformen, der Fälschung beweiserheblicher Daten und Computerbetrugs. Die Auswertung der sichergestellten Serverdaten und die Identifizierung weiterer Nutzer stehen im Fokus der laufenden Ermittlungen.

Der Schlag gegen Kratos gilt als bedeutender Erfolg im Kampf gegen organisierte Cyberkriminalität. Eine zentrale Ressource für automatisierte Phishing-Angriffe wurde damit aus dem Verkehr gezogen.

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