Phishing-Explosion, Angriffe

Phishing-Explosion: 86% der Angriffe nutzen KI mit 54% Erfolgsquote

25.06.2026 - 21:09:30 | boerse-global.de

KI-generierte Phishing-Nachrichten erreichen 54 Prozent Klickrate. BKA registriert 382.470 FĂ€lle, Bitkom beziffert Schaden auf 289 Milliarden Euro.

KI-Phishing: 86% aller Angriffe nutzen kĂŒnstliche Intelligenz
Phishing-Explosion - Ein digitales VorhĂ€ngeschloss ĂŒber einem Wirbel aus BinĂ€rcode und KI-Mustern, der eine Bedrohung durch Cyberangriffe symbolisiert. 25.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Das meldet das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die Erfolgsquote der Betrugsversuche ist damit explodiert.

WĂ€hrend klassische Phishing-Mails nur auf etwa 12 Prozent Klickrate kommen, erreichen KI-generierte Nachrichten Werte von rund 54 Prozent. Die TĂ€ter nutzen automatisierte Verfahren, um tĂ€uschend echte E-Mails und SMS zu verfassen – kaum noch von offizieller Kommunikation zu unterscheiden.

289 Milliarden Euro Schaden

Die Bilanz der InternetkriminalitĂ€t fĂŒr 2025 ist erschreckend. Das Bundeskriminalamt (BKA) registrierte 382.470 Phishing-FĂ€lle. Der Branchenverband Bitkom beziffert den Gesamtschaden fĂŒr die deutsche Wirtschaft auf rund 289 Milliarden Euro.

Ein wesentlicher Treiber: KI-gestĂŒtzte Cyberverbrechen haben im vergangenen Jahr um schĂ€tzungsweise 1.200 Prozent zugenommen. Internationale Erfolge wie die „Operation Endgame“ – bei der 300 Server und 15.000 Webseiten zerschlagen sowie 27 Millionen Zugangsdaten gesichert wurden – können den Trend bislang nicht stoppen.

Aktuelle Wellen: Magenta, Swisscom, Deutsche Bank

In den vergangenen Tagen wurden mehrere koordinierte Betrugswellen registriert. Mobilfunkkunden von Magenta erhalten derzeit vermehrt betrĂŒgerische SMS (Smishing). Die Nachrichten setzen die EmpfĂ€nger unter Zeitdruck, ihre Zahlungsdaten zu aktualisieren.

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Bei Swisscom-Kunden versenden BetrĂŒger E-Mails mit einer angeblichen neuen Sprachnachricht. Der enthaltene Link fĂŒhrt auf eine gefĂ€lschte Anmeldemaske, die neben Zugangsdaten auch den zweiten Faktor der Authentifizierung (2FA) abgreift.

Auch staatliche Institutionen dienen als Deckmantel:

  • Mein ELSTER: GefĂ€lschte Benachrichtigungen versprechen Steuererstattungen, um Finanzdaten zu erbeuten.
  • Deutschlandticket: Mails eines Absenders namens „Bahn & Reisen Deals“ locken mit hohen Rabatten auf Phishing-Seiten.
  • Deutsche Bank: Kunden erhielten Nachrichten zur angeblichen Aktualisierung ihrer Kontaktdaten.

In Braunschweig registrierte die Polizei zudem vermehrt BetrugsfĂ€lle bei Online-VerkĂ€ufen. TĂ€ter geben vor, Zahlungen ĂŒber PayPal seien nicht möglich, und verleiten Opfer zu Überweisungen auf gefĂ€lschten Webseiten.

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Da BetrĂŒger immer hĂ€ufiger versuchen, sensible Finanzdaten und PayPal-Logins ĂŒber tĂ€uschend echte Nachrichten abzugreifen, ist ein proaktiver Schutz unerlĂ€sslich. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Maßnahmen, mit denen Sie Ihr Smartphone sofort gegen Hacker und Datenmissbrauch absichern. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber jetzt herunterladen

Was Opfer tun können

Das Gesetz bietet Schutz: GemĂ€ĂŸ § 675u BGB ist die Bank bei nicht autorisierten Zahlungen zur Erstattung verpflichtet. Ausnahme: grobe FahrlĂ€ssigkeit des Kunden. Die Rechtsprechung zeigt, dass ein einfacher Klick auf einen tĂ€uschend echten Link oft nicht ausreicht, um eine Erstattung pauschal abzulehnen. Dennoch verweigern Kreditinstitute RĂŒckzahlungen hĂ€ufig im ersten Schritt – eine anwaltliche PrĂŒfung kann dann nötig werden.

Experten raten zu prĂ€ventiven Maßnahmen: Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen, starke Passwörter verwenden und HTML-Skripte in E-Mail-Programmen deaktivieren. Bei bereits erfolgtem Betrug sollten Betroffene sofort ihre Konten ĂŒber den Notruf 116 116 sperren, Anzeige bei der Polizei erstatten und die betroffenen Unternehmen informieren.

Besondere Vorsicht ist bei Anlagebetrug geboten. In aktuellen FÀllen verloren Einzelpersonen BetrÀge zwischen 43.000 Euro und 219.000 Euro an unseriöse Trading-Plattformen.

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