Phishing, Angriffe

Phishing mit KI: 86 Prozent der Angriffe nutzen KĂŒnstliche Intelligenz

23.06.2026 - 20:30:08 | boerse-global.de

Cyberkriminelle setzen zunehmend auf KI-generierte Inhalte und Deepfakes. Die SchÀden durch Phishing-Attacken in Deutschland steigen massiv.

KI-Phishing: BetrĂŒger werden trotz sinkender Fallzahlen gefĂ€hrlicher
Phishing - HĂ€nde tippen auf einer Laptoptastatur, mit einem digitalen VorhĂ€ngeschloss-Symbol, das auf dem Bildschirm und der Tastatur glĂ€nzt und glitcht. 23.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Kriminelle setzen zunehmend auf KI-generierte Inhalte und vorgetÀuschte NotfÀlle.

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Falsche IT-Dienstleister erbeuten Tausende Euro

Die Masche ist alt, die Erfolgsquote steigt: Ein 69-jÀhriger Mann aus Hagen verlor Anfang der Woche mehrere tausend Euro. Ein angeblicher Software-Mitarbeiter behauptete, der Computer sei gehackt. Unter dem Vorwand einer technischen Bereinigung lockte er dem Opfer sensible Bankdaten heraus.

Noch extremer traf es einen Bezahldienst-Nutzer: Von seinem Konto wurden innerhalb weniger Minuten 503 unautorisierte Zahlungen abgebucht – insgesamt rund 13.000 Euro. Der Dienstleister bestritt zunĂ€chst einen Fremdzugriff. Erst ein Medienvertreter konnte den Fall aufklĂ€ren.

Neben Telefonanrufen nutzen BetrĂŒger verstĂ€rkt digitale KanĂ€le. In Sankt Augustin scannte eine Frau einen manipulierten QR-Code auf einem Online-Portal und landete auf einer gefĂ€lschten Bankseite. Schaden: rund 1.500 Euro.

KI macht Phishing zur Massenwaffe

Marktforscher von Zscaler ThreatLabz beobachten einen alarmierenden Trend: Das globale Phishing-Volumen sank zwar um 20 Prozent. DafĂŒr nutzen mittlerweile 86 Prozent aller Attacken kĂŒnstliche Intelligenz. Die KI-gestĂŒtzten Kampagnen erreichen eine Klickrate von 54 Prozent.

Besonders perfide: Deepfakes. Mitte Juni fiel eine Frau in Villach auf eine gefÀlschte Website herein. Ein tÀuschend echtes Video eines bekannten Nachrichtensprechers bewarb eine Geldanlage. Die Betroffene verlor einen vierstelligen Betrag.

Sicherheitsforscher warnen zudem vor einer Flut bösartiger KI-generierter Webseiten. Von ĂŒber 400.000 untersuchten Seiten stuften sie rund 10 Prozent als gefĂ€hrlich ein.

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WhatsApp und Firefox unter Beschuss

Auch mobile GerĂ€te sind im Visier. Kaspersky entdeckte eine großangelegte Malware-Kampagne ĂŒber WhatsApp. Kompromittierte Konten verbreiten schĂ€dliche Dateien mit lokalisierten Namen. Die Software ermöglicht Angreifern Fernzugriff auf infizierte GerĂ€te.

Parallel dazu deckten Sicherheitsforscher von ERNW eine Schwachstelle in Firefox auf. Eine KI-Seitenleiste war anfĂ€llig fĂŒr Prompt-Injection-Angriffe. Über manipulierte Seitentitel konnten Angreifer E-Mail-Daten auslesen. Der Browser-Hersteller reagierte prompt und begrenzte die TitellĂ€ngen.

Wer haftet bei Cyber-Betrug?

Die Schadenssummen explodieren: Der Branchenverband Bitkom beziffert den Gesamtschaden durch Cyberangriffe in Deutschland fĂŒr 2025 auf 289 Milliarden Euro.

GrundsĂ€tzlich gilt: Laut § 675u BGB mĂŒssen Banken nicht autorisierte Zahlungen unverzĂŒglich erstatten. Doch Vorsicht: Bei grober FahrlĂ€ssigkeit kann die Haftung auf den Kunden ĂŒbergehen. Das passiert etwa, wenn Warnhinweise ignoriert oder trotz verdĂ€chtiger UmstĂ€nde mehrere TAN-Nummern eingegeben werden.

Der EuropĂ€ische Gerichtshof beschĂ€ftigt sich aktuell mit der PrĂ€zisierung von Erstattungsfristen. Parallel bereitet die PSD3-Reform strengere Sicherheitsanforderungen fĂŒr Zahlungsdienstleister vor.

Das Bundeskriminalamt registrierte 2025 ĂŒber 380.000 gemeldete Phishing-Mails. Google kĂŒndigte als Reaktion eine Funktion zur Erkennung verdĂ€chtiger Anrufe in Echtzeit an. Ob das reicht, um die Betrugswelle zu stoppen? Wohl kaum.

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