Phishing-Plattform Kratos zerschlagen: 96.000 Apps und 200 Server beschlagnahmt
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 15:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einer koordinierten internationalen Aktion unter dem Namen Operation Olympus Blade ist den Strafverfolgungsbehörden ein bedeutender Erfolg gegen die Infrastruktur der organisierten Online-Kriminalität gelungen. Wie das Bundeskriminalamt (BKA) und das US-amerikanische FBI bekannt gaben, wurde die Phishing-as-a-Service-Plattform Kratos vollständig zerschlagen. Im Zuge der Ermittlungen konnte zudem der Hauptverantwortliche des Netzwerks in Indonesien festgenommen werden.
Die Plattform Kratos war seit dem Jahr 2024 aktiv und fungierte als technischer Dienstleister für Cyberkriminelle weltweit. Das Geschäftsmodell basierte darauf, Kunden gegen Bezahlung die notwendigen Werkzeuge für professionelle Phishing-Angriffe bereitzustellen. Den Behörden zufolge verzeichnete der Dienst etwa 1.800 Nutzer. Durch den Betrieb der Plattform wurde ein geschätzter Umsatz von circa 300.000 Euro generiert.
Umfangreiche IT-Infrastruktur und globale Reichweite
Ein zentraler Bestandteil des Ermittlungserfolgs war die Stilllegung der technischen Basis des Netzwerks. Weltweit wurden im Rahmen der Operation über 200 Server beschlagnahmt, die für die Steuerung der kriminellen Aktivitäten genutzt wurden. Die Schlagkraft der Plattform war erheblich: Monatlich wurden bis zu 15.000 Phishing-Kampagnen über die Infrastruktur von Kratos abgewickelt.
Die Angreifer nahmen dabei insbesondere Nutzer von Online-Banking-Diensten ins Visier. Im Zuge der Sicherstellungen stießen die Ermittler auf eine enorme Anzahl an Schadsoftware. Insgesamt wurden 96.000 Phishing-Apps identifiziert, die darauf ausgelegt waren, sensible Zugangsdaten für das Online-Banking abzugreifen.
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Opfer in 35 Ländern identifiziert
Die kriminellen Aktivitäten der Plattformnutzer hatten weitreichende Konsequenzen für Internetnutzer weltweit. Bisher konnten die Strafverfolger 850 Opfer in 35 verschiedenen Ländern identifizieren, die durch Kampagnen geschädigt wurden, welche ihren Ursprung auf der Kratos-Plattform hatten. Die Auswertung der sichergestellten Serverdaten dauert an, sodass mit der Identifizierung weiterer Geschädigter und potenzieller Hintermänner der einzelnen Kampagnen zu rechnen ist.
Bei der Durchführung der Operation Olympus Blade setzten die staatlichen Behörden auch auf die Expertise privater Sicherheitsdienstleister. Das Unternehmen TrendAI lieferte den Berichten zufolge wesentliche Threat Intelligence, welche die Ermittlungen maßgeblich unterstützte und zur Identifizierung der komplexen Infrastruktur beitrug.
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Der Zugriff markiert einen weiteren Erfolg der internationalen Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Phishing-as-a-Service-Modellen, die es auch technisch weniger versierten Tätern ermöglichen, großangelegte Betrugsangriffe im Internet durchzuführen. Durch die Festnahme des Hauptverantwortlichen in Indonesien und die umfassende Beschlagnahmung der Hardware wurde einer der aktiven Akteure in diesem Bereich neutralisiert.
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