Phishing-Plattform, Kratos

Phishing-Plattform Kratos zerschlagen: 96.000 manipulierte Apps sichergestellt

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 21:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Internationale Operation legt zentrale Betrugsplattform lahm. Experten warnen vor stark steigenden Cyberangriffen auf mobile GerÀte.

BKA und FBI zerschlagen Phishing-Plattform Kratos
Ein Smartphone mit einer Sicherheitswarnung auf dem Display vor dem Hintergrund eines dunklen, technisch modernen BĂŒros. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat gemeinsam mit dem FBI und indonesischen Behörden die Phishing-Plattform „Kratos“ zerschlagen. Rund 200 Server wurden beschlagnahmt, etwa 96.000 manipulierte Apps sichergestellt. Die Plattform war seit 2024 aktiv und diente Kriminellen als Infrastruktur fĂŒr großangelegte Betrugskampagnen gegen Smartphone-Nutzer.

Mobile Bedrohungslage eskaliert

Die Aktion unter dem Namen „Operation Olympus Blade“ kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Marktanalysen fĂŒr das erste Quartal 2026 zeigen 2,67 Millionen Schadsoftware-Angriffe auf Smartphones. Besonders rasant steigen die Zahlen bei Android-Banking-Trojanern – um 56 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stuft Phishing mittlerweile als grĂ¶ĂŸte digitale Bedrohung ein. Rund 90 Prozent aller Cyberangriffe gehen auf diese Methode zurĂŒck.

1.800 Kunden, 15.000 Betrugsaktionen pro Monat

Die Plattform Kratos war ein zentraler Knotenpunkt im kriminellen Ökosystem. Sie bediente rund 1.800 Kunden und ermöglichte bis zu 15.000 Betrugsaktionen pro Monat. Die TĂ€ter setzen zunehmend auf KI-gestĂŒtzte Methoden: Sie erstellen tĂ€uschend echte E-Mails oder umgehen Sicherheitsmechanismen wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung.

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Der Trick mit dem angeblichen Update

Neben infizierten Apps nutzen BetrĂŒger vermehrt Social Engineering. Ein aktueller Fall aus dem Landkreis Hildburghausen zeigt, wie perfide die Masche ist: Eine angebliche Bankmitarbeiterin ĂŒberredete ein Opfer telefonisch, ein vermeintliches Update fĂŒr eine Banking-App zu installieren. Der Schaden: knapp 35.000 Euro. Die TĂ€terin erlangte vollstĂ€ndigen Fernzugriff auf das Smartphone.

Verbraucherzentralen und Banken wie die Sparkasse warnen vor massenhaften Phishing-Mails. Die VorwÀnde sind immer Àhnlich: angeblich dringende Sicherheitsupdates oder drohende Kontosperrungen. Ziel ist die Installation von Schadsoftware oder die Preisgabe von Zugangsdaten auf gefÀlschten Webseiten.

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MilliardenschĂ€den – und ein 26-Punkte-Plan

Das wirtschaftliche Ausmaß der Online-KriminalitĂ€t hat ein Rekordniveau erreicht. FĂŒr 2025 schĂ€tzen UN-Organisationen die SchĂ€den durch internationale Betrugsnetzwerke auf 88,3 bis 114,1 Milliarden Euro. In Deutschland stieg IdentitĂ€tsbetrug im ersten Halbjahr 2026 um 454 Prozent, Betrug ĂŒber gefĂ€lschte Online-Shops um 134 Prozent.

Die Bundesregierung reagierte mit einem 26-Punkte-Plan zur BekĂ€mpfung der CyberkriminalitĂ€t. Die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) fordert von den Kreditinstituten konkrete AktionsplĂ€ne gegen Cyberrisiken – bis Oktober 2026.

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