Phishing-Rekord, Milliarden

Phishing-Rekord: 7,6 Milliarden Angriffe im Q2 2026 registriert

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 05:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

KI-gestützte Phishing-Welle erreicht neuen Höchststand mit Fokus auf Apple-Nutzer und Bankkunden.

Phishing-Rekord: 7,6 Milliarden Angriffe im zweiten Quartal 2026
Ein verschwommenes Sicherheitssymbol auf einem Laptop-Bildschirm in einem dunklen, professionellen Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Bedrohungslage durch E-Mail-Phishing hat im zweiten Quartal 2026 einen neuen Höchststand erreicht. Marktbeobachter registrierten rund 7,6 Milliarden Angriffsversuche. Besonders Apple-Nutzer und Bankkunden stehen im Fokus der Kriminellen.

Die Angreifer setzen zunehmend auf KI-gestützte Nachrichten und gefälschte Support-Anrufe. Die Methoden werden raffinierter und schwerer zu durchschauen.

Gefälschte Apple-Domain enttarnt

Sicherheitsanalysten warnen aktuell vor der Domain „Apple.view-imaps.com“. Die bereits im Frühjahr registrierte Adresse erzielt auf Sicherheitsplattformen minimale Vertrauenswerte. Besucher werden teilweise auf offizielle Suchmaschinen weitergeleitet – ein Trick, um legitime Aktivität vorzutäuschen.

Parallel dazu schloss Apple Anfang Juli eine Schwachstelle in der iCloud+-Funktion „E-Mail-Adresse verbergen“. Der Fehler: Bei der Abweisung von Spam-Nachrichten wurde die tatsächliche E-Mail-Adresse des Nutzers in Systemprotokollen sichtbar. Entdeckt wurde die Lücke von Tyler Murphy. Ältere Alias-Adressen könnten weiterhin ein Risiko darstellen.

Operation Olympus Blade: Schlag gegen Phishing-Infrastruktur

Ermittler des BKA, des FBI und indonesischer Behörden zerschlugen den seit 2024 aktiven Phishing-Dienst „Kratos“. Die Bilanz der „Operation Olympus Blade“: 200 Server beschlagnahmt, rund 96.000 manipulierte Banking-Apps sichergestellt.

Rund 1.800 Abonnenten nutzten den Dienst und starteten monatlich etwa 15.000 Phishing-Kampagnen. Trotz des Erfolgs bleibt die Lage angespannt. Während das Volumen bekannter Dienste wie „Tycoon2FA“ nach gezielten Störungen um über 90 Prozent einbrach, verzeichnen Sicherheitsforscher bei Sprach-Phishing (Vishing) über Microsoft Teams einen zehnfachen Anstieg.

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Fake-Support: 13 Millionen US-Dollar Schaden

Ein aktueller Fall vor Gericht zeigt die Dimensionen des Support-Betrugs: Ein 19-jähriger Verdächtiger gestand, durch vorgetäuschte Support-Anrufe über 13 Millionen US-Dollar erbeutet zu haben. Die Täter nutzen Fernzugriff-Software, um direkten Zugriff auf Geräte und Konten zu erhalten.

In Deutschland belegt diese Betrugsform mit über zwei Millionen registrierten Versuchen einen Spitzenplatz in Europa.

Neue Köder: Zollgebühren und ChipTAN-Update

Angreifer passen ihre Methoden an aktuelle Entwicklungen an. Seit Anfang Juli 2025 gelten neue Zollgebühren für Sendungen aus Nicht-EU-Staaten – prompt tauchen Phishing-Mails zu diesem Thema auf.

Auch Bankkunden bleiben im Visier: Bei Sparkassen und der Deutschen Bank halten Wellen gefälschter Sicherheitswarnungen an. Die Nachrichten fordern Nutzer unter Zeitdruck auf, angebliche ChipTAN-Updates durchzuführen oder Kontosperrungen abzuwenden.

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KI macht Angriffe gefährlicher

Künstliche Intelligenz treibt die Qualität der Angriffe nach oben. KI-Modelle verfassen nahezu fehlerfreie, persönlich wirkende Nachrichten, die klassische Spam-Filter leicht umgehen.

Zudem nutzen Angreifer technische Schwachstellen aus. Im Juni wurde die Sicherheitslücke „AgentForger“ in ChatGPT-Arbeitsumgebungen identifiziert. Staatlich gestützte Gruppen wie die russische „Laundry Bear“ dringen gezielt über Schwachstellen in Kollaborationssoftware wie Zimbra (CVE-2025-66376) in Unternehmensnetzwerke ein.

Sicherheitsexperten raten zu erhöhter Wachsamkeit: Bei unaufgeforderten Support-Anrufen oder dringenden Handlungsaufforderungen in Mails sollten ausschließlich offizielle Kommunikationskanäle genutzt werden. Die Europäische Zentralbank hat von Kreditinstituten gefordert, bis Oktober 2026 detaillierte Aktionspläne zur Bekämpfung dieser Betrugsszenarien vorzulegen.

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