Phishing, BEC-Betrug

Phishing und BEC-Betrug: Zwei Ex-Soldaten erhalten 189 Monate Haft

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 00:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein US-Gericht verhängte gegen zwei frühere Militärangehörige Haftstrafen und Entschädigungszahlungen wegen Phishing und manipulierten Überweisungen.

Ehemalige US-Luftwaffenangehörige wegen Cyberbetrugs verurteilt
Ein leerer Gerichtssaal mit hölzernen Bänken und einem Richterpult in gedimmtem, natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Zwei ehemalige Angehörige der US-Luftwaffe sind wegen ihrer Beteiligung an mehrjährigen Cyberbetrugs- und Phishing-Kampagnen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Am 25. September 2026 verhängte ein US-Bundesgericht gegen den 25-jährigen Chijioke Timothy Odimegwu und den 26-jährigen Harafat Mogaji Freiheitsstrafen von zusammen 189 Monaten. Beide Männer waren zur Tatzeit auf der Dover Air Force Base im US-Bundesstaat Delaware stationiert.

Das Strafmaß für Chijioke Timothy Odimegwu beläuft sich auf 111 Monate Gefängnis, was einer Dauer von 9 Jahren und 3 Monaten entspricht. Neben der Haftstrafe ordnete das Gericht eine anschließende dreijährige Bewährungszeit sowie eine Entschädigungszahlung in Höhe von 366.617,59 US-Dollar an.

Harafat Mogaji wurde zu einer Freiheitsstrafe von 78 Monaten verurteilt, was 6 Jahren und 6 Monaten Gefängnis entspricht. Nach Verbüßung der Haftstrafe folgt für ihn ebenfalls eine Bewährungszeit von drei Jahren. Seine festgesetzte Wiedergutmachungszahlung liegt bei 995.680,45 US-Dollar.

Fast zwei Jahre andauernde Phishing-Angriffe

Die Aktivitäten der beiden Verurteilten erstreckten sich über einen Zeitraum von fast zwei Jahren. Über groß angelegte Spam-Wellen und Phishing-E-Mails erbeuteten Odimegwu und Mogaji Zugangsdaten von Zielpersonen und Unternehmen, um im Anschluss geschäftliche Kommunikationskanäle zu manipulieren und Transaktionen auf eigene Zielkonten umzuleiten.

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Die Angriffe richteten sich gegen Betroffene im US-Bundesstaat Iowa sowie in weiteren Regionen des Landes. Unter anderem leiteten die Täter eine Überweisung von über 1,68 Mio. US-Dollar eines geschädigten Unternehmens aus Iowa City auf ein Bankkonto in Chicago sowie auf Konten weiterer Mitverschwörer um.

Bei einem weiteren Betrugsfall in Ohio brachten sie eine Zahlung von über 720.000 US-Dollar unter ihre Kontrolle; diese Gelder stammten von der Stadt Athens im Bundesstaat Ohio. In Iowa geriet zudem eine gemeinnützige Organisation in Pella ins Visier der Täter, bei der Kreditkartendaten entwendet wurden.

Ermittlungen und Ausmaß der Betrugsmasche

Aufgedeckt wurden die Handlungen durch gemeinsame Untersuchungen der Bundespolizei FBI und der Ermittlungsbehörde Air Force Special Investigations.

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Sogenannte Business-E-Mail-Compromise-Angriffe (BEC) stellen für Unternehmen und Behörden seit Jahren eine erhebliche finanzielle Bedrohung dar. Das Ausmaß verdeutlichen Erhebungen der US-Sicherheitsbehörden: Laut dem FBI Internet Crime Report für das Jahr 2025 wurden allein in jenem Jahr 24.768 BEC-Beschwerden erfasst, die einen Gesamtschaden von über 3 Mrd. US-Dollar verursachten.

Der vorliegende Fall zeigt, dass die Täter selbst aus dem militärischen Umfeld heraus agierten, um zivile Einrichtungen und Firmen gezielt um Millionenbeträge zu schädigen.

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de | wissenschaft | 70201131 |