Phishing-Welle, Millionen

Phishing-Welle: 7 Millionen Angriffe in 4 Wochen, 99% auf Microsoft

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 07:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Automatisierte Betrugsmaschen mit KI-Unterstützung bedrohen Nutzer von Bezahldiensten weltweit. Behörden warnen vor gefälschten Steuerbescheiden und Schadsoftware.

Phishing-Welle: Cyberkriminelle zielen verstärkt auf Bezahldienste-Nutzer
Smartphone-Bildschirm mit digitaler Zahlungsschnittstelle, symbolisiert Cyberbedrohungen und Finanzbetrug. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Cyberkriminelle haben ihre Angriffe auf Nutzer digitaler Bezahldienste massiv verstärkt. Sicherheitsbehörden und IT-Experten warnen vor einer nie dagewesenen Welle von Phishing-Attacken, die sich gezielt gegen Verbraucher in mehreren Ländern richtet. Die Betrugsmaschen werden zunehmend automatisiert und nutzen künstliche Intelligenz, um an sensible Zugangsdaten zu gelangen.

Betrug mit Steuerbescheiden und gefälschten Behörden

Besonders perfide: Die Täter geben sich als Steuerbehörden aus. In Indien startete die National Payments Corporation am 1. August eine Aufklärungskampagne, nachdem Betrüger über WhatsApp gefälschte Steuerbescheide verschickt hatten. Die Nachrichten verweisen auf angebliche Verstöße und enthalten eine Schadsoftware-Datei. Öffnen Android-Nutzer den Anhang, installiert sich ein Trojaner, der SMS-TANs abfängt und gefälschte Eingabemasken über Banking-Apps legt.

Auch in den USA sind Steuerzahler im Visier. Die Ermittlungsbehörde IRS warnte Ende Juli vor Betrügern, die sich als Agenten ausgeben und mit gefälschten Schreiben samt QR-Codes versuchen, an Krypto-Guthaben zu gelangen. Der Hintergrund ist brisant: Laut FBI erreichten die Verluste durch Krypto-Betrug 2025 rund elf Milliarden Euro – ein Anstieg von 22 Prozent.

Deutsche Nutzer ebenfalls betroffen

In Deutschland nehmen ebenfalls gefälschte ELSTER-Mails zu. Die Betrugsversuche setzen Empfänger unter Zeitdruck: Angeblich sei eine Datensynchronisierung nötig, die Frist endet bereits am 4. August. Wer auf den beigefügten Link klickt, landet auf einer täuschend echten Nachbildung des Steuerportals.

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Sparkassen-Kunden wurden Ende Juli vor ähnlichen Mails gewarnt, die eine angebliche „Verifizierung" bis zum heutigen Tag verlangen. Auch der Krypto-Dienst Crypto.com meldete eine Zunahme von Phishing-Versuchen, bei denen ein angebliches fremdes Bankkonto im Profil auftaucht.

Angriffe in industriellem Maßstab

Die Angriffsmethoden haben sich weiterentwickelt. Statt einfacher Passwort-Diebstähle setzen Kriminelle zunehmend auf sogenanntes Device-Code-Phishing, das auch Zwei-Faktor-Authentifizierung umgehen kann. Sicherheitsforscher haben über 25 „Phishing-as-a-Service"-Pakete identifiziert – fertige Angriffswerkzeuge, die im Abo-Modell angeboten werden.

Die Zahlen sind alarmierend: Ein großer Sicherheitsanbieter registrierte innerhalb von vier Wochen sieben Millionen solcher Angriffe, 99 Prozent davon gegen Microsoft-Konten. Auch Salesforce, GitHub und AWS sind betroffen. Die unterstützende Schadsoftware boomt ebenfalls: Trojaner-Infektionen stiegen um 145 Prozent, sogenannte Dropper um 160 Prozent.

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Schutzmaßnahmen für Verbraucher

Die Empfehlungen der Experten sind eindeutig: Steuer- oder Bankangelegenheiten immer über die offiziellen Portale prüfen, niemals Links aus verdächtigen Nachrichten anklicken. QR-Codes aus unbekannten Quellen sollten ignoriert werden. Wer einen Betrugsversuch bemerkt, kann ihn über die Cybercrime-Hotline 1930 oder die nationalen Meldeportale anzeigen. Zusätzlich raten Sicherheitsexperten, wo verfügbar, Anti-Phishing-Funktionen auf Krypto-Plattformen zu aktivieren.

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