Phishing-Welle: LastPass und Bitwarden im Visier krimineller
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 08:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kriminelle haben es derzeit auf Nutzer von LastPass und Bitwarden abgesehen. Sie verschicken täuschend echte E-Mails mit angeblichen Sicherheitsupdates.
Die Nachrichten führen auf gefälschte DocuSign-Seiten. Dort sollen Opfer eine Software herunterladen – in Wahrheit ist es Schadsoftware. Die Betreffzeilen klingen offiziell: „Überprüfung aktualisierter Sicherheitsrichtlinien“ oder ähnlich.
Pixelgenaue Kopien der Original-Mails
Die Fälschungen sind extrem professionell. Darren Guccione, CEO von Keeper Security, spricht von „pixelgenauen Imitationen“. Bereits Anfang des Jahres und im Frühjahr gab es ähnliche Versuche, an Tresordaten zu kommen.
Die Angreifer nutzen Domains, die den echten Webseiten der Anbieter zum Verwechseln ähnlich sehen. Auch Bitwarden-Kunden sind betroffen.
Operation „Olympus Blade“: Behörden schlagen zu
Parallel zu den neuen Betrugswellen gelang Ermittlern ein großer Erfolg. BKA, FBI und indonesische Behörden zerschlugen die Plattform „Kratos“. Der Dienst wurde als „Phishing-as-a-Service“ betrieben.
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Rund 1.800 Kunden konnten damit monatlich bis zu 15.000 automatisierte Angriffe starten. Seit 2024 soll die Plattform über 300.000 Euro eingebracht haben. Die Ermittler beschlagnahmten rund 200 Server und nahmen den mutmaßlichen Hauptentwickler in Indonesien fest.
Kratos war spezialisiert auf die Umgehung von Mehrfaktor-Authentifizierung (MFA). Selbst geschützte Konten waren nicht sicher.
Sparkassen, AOK und Booking.com im Visier
Die Welle erfasst viele Bereiche. Sparkassen-Kunden erhalten Mails mit angeblichen Sicherheitsupdates für das ChipTAN-Verfahren. Bei Nichtbeachtung droht die Sperrung des Online-Bankings.
Auch AOK-Versicherte sind betroffen. Die Täter behaupten, die Gesundheitskarte müsse ausgetauscht werden. Sogar der öffentliche Sektor dient als Deckmantel: Der Bürgerbeauftragte von Rheinland-Pfalz, Martin Haller, warnte vor gefälschten Mails in seinem Namen.
Booking.com kämpft mit einer anderen Masche: Kriminelle nutzen kompromittierte Hotel-Konten, um Kunden über Messenger zu Zahlungen zu drängen.
Passkeys als Lösung – SMS-Authentifizierung vor dem Aus
GMX und Web.de reagieren auf die Bedrohung. Sie haben für ihre rund 38 Millionen Nutzer den Login per Passkey eingeführt. Die Technik nutzt biometrische Merkmale wie Fingerabdruck oder Gesichtsscan. Der kryptografische Schlüssel ist fest an die legitime Webseite gebunden – klassisches Phishing greift nicht.
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Microsoft plant, die SMS-Authentifizierung bis 2027 einzustellen. Google warnt gleichzeitig vor KI-generierten Phishing-Nachrichten, die bald noch schwerer zu erkennen sein könnten.
Die Devise der Sicherheitsexperten: Keine Anhänge in unaufgeforderten Mails öffnen. Links immer direkt über die offizielle Plattform des Anbieters prüfen.
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