Phishing-Welle: SMS-Betrug steigt um 162 Prozent im Q2
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 18:24 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Weltweit häufen sich Fälle, in denen Verbraucher täuschend echte Benachrichtigungen erhalten – mit dem Ziel, Kreditkartendaten zu stehlen.
Geringe Gebühren als Köder
Ein aktueller Schwerpunkt: E-Mails im Namen von AliExpress. Die Kantonspolizei Zürich warnt vor Nachrichten, die ein nicht abgeholtes Paket vortäuschen. Empfänger sollen eine geringe Versandgebühr von 1,95 Franken bezahlen. Der Link führt auf eine gefälschte Website – die eingegebenen Kreditkartendaten landen direkt bei den Tätern.
Ähnliche Muster gibt es in Singapur. Seit Ende Juni registrierten die Behörden dort mindestens 43 Fälle. Täter verschickten SMS mit marokkanischer Ländervorwahl oder gefälschte E-Mails im Namen von Ninja Van oder J&T Express. Die geforderten Nachzahlungen lagen zwischen 0,06 und 1,64 Singapur-Dollar. Der Gesamtschaden: über 259.000 Singapur-Dollar.
Quishing und SMS-Phishing auf dem Vormarsch
Die Zunahme dieser Delikte folgt einem allgemeinen Trend. Das sogenannte Quishing – Phishing per QR-Code – stieg im ersten Quartal 2026 um 146 Prozent. Inzwischen enthält jede neunte Phishing-E-Mail einen bösartigen QR-Code. Noch stärker wächst SMS-Phishing: plus 162 Prozent im zweiten Quartal.
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Die Täter setzen gezielt auf Dringlichkeit, besonders während saisonaler Hochphasen im Online-Handel. Neben Paketmaschen nutzen Kriminelle vermehrt KI-Stimmenklone oder Deepfake-Werbung für Anlagebetrug.
Hohe Einzelschäden
Ein Fall aus Brandenburg zeigt die Folgen: Ein Mann überwies nach einer längeren Chat-Bekanntschaft rund 45.000 Euro für angebliche Zollgebühren eines Pakets aus Kanada. Das Paket kam nie an. In Sachsen führte ein Deepfake-Anlagebetrug zu einem Verlust von einer Million Euro.
Parallel zu den Warnungen gibt es Ermittlungserfolge. Das FBI schaltete kürzlich die Plattform Outsider ab. Über dieses Netzwerk wurden mehr als 8.000 Phishing-Domains betrieben – mit einem geschätzten Gesamtschaden von 1,9 Milliarden US-Dollar.
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Auch Steuer und Reisebuchungen betroffen
Verbraucherschützer warnen zudem vor gefälschten Mitteilungen der AOK oder des Steuerportals Elster. Unter dem Vorwand, die Gesundheitskarte auszutauschen oder Kontodaten zu aktualisieren, locken Täter auf Phishing-Seiten. Auch bei Reisebuchungen ist Vorsicht geboten: In Leipzig wurden im Juni mindestens zwölf Betrugsfälle über Booking.com gemeldet.
Die Polizei rät: Bei unerwarteten Nachrichten keine Links anklicken und keine Anhänge öffnen. Seriöse Unternehmen fordern niemals zur Übermittlung von Passwörtern oder Kreditkartendaten über ungesicherte Links auf.
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