Pilates-Boom, Neugründungen

Pilates-Boom: 105 Neugründungen in der Schweiz seit 2021

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 11:24 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die Schweiz führt die Fitnessmarkt-Durchdringung im DACH-Raum an. Pilates-Neugründungen vervierfachen sich, Personal Training wird zum Standard.

Schweizer Fitnessmarkt: Pilates-Boom und Rekordzahlen 2025
Pilates-Boom - Menschen unterschiedlichen Alters praktizieren Pilates auf Matten und Reformern in einem modernen, hellen Studio unter Anleitung. 09.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders gefragt: spezialisierte Angebote wie Pilates und persönliches Training.

Schweizer Fitnessmarkt mit Rekordzahlen

Zum Jahresende 2025 trainierten 15,16 Millionen Menschen in den 12.495 Fitnessanlagen der Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Das zeigt die Studie „Eckdaten der Fitnesswirtschaft DACH 2026“ der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG).

Deutschland kommt auf 12,36 Millionen Mitglieder – ein Plus von 5,6 Prozent. Österreich verzeichnet 1,35 Millionen Mitglieder (+5,8 Prozent). Doch die Schweiz liegt in puncto Marktdurchdringung vorn: 1,45 Millionen Menschen sind hier Mitglied in einem der 1.441 Fitnesscenter. Das entspricht 16 Prozent der Bevölkerung. Zum Vergleich: Deutschland erreicht 14,8 Prozent, Österreich 14,6 Prozent.

Der Umsatz der Schweizer Fitnessbranche belief sich 2025 auf 1,362 Milliarden CHF. Der durchschnittliche monatliche Mitgliedsbeitrag liegt bei 83 CHF.

Pilates-Boom: Vier Mal mehr Neugründungen

Innerhalb des Schweizer Markts zeichnet sich ein klarer Trend ab: Immer mehr Menschen suchen spezialisierte Angebote. Das Segment Pilates wächst massiv. Bis Oktober 2025 wurden 105 Firmenneugründungen registriert, die Pilates-Kurse anbieten – eine Vervierfachung gegenüber 2021.

Der Grund: Rückenbeschwerden sind weit verbreitet. Branchenangaben zufolge leidet jährlich rund 90 Prozent der Bevölkerung unter entsprechenden Symptomen. Pilates-Anbieter reagieren mit gesundheitsorientiertem Training.

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Der Trend ist nicht auf die Schweiz beschränkt. Im bayerischen Schwabach bereiten Melanie Schmidtmeier und Ronja von Seydewitz mit der „JP Lounge“ ein Konzept aus Reformer-Pilates und Gastronomie vor.

Personal Training wird zum Standard

Die persönliche Betreuung gewinnt an Bedeutung. Laut Studie bieten bereits 68,6 Prozent aller Anlagen Personal Training an.

Um flexibler zu sein, setzen Studios auf hybride Modelle. Das Zürcher Studio von Anja Gantenbein startete heute ein erweitertes Angebot namens „Pilates zu Hause“. Es kombiniert Live-Sitzungen via Zoom mit einer Video-Bibliothek und individuellem Einzelcoaching. Ziel: Die Qualität persönlicher Anleitung mit der zeitlichen Unabhängigkeit eines Heimtrainings verbinden.

Zwischen Eigenverantwortung und Tarifstreit

Der Trend zur Gesundheitsvorsorge zeigt sich auch im STADA Health Report 2026. Demnach praktizieren 95 Prozent der Schweizer Selbstmedikation. 28 Prozent regeln gesundheitliche Beschwerden bevorzugt eigenständig – deutlich über dem europäischen Schnitt von 19 Prozent.

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Gleichzeitig steckt die Physiotherapie im Wandel. Heute wurde mit „Prophysio“ ein neuer Verband gegründet – als Abspaltung von „Physioswiss“. Hintergrund ist ein Konflikt um die für 2027 geplante Tarifstruktur. Diese sieht einen Zeittarif von 1,50 CHF pro Minute vor, statt der bisherigen Pauschalen. Der neue Verband fordert eine wirkungsorientierte Therapie und befürchtet Versorgungsrisiken durch längere Behandlungszeiten. Eine Umfrage des Instituts Sotomo unter 2.800 Befragten zeigt: 71 Prozent bewerten die neue Tarifstruktur negativ.

Die Entwicklungen zeigen: Fitness- und Gesundheitsangebote in der Schweiz agieren zunehmend an der Schnittstelle zwischen Prävention und medizinischer Grundversorgung.

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