E-Auto als Stromspeicher â vielversprechende Simulation
03.03.2026 - 10:00:00 | pressetext.deElektroautos können mehr als umweltfreundliche MobilitĂ€t: Als flexible Hausspeicher in Kombination mit einer Photovoltaikanlage steigern sie die UnabhĂ€ngigkeit vom Stromnetz und senken Kosten deutlich. Jedenfalls haben sie das Potenzial dazu. Das zeigt die Bachelorarbeit von Christoph Paar im Studiengang GebĂ€ude- und Energietechnik an der Hochschule Burgenland. In simulationsgestĂŒtzten Analysen fĂŒr ein typisches WohngebĂ€ude wurden verschiedene GröĂen von PV-Anlagen, Fahrzeugtypen sowie Lade- und Verbrauchsprofile untersucht â mit einem klaren Ergebnis: Vehicle-to-Home (V2H) hat das Potenzial, private Energiesysteme spĂŒrbar effizienter zu machen.
"Wer sein E?Auto bidirektional laden kann, macht aus dem Parkplatz vor der HaustĂŒr einen Energiespeicher â und spart damit spĂŒrbar Kosten und CO?", sagt Studienautor Christoph Paar. "Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Strombezug aus dem Netz im Vergleich zu ungesteuertem Laden um bis zu 51 Prozent verringern lĂ€sst. Gleichzeitig steigt der Eigenverbrauch der PV-Anlage, und sowohl Einspeisung als auch Bezug werden intelligenter verteilt."
Hintergrund: ElektromobilitÀt trifft Energiemanagement
Ausgangspunkt der Arbeit ist ein aktueller Trend: In Ăsterreich waren laut BEĂ ( https://www.beoe.at/bestand/ ) bis Dezember 2025 257.717 Elektrofahrzeuge zugelassen. Mit einer durchschnittlichen BatteriekapazitĂ€t von etwa 65 kWh ergibt sich daraus eine theoretische SpeicherkapazitĂ€t von rund 16,75 GWh â ein betrĂ€chtlicher Puffer, der bislang meist ungenutzt bleibt. DemgegenĂŒber steht der typische Haushaltsverbrauch: Einpersonenhaushalte benötigen im Schnitt 1.900 kWh pro Jahr, Dreipersonenhaushalte etwa 4.200 kWh. Hier setzt V2H an: ĂberschĂŒsse aus der PV-Anlage werden im Auto gespeichert und bei Bedarf ins Haus zurĂŒckgespeist.
Kernergebnisse der Bachelorarbeit
Die Studie zeigt: Besonders groĂ ist der Nutzen, wenn die PV-Anlage klein bis mittelgroĂ dimensioniert ist und Erzeugung sowie Verbrauch nicht immer zeitgleich stattfinden. In diesen Szenarien sanken die jĂ€hrlichen Stromkosten in Christoph Paars Simulation teils um ĂŒber 1.400 Euro. Zudem konnten die CO?-Emissionen pro Fahrzeug um bis zu 370 Kilogramm pro Jahr reduziert werden. Auch bei gröĂeren PV-Anlagen bleibt V2H sinnvoll â der relative Zusatznutzen nimmt zwar ab, die EnergieflĂŒsse lassen sich aber weiter optimieren.
"Der gröĂte Effekt entsteht, wenn Photovoltaikerzeugung und Haushaltslast nicht perfekt ĂŒbereinanderliegen", so Paar. "Dann schlieĂt das Fahrzeug als mobiler Speicher die LĂŒcke zwischen Mittagssonne und Abendverbrauch. V2H ist damit ein realistischer Baustein fĂŒr mehr Autarkie und eine saubere, leistbare Energieversorgung im Eigenheim."
Ausblick und Relevanz
Die Arbeit belegt: Eine intelligente Einbindung bidirektionaler Ladeinfrastruktur ist technisch machbar und sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll. Sie liefert damit eine fundierte Grundlage fĂŒr zukĂŒnftige Anwendungen, Weiterentwicklungen und Investitionen im dezentralen Energiemanagement. "Vehicle-to-Home ist technisch bereits möglich. Der breite Einsatz scheitert derzeit aber weniger an der Technik als an fehlenden Standards sowie an offenen Fragen zu Netzanschluss, Messung und Abrechnung. Mit der fortschreitenden europĂ€ischen Standardisierung und klaren regulatorischen Rahmenbedingungen ist zu erwarten, dass V2H ab den kommenden Jahren schrittweise im Eigenheim ankommt", schlieĂt Christoph Paar.
Bachelorstudiengang GebĂ€ude- und Energietechnik Das Bachelorstudium verfolgt das Ziel Fachleute auszubilden, die sich mit der Planung, Installation oder dem laufenden Betrieb technischer Einrichtungen in GebĂ€uden beschĂ€ftigen. Wesentliches Ziel dabei ist es, fĂŒr die Nutzer*innen eines GebĂ€udes behagliche und komfortable Umgebungsbedingungen zu schaffen und dabei so energieeffizient, ressourcenschonend und ökologisch wie möglich zu sein. Der Studiengang GebĂ€ude- und Energietechnik kann wahlweise Vollzeit, berufsbegleitend oder verlĂ€ngert berufsbegleitend studiert werden. Eine Anmeldung fĂŒr das Studienjahr 2026/27 ist bereits möglich. http://www.hochschule-burgenland.at
(Ende)
Aussender: Hochschule Burgenland Ansprechpartner: Mag. Christiane Staab Tel.: +43 57707 3537 E-Mail: christiane.staab@hochschule-burgenland.at Website: www.hochschule-burgenland.at
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