Pixel und Android 12+: Google startet Echtzeit-Schutz vor Deepfakes
06.06.2026 - 01:08:29 | boerse-global.de
Pixel und Android 12+ erhalten Echtzeit-Schutz vor Deepfake-IdentitÀtsdiebstahl.
Google hat noch im Juni 2026 die Auslieferung einer neuen Fake-Call-Erkennung fĂŒr Pixel-GerĂ€te und Android-12+-Modelle gestartet. Die Technologie soll der wachsenden Flut von Deepfake-IdentitĂ€tsdiebstĂ€hlen und mobilen Finanzverbrechen entgegenwirken. Das System nutzt eine kryptografische RCS-Handshake-Methode, um Anrufer zu verifizieren und synthetische Stimmen in Echtzeit zu erkennen â und das komplett auf dem GerĂ€t, um die PrivatsphĂ€re der Nutzer zu schĂŒtzen.
Milliardenverluste durch IdentitÀtsbetrug
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Der Zeitpunkt der EinfĂŒhrung ist kein Zufall. Internationale Strafverfolgungsbehörden und Regulierungsstellen schlagen seit Monaten Alarm. Allein in den USA verursachten IdentitĂ€tstĂ€uschungsbetrĂŒgereien im Jahr 2024 Verluste in Höhe von umgerechnet rund 2,7 Milliarden Euro, wie die US-Handelsbehörde FTC mitteilte. Weltweit schĂ€tzt Interpol, dass die Gesamtverluste durch Betrug bis 2025 auf umgerechnet rund 407 Milliarden Euro ansteigen könnten â ein GroĂteil davon durch KI-gestĂŒtzte IdentitĂ€tstĂ€uschung.
Mehrere GroĂbetrugsfĂ€lle am Freitag gemeldet
Die Dringlichkeit besserer mobiler Sicherheit zeigte sich am Freitag gleich in mehreren FĂ€llen. Im indischen Bhopal erstattete ein Pharma-Mitarbeiter namens Ankit Shivhare Anzeige: Er verlor umgerechnet rund 2.700 Euro, nachdem sein MobilgerĂ€t Anfang Mai ein automatisches Update erhalten hatte. Obwohl das Opfer nach verdĂ€chtigen AktivitĂ€ten seine SIM-Karte entfernte, wurden die Gelder von seinem Bankkonto abgezogen. Die Ermittler vermuten einen ausgeklĂŒgelten GerĂ€te-Hack.
Parallel dazu meldete das nepalesische Cyber-BĂŒro, dass BetrĂŒger innerhalb von weniger als zwei Wochen umgerechnet rund 52.000 Euro durch gefĂ€lschte Werbung fĂŒr WM-Streaming erbeutet haben. Die Behörde hat 50 formelle Beschwerden von Opfern erhalten, die ĂŒber Facebook-Anzeigen mit dem Versprechen kostenlosen Zugangs zu Spielen gelockt wurden. Die Anzeigen fĂŒhrten zum Herunterladen von Schadsoftware, die Bankkonten leerte. In einem Fall verlor ein Opfer umgerechnet rund 2.100 Euro, andere Einzelverluste erreichten bis zu 10.500 Euro.
Der Vertrauenskollaps durch KI
Sicherheitsexperten beobachten einen wachsenden Trend, den sie als Vertrauenskollaps bezeichnen. KI-generierte IdentitĂ€ten, Videos und Stimmen umgehen zunehmend traditionelle Sicherheitsvorkehrungen. Bereits Anfang des Jahres hĂ€uften sich Angriffe mit gefĂ€lschten LinkedIn-Profilen fĂŒr Industriespionage sowie betrĂŒgerische Anrufe von Personen, die sich als FĂŒhrungskrĂ€fte ausgaben und NotĂŒberweisungen autorisierten.
In Russland warnten Experten vor saisonalen Phishing-Aktionen. Vor den Maifeiertagen zielten BetrĂŒger auf Rentner ab, indem sie gefĂ€lschte Feiertagsboni anboten, um an SMS-Codes fĂŒr Konto-Zugriffe zu gelangen. Ăhnliche Taktiken wurden Anfang Mai in Tjumen dokumentiert: Ein Student wurde in digitaler Geiselhaft gehalten, nachdem BetrĂŒger, die sich als Regierungsbeamte ausgaben, ĂŒber eine Bildschirmfreigabe-Sitzung in einem Videoanruf Zugriff auf seine Konten erhalten hatten.
BranchenĂŒbergreifende Zusammenarbeit
Um diesen sich stĂ€ndig weiterentwickelnden Schwachstellen zu begegnen, ist TrendAI dem Projekt Glasswing von Anthropic beigetreten. Die Partnerschaft nutzt das Claude-Mythos-Preview-Modell, um die Identifizierung von Softwarefehlern zu beschleunigen und eine koordiniertere Offenlegung und Behebung mobiler SicherheitslĂŒcken zu ermöglichen.
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Auch Regulierungsbehörden und private Organisationen verstĂ€rken ihre Ăffentlichkeitsarbeit. Am Freitag startete die saudische Nationale Cybersicherheitsbehörde eine AufklĂ€rungsausstellung speziell fĂŒr Pilger, um Risiken bei GroĂveranstaltungen zu minimieren. Die US-Kommunikationsbehörde FCC rĂ€t BĂŒrgern weiterhin, Bluetooth auszuschalten, wenn es nicht genutzt wird â um die AngriffsflĂ€che mobiler GerĂ€te zu verkleinern.
Ausblick: Webinar zu aktuellen Bedrohungen
FĂŒr den 11. Juni 2026 planen Forscher von Kasperskys Global Research and Analysis Team ein technisches Webinar. Die Sitzung wird sich auf die aktuelle mobile Bedrohungslandschaft fĂŒr Android und iOS konzentrieren â einschlieĂlich der Verbreitung fortschrittlicher Ransomware-Varianten wie Osiris, die ĂŒber infizierte Werbung und Spam mobile Backups und plattformĂŒbergreifende Systeme angreift.
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