Pixel und weitere GerÀte: Google blockiert heimliche Rufumleitungen ab Dezember
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Google baut seine Schutzmechanismen gegen betrĂŒgerische Nachrichten und Telefonate fĂŒr Android-Nutzer weiter aus. Das Unternehmen kĂŒndigte neue Funktionen an, die auf kĂŒnstliche Intelligenz setzen, um verdĂ€chtige Kommunikationsversuche direkt in Google Messages sowie bei Sprachanrufen zu erkennen und abzufangen. Nach Unternehmensangaben markiert das bestehende Schutzsystem bereits monatlich mehr als 5 Millionen verdĂ€chtige Anrufe und Textnachrichten.
Neuer Schutzmodus und Ausbau auf dem GerÀt
In den kommenden Wochen startet Google fĂŒr Google Messages einen optionalen erweiterten Schutzmodus. In diesem Modus bewertet das Cloud-Modell Gemini ĂŒber eine geschĂŒtzte Recheninfrastruktur die Absichten von Nachrichten unbekannter Absender.
Die DatenĂŒbertragung erfolgt dabei verschlĂŒsselt, sodass Google nach eigenen Angaben keinen Zugriff auf die Nachrichteninhalte hat. Die Funktion wird auf GerĂ€ten wie dem Pixel 6 und neueren Modellen, der Galaxy-S24-Reihe sowie den Foldable-GerĂ€ten Galaxy Z Flip 6 und Fold 6 und weiteren Systemen mit AICore-UnterstĂŒtzung bereitgestellt.
Zudem fĂŒhrt Google gerĂ€teeigene PrĂŒfungen von Verlinkungen ĂŒber das Modell Gemini Nano ein, die auf GerĂ€ten wie dem Pixel 10 sowie den Serien Galaxy S26 und Z Flip 8 sowie Fold 8 zum Einsatz kommen. Allgemeine Warnhinweise vor potenziell gefĂ€hrlichen Links stehen auf GerĂ€ten ab Android 6 zur VerfĂŒgung.
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Die auf dem EndgerĂ€t ausgefĂŒhrte Betrugserkennung fĂŒr Chat-Benachrichtigungen soll im weiteren Verlauf des Jahres 2026 ĂŒber die Pixel-Reihe hinaus fĂŒr Hunderte Millionen Nutzer bereitgestellt werden. Zu den unterstĂŒtzten Herstellern zĂ€hlen HONOR, Infinix, iQOO, itel, JOVI, Motorola, OPPO, OnePlus, realme, TECNO, vivo und Xiaomi.
Angaben zu Trefferquoten oder der HĂ€ufigkeit von Fehlalarmen bei den Erkennungsfunktionen machte das Unternehmen bisher nicht. FĂŒr die Vereinigten Arabischen Emirate bleibt die VerfĂŒgbarkeit der neuen Sicherheitsfunktionen vorerst unbestĂ€tigt.
Erweiterte PrivatsphÀre und Schutz vor Anrufweiterleitungen
ErgĂ€nzend fĂŒhrt Google ab Oktober 2026 unter Android 15 und neueren Versionen SchutzmaĂnahmen bei der Bildschirmfreigabe in Chrome und WebView ein. Passwörter, Kreditkarteninformationen und Anmeldefelder werden wĂ€hrend einer Ăbertragung automatisch verborgen.
Ab Anfang Dezember 2026 folgt zudem auf Pixel-Modellen und ausgewĂ€hlten GerĂ€ten ein Schutz vor unerlaubten Rufumleitungen: Das Betriebssystem blockiert heimliche stille Anrufweiterleitungen und warnt Nutzer, falls Steuercodes ĂŒber die Wahltastatur eingegeben werden.
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Wie dringlich GegenmaĂnahmen im Bereich digitaler TĂ€uschungsversuche sind, verdeutlichen Branchendaten: Nach Angaben des brasilianischen Bankenverbands FEBRABAN nahmen BetrugsfĂ€lle, bei denen sich TĂ€ter als Banken ausgaben, innerhalb von zwölf Monaten um 195,7 Prozent zu.
Eine von Google finanzierte Untersuchung von Leviathan Security aus dem Oktober 2026, die GerÀte wie das Pixel 11 Pro, Galaxy S26, Motorola Razr 2026 und das iPhone 18 Pro verglich, bescheinigte Android im Standardzustand die stÀrkere Abwehr gegen Betrugsversuche im Vergleich zu iOS.
Modellentwicklung mit GovTech Singapore
Parallel zu den MaĂnahmen im Betriebssystem prĂ€sentierten Google DeepMind und die Behörde GovTech Singapore auf der Konferenz Singapore International Cyber Week 2026 ein Modell zur Betrugserkennung auf EndgerĂ€ten, zu deren Eröffnung K Shanmugam sprach.
In Singapur entfĂ€llt laut Angaben der Partner mehr als die HĂ€lfte aller gemeldeten Straftaten auf Betrugsdelikte, mit SchĂ€den von ĂŒber 4 Milliarden Singapur-Dollar seit 2019. Bis zu 80 Prozent dieser Verluste gehen auf Methoden des Social Engineerings zurĂŒck.
Das dort entwickelte kompakte Gemma-Modell arbeitet in einer zweistufigen Struktur: Ein energieeffizienter Klassifikator filtert Nachrichten zunÀchst vor, bevor das spezialisierte Modell lÀngere GesprÀchsausschnitte analysiert. Das Training erfolgte in einer von GovTech verwalteten Cloud-Umgebung mit anonymisierten Daten ohne Personenbezug sowie synthetischen Tests.
Weder Google noch die Regierung Singapurs erhalten Zugriff auf private Konversationen. Das Modell ist fĂŒr Plattformbetreiber und Betriebssystemhersteller vorgesehen und setzt fĂŒr den Einsatz in Anwendungen die Zustimmung der Nutzer voraus.
