Planetary Health Diet: Pflanzenbetonte Kost verhindert Millionen Todesfälle
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 03:29 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das zeigt eine neue Studie im Fachjournal Nature.
Forschende des Internationalen Instituts für angewandte Systemanalyse (IIASA), des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und der Cornell University haben die Auswirkungen der sogenannten „Planetary Health Diet“ berechnet. Ihr Ergebnis: Bis 2050 wären massive Einsparungen bei Treibhausgasen und Flächenverbrauch möglich.
Weniger Kühe, drastisch weniger Emissionen
Die Modellrechnungen sind beeindruckend. Eine konsequente Ernährungswende würde den weltweiten Bestand an Wiederkäuern um rund 42 Prozent reduzieren – das entspricht etwa 400 Millionen Tieren.
Die Folgen für die Umweltbilanz wären enorm. Die Treibhausgasemissionen aus der Viehzucht könnten um bis zu 85 Prozent sinken. Bei genauerer Betrachtung zeigen die Zahlen: Die Netto-CO2-Ausstöße aus der Landnutzung würden um 76 Prozent zurückgehen, die nicht-CO2-relevanten Treibhausgase um etwa 33 Prozent.
Gleichzeitig würde der Bedarf an Agrarfläche weltweit um 6 bis 9 Prozent schrumpfen. Der Grund: Weniger Weideflächen und Anbauflächen für Futtermittel.
Landwirtschaft vor tiefgreifendem Umbau
Die Verschiebung weg von tierischen Produkten verlangt eine grundlegende Anpassung der Produktion. Die Gesamtproduktion der Branche könnte um rund 17 Prozent sinken.
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Doch nicht alle Sektoren schrumpfen. Die Erzeugung von Gemüse, Obst, Nüssen und Hülsenfrüchten müsste um 23 bis 25 Prozent wachsen, um den Bedarf der Planetary Health Diet zu decken.
Ökonomisch trifft es die Tierhaltung besonders hart: Ihr Produktionswert würde um etwa 60 Prozent einbrechen. Hermann Lotze-Campen vom PIK warnt: Ein Festhalten an alten Mustern sei langfristig teurer als die proaktive Umgestaltung. Nötig sei eine vorausschauende Agrar- und Ernährungspolitik.
Millionen gerettete Leben
Die Studie zeigt auch gesellschaftliche Vorteile. Eine gesündere, pflanzenbetonte Kost könnte jährlich Millionen vorzeitige Todesfälle verhindern.
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Das würde die nationalen Gesundheitssysteme spürbar entlasten. Die Autoren betonen: Die Einsparungen im Gesundheitsbereich und die Vermeidung von Umweltschäden rechtfertigen die Kosten für den Umbau der Landwirtschaft.
Voraussetzung ist eine koordinierte globale Strategie. Nur so lasse sich die Versorgungssicherheit während der Übergangsphase gewährleisten.
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