Plicasyndrom: Diese Schleimhautfalte kann anhaltende Knieschmerzen auslösen
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 13:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deWiederkehrende oder anhaltende Beschwerden im Knie zählen zu den häufigsten orthopädischen Problemen bei Sportlern und im Alltag. Eine oft übersehene Ursache ist das sogenannte Plicasyndrom.
Wie Prim. Prof. Dr. Christian Gäbler vom SPORTambulatorium Wien in einem Bericht vom 31. Oktober 2026 darlegte, besitzen 50 bis 70 Prozent der Erwachsenen eine Plica – eine embryonale Schleimhautfalte im Kniegelenk.
In den meisten Fällen verursacht diese Struktur keinerlei Beschwerden. Kommt es jedoch durch wiederholte Überlastung wie beim Laufen, Radfahren oder dem Training auf dem Stepper zu Reizungen, kann sich die Falte entzünden und Schmerzen hervorrufen.
Symptome und Verlauf der Schleimhautentzündung
Typische Anzeichen eines Plicasyndroms sind Schmerzen an der Innen- oder Rückseite der Kniescheibe, ein Knarren im Gelenk sowie ein deutliches Blockiergefühl. Betroffene klagen zudem über Steifigkeit nach längerem Sitzen und gelegentliche Schwellungen. Bleibt die Entzündung unbehandelt, kann die mechanische Reibung der verhärteten Schleimhautfalte den angrenzenden Gelenkknorpel schädigen.
Die Abklärung erfolgt über eine klinische Untersuchung und bei Bedarf über eine Magnetresonanztomographie (MRT). Therapeutisch stehen zunächst Schonung, Kühlung und entzündungshemmende Medikamente im Vordergrund. Bei sportlich aktiven Personen wird die Plica häufig minimalinvasiv operativ entfernt. Während die akuten Beschwerden danach meist rasch abklingen, können bereits entstandene Knorpelschäden weiterhin Schmerzen verursachen.
Muskuläre Ursachen und degenerative Veränderungen
Knieschmerzen entspringen jedoch nicht zwingend einer Schädigung des Kniegelenks selbst. Wolfgang Packi von der Packi-Klinik betonte in einem Bericht vom 30. Oktober 2026, dass der Großteil der Beschwerden auf bewegungsgeometrische Asymmetrien der Muskulatur zurückzuführen sei, ausgelöst durch langes Sitzen oder Fehlbelastungen. Zur Linderung empfiehlt die Biokinematik unter anderem Dehnübungen im Kniestand, sofern kein Kelenkerguss vorliegt.
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Auch degenerative Prozesse sind verbreitet: Laut Park Tae-hyung von der Rehabilitationsklinik Tongchae deuten wiederkehrende Knieschmerzen beim Treppensteigen häufig auf eine Gonarthrose hin.
Nach Daten des südkoreanischen Health Insurance Review and Assessment Service aus dem Jahr 2025 tritt etwa eine Chondromalazie der Kniescheibe besonders oft im Alter zwischen 30 und 39 Jahren auf – mit 6.380 erfassten Männern und 7.977 Frauen in dieser Altersgruppe.
Orthopäde Kim Young-jun führt Knorpelerweichungen neben Traumata auch auf schwache Oberschenkelmuskeln und plötzliche Belastungssprünge zurück. Auch K?stutis Bliznikas vom Northway Medical Center wies darauf hin, dass scheinbar kleine, jahrelang zurückliegende Verletzungen oder langes Sitzen mit angewinkelten Beinen schleichend zu Meniskusschäden und Arthrose führen können.
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Gezielte Bildgebung und Behandlungsstrategien
Für eine erfolgreiche Therapie ist eine präzise Diagnose entscheidend. ThS.BS H? ??c L?c unterstrich in einem Bericht vom 31. Oktober 2026, dass kein bildgebendes Verfahren universell passe: Während Röntgenaufnahmen vor allem Knochenbrüche, Gelenkspaltverengungen und Arthrose sichtbar machen, bildet erst das MRT Weichteile wie Bänder, Sehnen und Knorpel zuverlässig ab. Computertomographien werden primär bei komplexen Frakturen genutzt, Ultraschalluntersuchungen bei oberflächlichen Gelenkstrukturen und Ergüssen.
Fachärzte der Wiener Privatklinik raten bei Schmerzen, die länger als einen Monat anhalten, zu einer orthopädischen Untersuchung. Akute Alarmsignale erfordern sofortiges Handeln: Bei massiven Schwellungen, Deformitäten, Belastungsunfähigkeit oder Entzündungszeichen mit Fieber ist laut Richtlinien des britischen NHS eine dringende ärztliche Abklärung zwingend erforderlich.
Als Erste-Hilfe-Maßnahme bei akuter Reizung wird empfohlen, das Gelenk alle zwei bis drei Stunden für maximal 20 Minuten zu kühlen. In der langfristigen Behandlung stehen konservative Maßnahmen wie Physiotherapie und Muskelaufbau im Vordergrund, während operative Eingriffe strukturellen Schäden und therapieresistenten Verläufen vorbehalten bleiben.
