Pneumokokken, Chronische

Pneumokokken bei Kindern: Chronische Erkrankungen erhöhen das Risiko 17,8-fach

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 17:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

FĂŒr Kinder ab zwei Jahren mit Vorerkrankungen gilt eine einmalige Impfung; gesetzliche Krankenkassen tragen die Kosten.

STIKO empfiehlt Pneumokokken-Impfung fĂŒr chronisch kranke Kinder
Ein heller, minimalistischer Behandlungsraum in einer Kinderarztpraxis mit einem leeren medizinischen Rollwagen. Illustration mit AI erstellt.

Seit Januar 2026 empfiehlt die StĂ€ndige Impfkommission (STIKO) allen Kindern und Jugendlichen ab 2 Jahren mit Vorerkrankungen eine einmalige Pneumokokken-Impfung. Die gesetzlichen Krankenkassen ĂŒbernehmen die Kosten. Die Empfehlung richtet sich gezielt an eine Gruppe, deren Risiko fĂŒr schwere KrankheitsverlĂ€ufe deutlich ĂŒber dem gesunder Altersgenossen liegt.

Warum die Empfehlung notwendig wurde

Pneumokokken-Erkrankungen gelten trotz vorhandener Impfstoffe weiterhin als ernstzunehmende Gefahr. In Deutschland sterben laut SchÀtzungen jÀhrlich 5.000 Menschen an einer Pneumokokken-Erkrankung.

Das Risiko fĂŒr einen schweren Verlauf ist dabei altersabhĂ€ngig: Besonders gefĂ€hrdet sind Kinder bis zum 2. Lebensjahr sowie Ă€ltere Menschen. ZusĂ€tzlich steigt das Risiko bei bestimmten Vorerkrankungen erheblich – dazu zĂ€hlen chronische Lungen-, Herz- und Nervenerkrankungen, Diabetes sowie ImmunschwĂ€che.

FĂŒr Kinder und Jugendliche zwischen 2 und 17 Jahren mit mindestens einer chronischen Erkrankung ist das Risiko fĂŒr einen schweren Verlauf laut einer im RKI Epidemiologischen Bulletin 2026 veröffentlichten Auswertung bis zu 17,8-fach erhöht. Diese Zahl verdeutlicht, weshalb die STIKO eine gezielte Empfehlung fĂŒr diese Altersgruppe ausgesprochen hat, statt sich auf eine allgemeine Impfstrategie zu beschrĂ€nken.

Wie groß ist die betroffene Gruppe?

Die Reichweite der neuen Empfehlung ist betrĂ€chtlich: In Deutschland ist ungefĂ€hr jedes fĂŒnfte Kind im Alter von 0 bis 17 Jahren chronisch krank. Die hĂ€ufigsten Erkrankungen in dieser Altersgruppe sind Neurodermitis mit 12,8 Prozent und Asthma mit 6 Prozent. Damit betrifft die STIKO-Empfehlung nicht nur Kinder mit seltenen oder schweren Grunderkrankungen, sondern eine breite Gruppe, die im medizinischen Alltag hĂ€ufig vorkommt.

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Seit Januar 2026 empfiehlt die STIKO Kindern und Jugendlichen ab 2 Jahren mit chronischen Vorerkrankungen eine einmalige Pneumokokken-Impfung — die gesetzlichen Krankenkassen ĂŒbernehmen die Kosten. FĂŒr betroffene Kinder ist das Risiko eines schweren Verlaufs laut RKI-Auswertung bis zu 17,8-fach erhöht. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt fĂŒr Schritt, welche Diagnosen zĂ€hlen und wie Sie das GesprĂ€ch mit dem Kinderarzt vorbereiten. Kostenlosen Eltern-Leitfaden jetzt anfordern

FĂŒr Eltern bedeutet dies, dass auch vergleichsweise verbreitete chronische Diagnosen wie Asthma oder Neurodermitis Anlass sein können, mit dem behandelnden Kinderarzt ĂŒber eine Pneumokokken-Impfung zu sprechen, sofern das Kind das zweite Lebensjahr bereits vollendet hat.

Bedeutung fĂŒr die Versorgungspraxis

Die Übernahme der Impfkosten durch die gesetzlichen Krankenkassen senkt die HĂŒrde fĂŒr betroffene Familien, die Empfehlung tatsĂ€chlich umzusetzen. Da es sich um eine einmalige Impfung handelt, ist der organisatorische Aufwand begrenzt – anders als bei Impfschemata mit mehreren Auffrischungen.

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Die Datenlage, auf die sich die STIKO stĂŒtzt, macht deutlich, dass chronische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter das Risiko fĂŒr schwere Pneumokokken-VerlĂ€ufe nicht nur graduell, sondern um ein Vielfaches erhöhen können.

Vor diesem Hintergrund dĂŒrfte die Empfehlung in den kommenden Monaten zunehmend Eingang in die pĂ€diatrische Routineversorgung finden, insbesondere bei Vorsorgeuntersuchungen und der Betreuung chronisch kranker Kinder durch FachĂ€rzte.

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