PNLD-Hack: ExfilSquad stiehlt 135.000 Datensätze britischer Polizei
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 16:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die britische Police National Legal Database (PNLD) ist Ziel eines schwerwiegenden Cyberangriffs geworden. Berichten vom August 2026 zufolge kam es zu einer massiven Datenpanne, bei der die persönlichen Informationen von mehr als 100.000 Personen offengelegt wurden. Betroffen sind neben Beamten der Strafverfolgungsbehörden und Mitarbeitern der Justiz auch öffentliche Nutzer der Plattform.
Die PNLD fungiert als zentrale Informationsquelle für Rechtsfragen innerhalb der britischen Polizeistruktur. Der Vorfall wurde von der Organisation offiziell bestätigt. Den Angaben zufolge umfassen die kompromittierten Datensätze Namen, geschäftliche E-Mail-Adressen sowie die Organisationszugehörigkeit der betroffenen Personen. Nach aktuellem Kenntnisstand wurden keine Anmeldedaten oder sensiblen Informationen aus laufenden polizeilichen Ermittlungen entwendet.
ExfilSquad beansprucht Diebstahl von 135.000 Datensätzen
Hinter dem Angriff steht offenbar die Cyberkriminalitätsgruppe ExfilSquad. Die Gruppierung gab bereits Ende Juli bekannt, Zugriff auf die PNLD-Datenbank erlangt zu haben. Laut eigenen Angaben der Gruppe wurden dabei insgesamt 135.000 Datensätze mit einem Datenvolumen von 1,9 GB entwendet. Zur Verteilung der gestohlenen Informationen nutzt die Gruppe Torrent-Netzwerke, um die Daten einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Sicherheitsexperten beobachten die Aktivitäten von ExfilSquad bereits seit Mitte des Jahres 2026, als die Gruppe erstmals in Erscheinung trat. Das Vorgehen der Akteure folgt dabei einem spezifischen Muster: Die Gruppe nutzt gezielt Fehlkonfigurationen in Cloud-Portalen aus, um in fremde Systeme einzudringen. Zu den identifizierten Schwachstellen zählen insbesondere Microsoft Dataverse, Power Pages sowie verschiedene CRM-Systeme (Customer Relationship Management).
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Ermittlungen durch nationale Sicherheitsbehörden eingeleitet
Die PNLD hat zur Aufarbeitung des Vorfalls eine Kooperation mit spezialisierten Behörden eingeleitet. An der Untersuchung beteiligt sind die National Crime Agency (NCA) sowie das Information Commissioner's Office (ICO). Die Behörden prüfen derzeit das volle Ausmaß des Leaks und die möglichen Folgen für die betroffenen Justiz- und Polizeimitarbeiter.
Der Vorfall bei der PNLD ist kein Einzelfall im aktuellen Bedrohungsszenario. Die Gruppe ExfilSquad hat kürzlich insgesamt 13 neue Opfer in den USA, Großbritannien und Schweden gemeldet. Parallel dazu wurden Berichte über weitere Sicherheitsvorfälle im Bereich digitaler Plattformen bekannt. So kursieren im Umfeld von Cyberkriminalitäts-Foren Informationen über ein mögliches Datenleck bei den Krypto-Plattformen Rekt und Blocklive. Ein Bedrohungsakteur soll dort rund 2.600 Datensätze über einen File-Sharing-Link kostenlos zur Verfügung gestellt haben. Dieser Vorfall sowie die genauen Angriffswege sind jedoch im Gegensatz zum PNLD-Einbruch bisher nicht offiziell bestätigt.
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Für die betroffenen Nutzer der PNLD bedeutet der Vorfall ein erhöhtes Risiko für gezielte Phishing-Angriffe, da die Kombination aus Namen, E-Mail-Adressen und Dienststellen eine glaubwürdige Kontaktaufnahme durch Kriminelle ermöglicht. Die Ermittlungen der NCA dauern an.
