Podologen-Kongress in Sorrento: PrÀvention und diabetischer Fuà im Fokus
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 04:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie StĂ€rkung der prĂ€ventiven Versorgung, die BekĂ€mpfung unbefugter BerufsausĂŒbung sowie der erleichterte Zugang zu qualifizierten podologischen Leistungen stehen im Mittelpunkt des nationalen Podologen-Kongresses, den die Commissione d'Albo nazionale dei Podologi am 23. und 24. Oktober 2026 im Hotel Hilton Sorrento Palace in Sorrento veranstaltet.
PrĂ€sident Gianluca Giorgi und VizeprĂ€sident sowie Mitorganisator Vincenzo Di Salvatore unterstrichen im Vorfeld, dass die Gesundheit der FĂŒĂe untrennbar mit dem allgemeinen Wohlbefinden des Menschen verknĂŒpft sei, und verwiesen auf die zentrale Rolle akademisch ausgebildeter FachkrĂ€fte.
Auf der Agenda stehen unter anderem die Kinder- und Sportpodologie, Biomechanik, die Behandlung des diabetischen FuĂes sowie neue Technologien und Erkenntnisse der klinischen Forschung. Neben Berufsvertretern nehmen auch Behördenvertreter, Delegierte der Carabinieri-Spezialeinheit NAS sowie ReprĂ€sentanten der Federazione nazionale degli Ordini TSRM e PSTRP an der Fachtagung teil.
Spezialisierte Therapien und interdisziplinÀre Wundversorgung
Die thematische Bandbreite podologischer Behandlungsfelder spiegelt sich auch in weiteren fachlichen ZusammenkĂŒnften wider. So richtete das Colegio Oficial de PodĂłlogos de Castilla-La Mancha in Albacete einen Fortbildungskurs zur Biomechanik von Materialien und orthopodologischen Therapien aus.
Referent RaĂșl BlĂĄzquez Viudas hob hervor, dass Schuheinlagen zu den am hĂ€ufigsten verordneten Behandlungsmitteln zĂ€hlten. Zu den typischen Indikationen gehören unter anderem Plantarfasziitis, Fersensporn, Platt- und HohlfĂŒĂe, Metatarsalgien, Tarsalgien, Fehlstellungen wie Pronation oder Supination sowie Hyperkeratosen. Neben der Materialauswahl fĂŒr Orthesen bildeten Techniken der Abdrucknahme zentrale Lehrinhalte.
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Am 10. Oktober 2026 befasste sich das 1. Symposium fĂŒr FuĂgesundheit im Fortbildungszentrum Halfmann in Dortmund mit fachĂŒbergreifenden AnsĂ€tzen. Behandelt wurden dermatologische Fragestellungen, der Einsatz von Laserchirurgie bei eingewachsenen NĂ€geln, Besonderheiten im professionellen Tanz durch Dr. Elisabeth Exner-Grave sowie der Einfluss von ErnĂ€hrung auf die Wundheilung durch Katharina und Daniela GrĂŒndken.
Weitere BeitrĂ€ge thematisierten ZusammenhĂ€nge zwischen Darm, Stoffwechsel und FuĂgesundheit durch Dirk Schidorowitz sowie den Einsatz von BarfuĂlaufen und Propolis. Eine Folgeveranstaltung ist fĂŒr den 2. Oktober 2027 in Dortmund angekĂŒndigt.
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Die Schnittstelle zwischen PrÀvention und Geweberegeneration bildete zudem am 21. Oktober 2026 den Schwerpunkt der ersten Wundbehandlungstage der ULS Póvoa de Varzim/Vila do Conde und der Associação Portuguesa de Tratamento de Feridas.
Im AuditĂłrio Municipal von Vila do Conde debattierten Fachleute aus Medizin, Pflege und Wissenschaft im Beisein der stĂ€dtischen Gesundheitsdezernentin Carina Moreira ĂŒber integrierte Versorgungskonzepte, therapeutische Neuerungen und den aktuellen Forschungsstand.
Debatten um die Steuerung fachÀrztlicher Leistungen
Die Verzahnung von Grundversorgung und spezialisierten Fachdisziplinen sorgt zugleich gesundheitspolitisch fĂŒr Diskussionen. Das Zentralinstitut fĂŒr die kassenĂ€rztliche Versorgung wandte sich gegen einen VorstoĂ der CSU, die in einem Leitantrag eine Quote von 80 Prozent fĂŒr fallabschlieĂende Behandlungen in der hausĂ€rztlichen Versorgung fordert.
Nach Auswertungen des Instituts nahmen 68 Prozent der gesetzlich Versicherten innerhalb eines Jahres fachĂ€rztliche Leistungen in Anspruch. Selbst unter Patienten, die regelmĂ€Ăig hausĂ€rztlich betreut wurden, wiesen 36 Prozent mindestens eine fachĂ€rztliche Ăberweisung auf.
Aus den Daten geht ferner hervor, dass rund 30 Prozent der Versicherten zwei Hausarztpraxen aufsuchten und rund 10 Prozent drei oder mehr. Bei Personen mit Bindung an eine einzige Hausarztpraxis waren zwar nur in rund 21 Prozent der FĂ€lle quartalsweise Ăberweisungen dokumentiert, tatsĂ€chlich wurden jedoch 57 Prozent von ihnen fachĂ€rztlich mitversorgt.
Dr. Dominik von Stillfried, Vorstandsvorsitzender des Instituts, betonte den unverzichtbaren Beitrag beider Versorgungsbereiche und verwies auf internationale Erhebungen, nach denen zwischen einem Drittel und zwei Dritteln der Patienten pro Jahr eine fachÀrztliche Mitbehandlung benötigen.
Gleichzeitig bleibt der zeitnahe Zugang zu Fachdisziplinen ein praktischer Engpass. Auf dem Bayerischen FachÀrztetag in Regensburg wurde auf erhebliche Wartezeiten hingewiesen, die sich bei MRT-Untersuchungen auf rund drei Monate und bei Hautkrebs-Screenings auf mindestens sechs Monate belaufen können.
Vor dem Hintergrund der von der Bundesregierung geplanten Versorgungsreform stellte dort ein HNO-Arzt aus Neutraubling ein Alternativmodell vor und Ă€uĂerte Kritik an den gegenwĂ€rtigen ReformvorschlĂ€gen.
