Polymarket-Skandal, Millionen

Polymarket-Skandal: 2,5 Millionen Euro Zahlungen ohne Werbekennzeichnung

06.06.2026 - 02:21:40 | boerse-global.de

Zahlungen von über 2,5 Millionen Euro über privates PayPal-Konto des Marketingchefs an Influencer werfen Fragen zur Einhaltung von FTC-Werberichtlinien auf.

Polymarket: Millionen-Zahlungen an Influencer ohne Werbekennzeichnung
Polymarket-Skandal - Hands typing on a laptop, surrounded by screens showing social media and financial data, hinting at undisclosed influencer payments. 06.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine Untersuchung hat Verbindungen zwischen dem Marketing-Chef des Unternehmens und Zahlungen in Millionenhöhe aufgedeckt.

Undurchsichtige Zahlungsströme über PayPal

Zwischen Januar 2025 und Februar 2026 soll Matthew Modabber, Chief Marketing Officer von Polymarket, mehr als 2,5 Millionen Euro über sein privates PayPal-Konto an über 800 Empfänger überwiesen haben. Das geht aus einem Bericht hervor, der am Freitag veröffentlicht wurde.

Anzeige: Die undurchsichtigen Zahlungen an Influencer werfen Fragen auf: Wie erkennen Sie als Nutzer, ob ein Beitrag auf X bezahlt ist? Unser kostenloser Report liefert eine praktische Checkliste und aktuelle Regulierungs-Updates. Jetzt Report anfordern

Mindestens 350.000 Euro davon flossen demnach an 20 Content-Creator, die anschließend über 490 Mal auf der Plattform X für Polymarket warben. Das Problem: Viele dieser Beiträge enthielten keine Kennzeichnung als bezahlte Werbung. Dabei schreiben die Regeln der US-Handelsaufsicht FTC genau das vor – eine klare Offenlegung finanzieller Verbindungen zwischen Unternehmen und Werbepartnern.

Zu den namentlich genannten Empfängern zählen Shane Ginsberg (über 77.000 Euro) vom Account "Street Poller", Brian Krassenstein (9.300 Euro) sowie Nick Shirley (3.100 Euro). Auch Riley Gaines und Alex LoRusso sollen Zahlungen erhalten haben.

Ein Influencer gab an, Polymarket habe sogar konkrete Textvorlagen für die Beiträge geliefert. Das Unternehmen selbst bezeichnete die Partnerschaften als übliche Geschäftspraxis, machte aber keine Angaben zu Offenlegungspflichten, Steuerberichterstattung oder der Nutzung privater Konten für Firmenzahlungen.

Juristische Altlasten und neue Vorwürfe

Die Affäre trifft Polymarket in einer heiklen Phase. Das Unternehmen versucht derzeit, wieder legal in den USA Fuß zu fassen – nachdem es 2022 per Vergleich von US-Kunden abgeschnitten wurde. Rund 112 Millionen Euro investierte Polymarket in den Kauf einer lizenzierten heimischen Börse.

Doch die Probleme reißen nicht ab. In Südkorea läuft eine erste Untersuchung gegen heimische Nutzer der Plattform. In den USA ermittelt das Justizministerium gegen Michele Spagnuolo, einen Google-Ingenieur, dem Insiderhandel auf Polymarket vorgeworfen wird.

Auch intern gibt es Bewegung: Am Donnerstag beendete Polymarket die Zusammenarbeit mit George Santos. Der umstrittene Ex-Kongressabgeordnete war zuvor bereits von der Konkurrenzplattform Kalshi gesperrt worden – wegen mutmaßlicher Wetten auf eigene öffentliche Auftritte.

Kongress will politische Wetten verbieten

Anzeige: Polymarket zahlte über 350.000 Euro an Content-Creator – ohne Werbekennzeichnung. Erfahren Sie in unserem Leitfaden, wie Sie transparente Partnerschaften sicherstellen und rechtliche Fallstricke vermeiden. Leitfaden jetzt sichern

Die Enthüllungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem der US-Kongress über schärfere Regeln für Prognosemärkte debattiert. Der republikanische Abgeordnete Bryan Steil aus Wisconsin treibt ein Gesetz voran, das Abgeordneten, ihren Mitarbeitern und Kandidaten Wetten auf Wahlergebnisse oder politische Ereignisse verbieten soll.

Die geplanten Einschränkungen sollen an das Gesetz H.R. 7008 angehängt werden, das eigentlich den Aktienhandel von Politikern reguliert. Sport- und Unterhaltungswetten blieben erlaubt. Der Senat hatte bereits Ende April ein entsprechendes Verbot für seine Mitglieder verabschiedet.

Vertreter von Polymarket und Kalshi trafen sich in dieser Woche mit Abgeordneten, während das Repräsentantenhaus über die neuen Regulierungsgrenzen berät. Die Frage bleibt: Wie viel Transparenz ist der Branche zuzumuten – und wie viel Kontrolle braucht der Markt?

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69490567 |