Post-Covid, Zehnwöchiges

Post-Covid: Zehnwöchiges Programm mindert laut NaShPoCo die Symptomlast

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 08:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien beleuchten Stressfolgen und zeigen AnsĂ€tze von AtemĂŒbungen bis zu multimodaler UnterstĂŒtzung bei Post-Covid.

Mentale Gesundheit: Stress, Klimaangst und neue Wege der PrÀvention
Ein ruhiger Gebirgssee in einer unberĂŒhrten Naturlandschaft, der die morgendliche Lichtstimmung widerspiegelt. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Medienberichte analysieren zunehmend Trends, die mentale Resilienz als ganzheitliches Konzept verstehen. Psychische Widerstandskraft wird dabei lĂ€ngst nicht mehr als rein isoliertes psychologisches PhĂ€nomen betrachtet, sondern als Zusammenspiel aus körperlicher Verfassung, sozialem Umfeld, Arbeitsbedingungen und Ă€ußeren EinflĂŒssen. Verschiedene Initiativen und wissenschaftliche Untersuchungen beleuchten derzeit, welche Faktoren das seelische Gleichgewicht maßgeblich prĂ€gen.

Belastungsfaktoren von Arbeitswelt bis Klimakrise

Wie stark der Druck auf die Bevölkerung lastet, verdeutlichen aktuelle Erhebungen. Im Rahmen der Initiative „Unter Druck – Wie Stress uns krank macht“ des ORF zeigen Studien, dass rund 70 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher hĂ€ufig oder sehr hĂ€ufig gestresst sind.

Als Hauptursachen gelten berufliche Anforderungen, finanzielle Sorgen, familiĂ€re Belastungen sowie Umweltfaktoren wie LĂ€rm und Hitze. Chronischer Stress zieht nicht nur Schlafstörungen, Reizbarkeit oder Konzentrationsprobleme nach sich, sondern Ă€ußert sich auch körperlich durch Kopfschmerzen, Herz-Kreislauf-Beschwerden und eine SchwĂ€chung des Immunsystems.

Gleichzeitig rĂŒcken neue gesellschaftliche Dimensionen in den Blick der Forschung. Dr. Ahlke Kip vom Institut fĂŒr Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der UniversitĂ€t Freiburg benennt vier spezifische Wirkungswege des Klimawandels auf die Psyche: akute Naturkatastrophen, langfristige UmweltverĂ€nderungen wie Temperaturanstiege und Luftverschmutzung, gesellschaftliche Folgen sowie zukunftsgerichtete Klimaangst.

Befragungen zeigen dabei Werte von teils rund 70 Prozent fĂŒr Klimaangst, wobei junge Menschen sowie Personen mit schlechterem sozioökonomischem Status in besonders betroffenen LebensrĂ€umen ein erhöhtes Risiko fĂŒr depressive Symptome und Ängste aufweisen.

Auch im Berufsleben und im Leistungssport wĂ€chst das Problembewusstsein. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und SuizidprĂ€vention, betont, dass etwa jeder fĂŒnst bis sechste Erwachsene im Laufe des Lebens an einer Depression erkrankt, Frauen dabei doppelt so hĂ€ufig wie MĂ€nner. Auch leistungsfĂ€hige Mitarbeiter könnten schwer erkrankt sein.

Anzeige

Wer sich mit den Folgen von Dauerstress und Erschöpfung befasst, sollte die Rolle des Nervensystems nicht unterschĂ€tzen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt, wie Sie mit gezielten Übungen Ihre SelbstheilungskrĂ€fte aktivieren und fĂŒr mehr innere Energie sorgen. Kostenlosen Vagusnerv-Ratgeber jetzt herunterladen

Im Spitzensport fordert die Initiative „Mehr als Muskeln“ gemeinsam mit Athleten Deutschland einen offeneren Umgang mit mentaler Gesundheit. Die frĂŒhere SĂ€belfechterin LĂ©a KrĂŒger verweist darauf, dass dieses Thema kein Randaspekt sein dĂŒrfe, sondern gemeinsame Verantwortung in Training, Betreuung und sozialer Absicherung erfordere.

Körperliche und integrative Methoden zur Selbstregulation

Angesichts dieser Herausforderungen rĂŒcken konkrete Methoden zur Selbsthilfe und PrĂ€vention in den Fokus. Kontrollierte Studien zur langsamen Atmung belegen messbare Effekte: Ein Rhythmus von circa vier Sekunden Einatmen, sechs Sekunden Ausatmen und einer Pause von ein bis zwei Minuten ĂŒber eine Dauer von drei bis fĂŒnst Minuten senkt bei etwa sechs Zyklen pro Minute Herzfrequenz und Blutdruck, reduziert Stresshormone wie Adrenalin und verbessert die HerzfrequenzvariabilitĂ€t. Vergleichsstudien zeigen dabei Ă€hnliche Entlastungseffekte bei Angst und Erschöpfung wie nach einem kurzen Nickerchen.

Wie integrative AnsĂ€tze bei chronischen ErschöpfungszustĂ€nden wirken, untersucht das Zentrum fĂŒr Naturheilkunde und Planetare Gesundheit am UniversitĂ€tsklinikum Essen.

Die NaShPoCo-Studie unter der Leitung von Dr. Heidemarie Haller zeigt in Zwischenergebnissen, dass ein zehnwöchiges multimodales Programm die Symptomlast bei Post-Covid-Patienten mindert. Das Programm kombiniert Bausteine wie Hydrotherapie nach Kneipp, ErnÀhrungsberatung, Mind-Body-Verfahren, pflanzliche Arzneimittel, Pacing, Ohrakupunktur und Yoga.

Anzeige

Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass schon wenige Minuten tĂ€glicher Übung den Blutdruck und das Stresslevel positiv beeinflussen können. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie die stille Kraft Ihres Nervensystems nutzen, um Erschöpfung auf natĂŒrlichem Weg entgegenzuwirken. Vagus-Therapie: Kostenlosen Report & Trainingsvideo sichern

Struktureller Wandel im Gesundheitssystem

Experten plĂ€dieren parallel fĂŒr strukturelle VerĂ€nderungen. In einem Positionspapier des Bosch Health Campus gemeinsam mit der AOK Baden-WĂŒrttemberg fordert Prof. Mark Dominik Alscher eine grundlegende PrĂ€ventionswende weg von der reinen Krankheitsbehandlung hin zu messbaren gesunden Lebensjahren.

Da Studien zufolge ĂŒber 50 Prozent der Menschen in Deutschland eine problematische oder unzureichende Gesundheitskompetenz aufweisen, brauche es eine systematische StĂ€rkung dieser FĂ€higkeiten, multiprofessionelle PrimĂ€rversorgungszentren vor Ort und den gezielten Einsatz digitaler Instrumente.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70262764 |