WhatsApp, Iran

WhatsApp ist zurĂŒck: Iran hebt einige Internetsperren auf

24.12.2024 - 18:52:31

PrÀsident Peseschkian hatte im Wahlkampf ein baldiges Ende der Internetsperren versprochen. Nun gibt es erste Fortschritte.

Der Iran hat das Verbot von Google Play und WhatsApp aufgehoben. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete, wurden die Anwendungen vom zustĂ€ndigen Cyberzentrum wieder freigeschaltet. Dies sei ein erster Schritt, schon bald sollen weitere Apps folgen, hieß es. 

Nach den Massenprotesten im Jahr 2022 waren die InternetbeschrĂ€nkungen unter der damaligen erzkonservativen Regierung verschĂ€rft worden. Ziel war es, die Verbreitung von Informationen, Bildern und Videos ĂŒber die Proteste zu verhindern. 

Der seit rund einem halben Jahr amtierende PrÀsident Massud Peseschkian jedoch bezeichnete Internet-Verbote im 21. Jahrhundert als absurd und versprach, diese umgehend zu beenden. Nun kann er einen Etappensieg gegen die Hardliner vermelden. Doch ob auch andere im Land beliebten Dienste wie Instagram, Facebook, X oder Telegram freigeschaltet werden, blieb zunÀchst offen.

Ein großer Teil der mehr als 85 Millionen Iraner ignoriert die Internetverbote und umgeht die Sperren ĂŒber geschĂŒtzte Netzwerkverbindungen (VPN). Solche VPN-Tunnel können es so aussehen lassen, als wĂ€re ein Nutzer in einem anderen Land. Zudem ist fast die gesamte politische FĂŒhrung des Landes selbst auf verbotenen Plattformen wie X und Instagram aktiv. 

Der schiitische Klerus im Iran betrachtet das Internet als Gefahr fĂŒr das theokratische Herrschaftssystem. Viele Apps wĂŒrden von auslĂ€ndischen Feinden Irans gesteuert, um im Land Unruhe zu stiften, lautet die Argumentation hĂ€ufig. Zudem habe das Internet die Rolle der staatlichen Medien und die kontrollierte Berichterstattung massiv untergraben, so die Logik.

@ dpa.de