Probiotika-Studie: Lactobacillus fermentum lÀsst 2,7 kg Fett schmelzen
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fermentierte Lebensmittel boomen â doch was bringt Joghurt am Abend wirklich, und welche Probiotika halten, was sie versprechen? Aktuelle Studien liefern neue Antworten.
Joghurt am Abend: Mehr als nur ein Snack
Die Tageszeit entscheidet offenbar darĂŒber, wie gut unser Körper fermentierte Milchprodukte verwertet. Joghurt enthĂ€lt die AminosĂ€ure Tryptophan, die als Vorstufe fĂŒr das Schlafhormon Melatonin dient. ZusĂ€tzlich unterstĂŒtzt das enthaltene Casein-Protein die Muskelsynthese wĂ€hrend der Nachtruhe.
Ein eiweiĂreiches FrĂŒhstĂŒck mit etwa 0,3 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht fördert dagegen die SĂ€ttigung ĂŒber den Tag. Die Kombination macht's: 50 Gramm Haferflocken liefern rund 170 Kilokalorien sowie je 5 Gramm EiweiĂ und Ballaststoffe. Die enthaltenen Beta-Glucane sĂ€ttigen â fermentierte Produkte ergĂ€nzen diesen Effekt durch ihren Proteingehalt.
Probiotika-Studie: Vielversprechende Ergebnisse
Eine im Fachjournal Nutrients veröffentlichte Studie liefert neue Daten zur Wirksamkeit spezifischer Probiotika. In der zwölfwöchigen Untersuchung mit 77 ĂŒbergewichtigen Erwachsenen testeten Forscher drei StĂ€mme des Bakteriums Lactobacillus fermentum (6 Milliarden KBE pro Tag). Das Ergebnis: Die Probiotika-Gruppe verlor im Vergleich zur Kontrollgruppe 2,7 Kilogramm mehr Fett.
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Zudem beobachteten die Wissenschaftler eine positive Korrelation mit der Knochenmineraldichte. Die Autoren betonen jedoch die Notwendigkeit gröĂerer klinischer Versuchsreihen, bevor allgemeine Empfehlungen ausgesprochen werden können.
Fermentierte Pflanzenkost: Individuelle Lösungen gefragt
Parallel erschien in Nature Reviews Microbiology eine Ăbersichtsarbeit zu fermentierten pflanzlichen Lebensmitteln wie Kimchi oder Sauerkraut. Forscher der University of Pennsylvania und weiterer internationaler Institute sehen groĂes Potenzial in personalisierten ErnĂ€hrungsstrategien zur Beeinflussung des Mikrobioms.
Eine allgemeingĂŒltige Regel fĂŒr den Konsum existiert demnach nicht â die individuelle Reaktion des Mikrobioms variiert zu stark.
Vorsicht bei Laktoseintoleranz und Darmerkrankungen
Trotz der potenziellen Vorteile warnen Experten vor pauschalen Empfehlungen. Bei Laktoseintoleranz oder chronisch-entzĂŒndlichen Darmerkrankungen kann der abendliche Verzehr von Milchprodukten zu Verdauungsbeschwerden fĂŒhren. Pflanzliche Alternativen oder Produkte aus Schaf- und Ziegenmilch bieten sich an, enthalten jedoch oft weniger Kalzium.
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Auch bei Hausmitteln ist Vorsicht geboten: Die Kombination von Olivenöl und Zitronensaft kann zwar bei Verstopfung helfen, ist bei Gastritis oder Reflux-Problemen aber nicht ratsam. Der Hamburger Proktologe Dr. Eugen Bellon entkrĂ€ftet derweil die Sorge vor einem durch AbfĂŒhrmittel trĂ€ge werdenden Darm. Er empfiehlt stattdessen mechanische Hilfsmittel wie Toilettenhocker.
Wenn Medikamente und Ballaststoffe kollidieren
Ein oft unterschĂ€tzter Faktor: Die löslichen Ballaststoffe in Haferflocken können die Aufnahme von Arzneistoffen behindern. Betroffen sind unter anderem Statine, SchilddrĂŒsenhormone (Levothyroxin) und Herzmedikamente wie Digoxin. Apotheker raten zu einem zeitlichen Abstand von mindestens zwei Stunden zwischen Verzehr und Medikamenteneinnahme.
Auch beim Koffein gilt: Wer um 22 Uhr schlafen möchte, sollte nach 16 Uhr auf koffeinhaltige GetrĂ€nke verzichten. Koffein stört nachweislich den Tiefschlaf â die letzte Zufuhr sollte mindestens sechs Stunden vor dem Zubettgehen liegen.
