Probiotika, Alzheimer

Probiotika und Alzheimer: KL-P301 senkt Biomarker in 24-Wochen-Studie

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 18:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine 24-wöchige Untersuchung verzeichnete bessere Werte in einzelnen Kognitionstests sowie niedrigere Plasma-pTau181- und IL-1?-Werte.
Laborausrüstung mit Glasphiolen und medizinischen Proben in einer sterilen Forschungsumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die Verbindung zwischen der mikrobiellen Besiedlung des Darms und der Funktion des menschlichen Gehirns rückt zunehmend in den Mittelpunkt der neurologischen Forschung. Eine im Journal of Alzheimer's Disease erschienene klinische Untersuchung aus Südkorea liefert neue Hinweise darauf, wie gezielte probiotische Gaben kognitive Parameter und spezifische Biomarker bei älteren Menschen beeinflussen können.

Verbesserungen bei Kognitionstests und Alzheimer-Biomarkern

Gegenstand der Untersuchung an der sogenannten Gwangju-Kohorte war die tägliche Verabreichung des Multistamm-Probiotikums KL-P301 über einen Zeitraum von 24 Wochen. Das Präparat setzt sich aus den Bakterienstämmen Bifidobacterium animalis, Limosilactobacillus fermentum und Levilactobacillus brevis zusammen. Untersucht wurden ältere Erwachsene, bei denen bereits frühe kognitive Beeinträchtigungen festgestellt worden waren.

Im Vergleich zur Kontrollgruppe, die ein Placebo erhielt, erzielten die Probanden unter Probiotika-Einnahme bessere Bewertungen in mehreren kognitiven Testverfahren. Die Studienautoren stellten dabei Verbesserungen auf der Clinical Dementia Rating Scale fest.

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Zudem zeigten sich positive Effekte bei Aufgaben zur visuellen Interpretation, zur räumlichen Organisation sowie beim Zeichnen komplexer Figuren. Allerdings waren nach Angaben der Forschenden nicht sämtliche vorgenommenen Vergleiche statistisch signifikant.

Neben den rein neuropsychologischen Tests erfasste die Studie auch physiologische Marker im Blut. Dabei zeigte sich bei den Teilnehmern der Probiotika-Gruppe ein signifikanter Rückgang des Alzheimer-Biomarkers Plasma-pTau181 im Vergleich zur Placebo-Gruppe.

Reduktion von Entzündungswerten in der Studienkohorte

Die Untersuchung wurde im Rahmen der südkoreanischen GARD-Kohorte durchgeführt. Zu Beginn des Versuchs waren 100 Teilnehmer randomisiert worden. Insgesamt 87 Probanden schlossen die 24-wöchige Untersuchung planmäßig ab, davon 40 Personen in der Probiotika-Gruppe und 47 in der Kontrollgruppe.

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Neben den kognitiven Markern und dem Tau-Protein analysierten die Autoren auch Entzündungsreaktionen im Körper. Demnach sank der Entzündungsfaktor Interleukin-1? (IL-1?) in der Gruppe, die das Multistamm-Präparat eingenommen hatte, stärker als in der Placebo-Gruppe. Dieser Befund stützt die Hypothese, dass entzündungshemmende Mechanismen über den Darmtrakt Auswirkungen auf neurodegenerative Prozesse haben könnten.

Vorläufige Ergebnisse und Bedarf an weiteren Untersuchungen

Trotz der gemessenen Effekte ordnen die beteiligten Wissenschaftler die Erkenntnisse als vorläufig ein. Zwar liefern die Daten zur Reduktion von Plasma-pTau181 und IL-1? sowie die Teilerfolge in kognitiven Tests Anhaltspunkte für das Potenzial mikrobieller Therapien, dennoch bleiben weiterführende Überprüfungen notwendig.

Die Studienautoren betonen, dass größere Studien mit bildgebenden Verfahren erforderlich sind, um die Effekte genauer zu verifizieren. Insbesondere der Einsatz der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) sei künftig nötig, um strukturelle Veränderungen und Proteinablagerungen im Gehirn direkt sichtbar zu machen und die Aussagekraft der bisherigen Biomarker-Ergebnisse abzusichern.

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