Profifußball: Demenzrisiko steigt um das Fünffache
29.06.2026 - 14:18:26 | boerse-global.de
Eine aktuelle Studie liefert nun neue Daten – mit differenzierten Ergebnissen.
REPIMPACT-Studie: Keine kurzfristigen Schäden bei Jugendlichen
Das LMU Klinikum hat die REPIMPACT-Studie durchgeführt. Veröffentlicht wurde sie am heutigen Montag in der Fachzeitschrift JAMA Network Open. Die Forscher beobachteten 130 jugendliche Fußballer über eine ganze Saison hinweg. Zum Vergleich dienten Sportler aus kontaktarmen Disziplinen.
Das Ergebnis: Über den Zeitraum einer Saison fanden die Wissenschaftler keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Weder bei der Kognition noch bei der Hirnstruktur oder -funktion gab es auffällige Abweichungen.
Allerdings entdeckten die Forscher einen wichtigen Hinweis: Bestimmte Biomarker für Hirnschädigungen waren zu Saisonbeginn erhöht. Die Autoren warnen daher: Die langfristige Studienlage spreche eine andere Sprache. Häufiges Kopfballspiel bleibt potenziell schädlich für das Gehirn.
Profifußball: Demenzrisiko steigt um das Fünffache
Noch deutlicher wird die Gefahr im Profibereich. Ein Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zeigt: Ehemalige Profifußballer haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Demenz und Alzheimer. Beobachtungsstudien belegen diesen Zusammenhang.
Die entscheidende Frage: Entstehen die Schäden durch die Summe der vielen kleinen Kopfbälle? Oder sind es die heftigen Zusammenstöße und Stürze, die das Risiko treiben?
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Die Ärzte Zeitung liefert konkrete Zahlen: Pro Spiel und Spieler kommen im Profifußball durchschnittlich sechs Kopfbälle zusammen. Besonders kritisch sind Schädel-Hirn-Traumata nach heftigen Kollisionen. Das Demenzrisiko kann dadurch im Laufe einer Profikarriere um das Fünffache steigen.
WM 2026: Kopfballtore entscheiden Spiele
Die aktuelle Weltmeisterschaft zeigt, wie wichtig das Kopfballspiel sportlich ist. Gleich mehrere entscheidende Szenen fielen per Kopf.
Harry Kane traf am Samstag per Kopf zum 2:0-Endstand für England gegen Panama. Mit insgesamt elf WM-Treffern ist er nun der erfolgreichste englische Torschütze der WM-Geschichte. Auch Kroatiens Sieg gegen Ghana am Sonntag entschied ein Kopfball: Nikola Vlasic traf in der 83. Minute nach Vorlage von Luka Modric.
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Besonders dramatisch war das Unentschieden zwischen Österreich und Algerien. Sasa Kalajdzic köpfte in der sechsten Minute der Nachspielzeit den Ausgleich zum 3:3. Damit sicherte er seiner Mannschaft den Einzug in die K.o.-Runde. Nach dem Tor scherzte er über die Gefahr einer Gehirnerschütterung durch die Jubelstürme seiner Mitspieler. Ein kleiner Hinweis darauf, wie präsent das Thema Kopfgesundheit selbst in den größten Erfolgsmomenten ist.
