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Projekt Pontes: EZB verbindet Blockchain mit TARGET am 21. September

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 21:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mit Pontes will die EZB ab September DLT-Netzwerke an TARGET anbinden und Zentralbankgeld für institutionelle Blockchain-Abwicklungen nutzbar machen.

EZB startet Pontes: Brücke zwischen DLT und TARGET
Moderne Serverinfrastruktur mit Glasfaserkabeln zur Darstellung der digitalen Transformation von Zentralbankgeld. Illustration mit AI erstellt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) bereitet den nächsten großen Schritt in der Digitalisierung des Finanzsystems vor. Am 21. September 2026 soll das Projekt Pontes offiziell in Betrieb gehen. Dabei handelt es sich um eine technologische Brücke, die Distributed-Ledger-Technologien (DLT) mit dem etablierten TARGET-System der EZB verknüpft.

Diese Ankündigung folgt auf wegweisende Forderungen der EZB-Direktorin Isabel Schnabel, die eine tiefgreifende Integration von Zentralbankgeld in Blockchain-Infrastrukturen vorantreibt.

Überlegenheit gegenüber privaten Stablecoins

Bereits Ende August betonte Isabel Schnabel im Rahmen des Jackson-Hole-Symposiums die Notwendigkeit, Zentralbankgeld direkt „onchain“ verfügbar zu machen. Nach ihrer Einschätzung stellen Zentralbankreserven das ultimative Abwicklungsvermögen dar, das privaten Stablecoins in entscheidenden Punkten überlegen sei.

Schnabel argumentierte, dass Stablecoins die unabhängige Fähigkeit fehle, in Phasen marktweiten Stresses die notwendige Liquidität bedarfsgerecht zu skalieren.

Durch die Verlagerung auf die Blockchain könne die Sicherheit und Stabilität von Zentralbankgeld mit der Effizienz moderner Netzwerke kombiniert werden. Ziel sei es, die Rolle der Zentralbank als Ankerpunkt der Finanzstabilität auch in einer zunehmend digitalisierten Asset-Landschaft zu sichern.

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Programmierbarkeit durch Smart Contracts

Ein zentraler Aspekt der neuen Strategie ist die Transformation von Zentralbankgeld in einen programmierbaren Vermögenswert. Durch den Einsatz von Smart Contracts auf DLT-Plattformen könnten komplexe Finanzoperationen künftig automatisiert ablaufen.

Isabel Schnabel verwies darauf, dass Mechanismen wie die Anpassung von Zinssätzen, die Prüfung von Sicherheitenanforderungen sowie die Steuerung von Zugangsbedingungen sofort und ohne manuelle Zwischenschritte erfolgen könnten. Diese technologische Neuerung verspricht eine erhebliche Beschleunigung der Abwicklungsprozesse im Interbankenverkehr.

Projekt Pontes als technologische Schnittstelle

Die praktische Umsetzung dieser Vision beginnt im September mit dem Startschuss für das Projekt Pontes. Die DLT-zu-TARGET-Brücke ist darauf ausgelegt, TARGET zunächst mit ausgewählten DLT-Plattformen zu verbinden, um den reibungslosen Austausch von Werten zu ermöglichen. Es handelt sich hierbei ausdrücklich um ein Großhandels-Interbanken-Projekt.

Im Gegensatz zum geplanten digitalen Euro für Privatkunden richtet sich Pontes ausschließlich an Finanzinstitute und deren Abwicklungserfordernisse im institutionellen Bereich.

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Historische Basis und langfristige Roadmap

Die EZB stützt sich bei der aktuellen Entwicklung auf umfangreiche Erfahrungswerte. Bereits im Jahr 2024 wurden DLT-Trials durchgeführt, in denen ein Settlement-Volumen von 1,6 Milliarden Euro verarbeitet wurde.

An diesen Versuchen waren 64 Teilnehmer beteiligt, die 58 verschiedene Anwendungsfälle aus neun Jurisdiktionen erprobten. Einen weiteren wichtigen Schritt vollzog die Zentralbank im März 2026, als sie begann, DLT-basierte Vermögenswerte offiziell als Sicherheiten zu akzeptieren.

Für die kommenden Jahre sieht die Roadmap weitere Meilensteine vor. Bis zum Jahr 2028 soll das Projekt Appia, welches die Möglichkeiten eines gemeinsamen Ledgers (Common Ledger) untersucht, einen Blueprint für die künftige Infrastruktur liefern.

Auch der digitale Euro für den Einzelhandel nimmt Formen an: Ein Pilotprojekt ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant, während eine mögliche tatsächliche Ausgabe der digitalen Währung für das Jahr 2029 in Aussicht gestellt wird.

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