Prolotherapie, Hüftarthrose

Prolotherapie bei Hüftarthrose: Bessere Schmerzkontrolle nach 6 und 12 Monaten

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 17:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei 41 Patienten verbesserten sich Schmerz und Beweglichkeit nach Prolotherapie stärker als mit Übungen; ein Prothesenersatz ist nicht belegt.
Ein heller, minimalistischer Behandlungsraum in einer orthopädischen Praxis mit einer leeren Therapieliege. Illustration mit AI erstellt.

Injektionstherapien gewinnen im Bereich der regenerativen Medizin zunehmend an Aufmerksamkeit, insbesondere bei chronischen Schmerzen des Bewegungsapparats. Eine im Fachjournal Medical Science Monitor erschienene Untersuchung unter der Leitung des Orthopäden Doç.

Dr. Serkan Akpancar befasste sich mit dem Einsatz der sogenannten Prolotherapie bei Arthrose infolge einer entwicklungsbedingten Hüftdysplasie. Nach Angaben der beteiligten Forscher handelt es sich dabei um die erste wissenschaftliche Arbeit, die eine Injektionsbehandlung speziell für dieses Patientenkollektiv analysiert.

Studienergebnisse zur Schmerzlinderung und Funktion

Die Untersuchung umfasste insgesamt 41 Patienten und 46 betroffene Hüften. Die Probanden wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: Während ein Teil der Teilnehmer eine Prolotherapie erhielt, absolvierte die Kontrollgruppe ein kontrolliertes, gestuftes Übungsprogramm.

Die Ergebnisse zeigten bei den Patienten der Prolotherapie-Gruppe nach 6 sowie nach 12 Monaten eine statistisch bessere Schmerzkontrolle und eine deutlichere Funktionsverbesserung im Vergleich zur reinen Übungsgruppe. Der erfasste Schmerzscore sank nach Ablauf eines Jahres spürbar.

Trotz dieser Resultate dämpften die Autoren der Studie überzogene Erwartungen. Die Daten belegen keineswegs, dass die Prolotherapie eine Hüftprothese ersetzen oder einen operativen Eingriff dauerhaft abwenden kann. Um die langfristige Wirkung und Sicherheit verlässlich beurteilen zu können, seien weiterführende Untersuchungen über längere Zeiträume und mit größeren Patientengruppen erforderlich.

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Wirkweise und klinischer Ablauf des Verfahrens

Bei der Prolotherapie handelt es sich um eine Methode aus dem Feld der regenerativen Medizin. Dabei wird eine konzentrierte Zuckerlösung – meist Dextrose beziehungsweise Glukose in einer Konzentration von 15 bis 25 Prozent – zusammen mit Lidocain und einer Kochsalzlösung gezielt in geschädigte Bänder oder Sehnen injiziert. Nach Klinikangaben soll dieser Reiz die körpereigene Geweberegeneration stimulieren.

Nach einer Injektion können Schmerzen für etwa zwei Wochen anhalten. Für diesen Zeitraum gelten spezifische Verhaltensempfehlungen: Patienten sollten auf intensive Sportarten sowie längere Fahrten verzichten und keine Antiphlogistika einnehmen. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen wird eine ärztliche Abklärung empfohlen.

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Einordnung in die Evidenzlage und regulatorischer Status

Die wissenschaftliche Evidenz für die Prolotherapie bleibt je nach Anwendungsgebiet uneinheitlich. Eine Evidenzbewertung der US-amerikanischen Veteranenbehörde (VA) aus dem Jahr 2024 ergab, dass eine Dextrose-Prolotherapie bei Plantarfasziitis und dem sogenannten Tennisellenbogen die Schmerzfunktion im Vergleich zu einer reinen Kochsalzinjektion verbessern könnte.

Allerdings stuften die Gutachter die Sicherheit der zugrundeliegenden Evidenz als niedrig ein. Bei Schultererkrankungen, die mit einer Schleimbeutelentzündung und Läsionen der Rotatorenmanschette einhergehen, zeigte die Prolotherapie zudem eine langsamere Funktionserholung als eine Behandlung mit Steroidinjektionen.

Auch regulatorisch und finanziell ist das Verfahren begrenzt anerkannt: Das Verfahren verfügt über keine Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA und wird in der Regel weder von Medicare noch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Fachleute diskutieren die Methode im breiteren Spektrum regenerativer Ansätze. Bei Fachtagungen wie dem Workshop „Pain and Regenerative Rehabilitation“ (PIT PERDOSRI XXV) werden regenerative Therapien – darunter PRP-Prolotherapie, Sekretom und Stammzellen – insbesondere hinsichtlich einer sorgfältigen Patientenselektion, der allgemeinen Behandlungssicherheit und der zielgerichteten Verknüpfung mit rehabilitativen Maßnahmen debattiert.

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