Prostatakrebs bei Männern ab 80: Hüftfrakturrisiko erreicht 87,3 Prozent
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei Männern mit einer Neudiagnose von Prostatakrebs besteht bei mehr als jedem Zehnten ein erhöhtes Risiko für künftige Hüftfrakturen. Laut einer Untersuchung, die in der Fachzeitschrift Prostate Cancer and Prostatic Diseases erschienen ist und über die agingresearch.news am 14. Oktober 2026 berichtete, wiesen 11,6 Prozent der betroffenen Patienten ein hohes Zehn-Jahres-Hüftfrakturrisiko von mindestens 3 Prozent auf.
Die Auswertung macht deutlich, dass die Knochengesundheit bereits zum Zeitpunkt der Krebsdiagnose eine wesentliche Rolle für die langfristige Versorgung spielt.
Deutlicher Anstieg des Risikos mit fortschreitendem Alter
Die Untersuchung stützt sich auf die Daten von 25.413 Männern im Alter zwischen 50 und 89 Jahren, die innerhalb eines US-amerikanischen Gesundheitssystems behandelt wurden.
Die Analyse der Altersgruppen verdeutlicht eine erhebliche Zunahme der Gefährdung im höheren Lebensalter: Während der Gesamtdurchschnitt bei 11,6 Prozent lag, stieg der Anteil der Patienten mit einem hohen Zehn-Jahres-Hüftfrakturrisiko bei den über 65-Jährigen auf 20,5 Prozent. Bei Männern in der Altersspanne von 80 bis 89 Jahren erreichte dieser Wert sogar 87,3 Prozent.
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Im Gegensatz zu den Werten für isolierte Hüftfrakturen fiel die Gefährdung im Hinblick auf allgemeine schwere Knochenbrüche deutlich geringer aus. Demnach hatten lediglich 0,2 Prozent der untersuchten Männer ein hohes Risiko für eine schwere osteoporotische Fraktur.
Unterschiede nach ethnischer Zugehörigkeit und methodische Grenzen
Neben dem Lebensalter zeigten sich in der Erhebung auch deutliche Abweichungen entlang ethnischer Merkmale. Bei der Auswertung nach Ethnie wiesen weiße Männer mit 15,5 Prozent den höchsten Anteil mit einem erhöhten Zehn-Jahres-Hüftfrakturrisiko auf.
Bei Männern aus der Gruppe der Asiaten und Pazifikinsulaner lag der Wert bei 7,3 Prozent, gefolgt von Hispanics mit 4,8 Prozent und schwarzen Männern mit 1,4 Prozent. Wurde die Berechnung ohne eine entsprechende ethnische Kalibrierung vorgenommen, veränderten sich diese Vergleichswerte auf 14,9 Prozent für Asiaten und Pazifikinsulaner, 10,9 Prozent für Hispanics sowie 8,1 Prozent für Schwarze.
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Die Autoren weisen zugleich auf methodische Einschränkungen der Erhebung hin. Bei den ausgewerteten Parametern handelte es sich um rechnerisch ermittelte Risikoscores, die ohne den Einsatz direkter Knochendichtemessungen erstellt wurden.
Zudem erfasste der Datensatz der Kohorte keine tatsächlich eingetretenen Frakturereignisse im Nachbeobachtungszeitraum, sondern bildete ausschließlich die statistische Wahrscheinlichkeit zu Beginn der Krebsdiagnose ab.
