Prostatakrebs, Therapie

Prostatakrebs: Neue Therapie senkt Progressionsrisiko um 28%

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 02:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Joe Bidens Prostatakrebs hat sich ausgebreitet. Neue Studien zeigen Fortschritte: Eine Kombinationstherapie senkt das Progressionsrisiko um 28 Prozent, eine App hilft gegen Fatigue.

Bidens Krebserkrankung: Neue Therapien und digitale Innovationen in der Onkologie
Moderne medizinische Umgebung in einer Onkologie-Praxis mit hochwertigen Geräten und professioneller Atmosphäre. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Metastasen haben sich ausgebreitet, die Schmerzen nehmen zu. Hunter Biden sprach am 8. August 2026 offen über den Gesundheitszustand seines Vaters, des 83-jährigen Joe Biden. Der im Mai 2025 diagnostizierte aggressive Prostatakrebs hat sich in die Knochen und darüber hinaus ausgebreitet. Die Erkrankung ist mit erheblichen Schmerzen und einem hohen Grad an Erschöpfung verbunden.

Bereits vor der Diagnose deuteten Symptome auf die Schwere der Erkrankung hin. Jill Biden berichtete am 5. August 2026 von einer massiv gesteigerten nächtlichen Miktionsfrequenz. Seit Oktober 2025 läuft die Behandlung mit Strahlen- und Hormontherapien. Das Ziel: langfristige Kontrolle, nicht Heilung.

Neue Therapie senkt Progressionsrisiko um 28 Prozent

Währenddessen zeigt die Forschung neue Wege auf. Eine im Fachmagazin The Lancet veröffentlichte Phase-3-Studie (PSMAddition) belegt: Der Einsatz von 177Lu-PSMA-617 zusätzlich zur Standardtherapie senkt das Risiko für Progression oder Tod bei PSMA-positivem metastasiertem Prostatakrebs um 28 Prozent. Die US-Gesundheitsbehörde FDA erteilte Ende Juli 2026 die Zulassung für diese frühe Anwendung.

App-basierte Betreuung gegen Fatigue bei Brustkrebs

Auch digital tut sich etwas. Eine Studie der Charité, veröffentlicht in JAMA Oncology, untersuchte die Wirkung eines App-basierten Monitorings (PRO-B) bei 909 Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs in 52 Zentren. Das Ergebnis: Die App „ida care“ reduziert tumorbedingte Fatigue signifikant und verbessert die körperliche Funktionsfähigkeit. Die Patientinnen empfinden die anlassbezogene persönliche Betreuung als ständige ärztliche Präsenz im Alltag.

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Rund 68.000 Frauen in Deutschland sind betroffen. Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) empfiehlt die Übernahme in die Regelversorgung. Die Krankenkassen BARMER, DAK und mkk planen ein Angebot für das vierte Quartal 2026.

Wenn Schmerzmittel nicht mehr helfen

Bei Patienten, denen herkömmliche Schmerzmittel keine Linderung bringen, kommen interventionelle Verfahren zum Einsatz. Am Derriford Hospital dokumentierten Ärzte den Einsatz intrathekaler Morphinpumpen bei Palliativpatienten. Eine Patientin mit Darmkrebs erreichte durch diese Methode Schmerzfreiheit und konnte in einen aktiven Alltag zurückkehren. Hochspezialisiert, aber bislang nur für wenige geeignet.

Die palliative Wundversorgung setzt neue Schwerpunkte. Die EWMA-Leitlinie betont bei malignen Wunden und Dekubitus: Symptomlinderung vor Heilung. Schmerzen treten bei über 50 Prozent der Patienten mit fungierenden Wunden auf, bei 60 Prozent mit Dekubitus. Effektives Exsudatmanagement und Geruchskontrolle sind essenziell. Metronidazol-Gel und Silberverbände gelten als wirksam.

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Bewegung als Therapie, Investitionen als Signal

Bewegung gewinnt an Bedeutung. Seit Mai 2025 ermöglicht ein Versorgungsvertrag zwischen der FPZ GmbH und der Debeka Versicherten mit Krebserkrankungen Zugang zu hybriden Bewegungsprogrammen – digitale Plattformen kombiniert mit physischem Training.

International setzt Vivio Health auf kulturelle Anpassung: Eine spanischsprachige Leitlinie für das Management von metastasiertem Brustkrebs soll 2026 vorgestellt werden. Und Gilead investiert rund 32 Milliarden US-Dollar in sein US-Geschäft, um die onkologische Forschung auszubauen.

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