Prostatakrebs-OP: 408 Patienten zeigen Vorteile durch Therapie davor und danach
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 18:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deBei der Behandlung von Patienten mit neu diagnostiziertem Hochrisiko-lokalisiertem oder lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom rĂŒcken intensivierte Behandlungsstrategien rund um den operativen Eingriff verstĂ€rkt in den Fokus der klinischen Forschung.
Eine beim europÀischen Krebskongress ESMO 2026 in Madrid vorgestellte und zeitgleich im Fachjournal European Urology publizierte Substudie der Phase-III-Untersuchung PROTEUS analysiert die klinischen Effekte einer perioperativen Kombinationstherapie im direkten Vergleich zur alleinigen chirurgischen Versorgung.
Ăberlegenheit gegenĂŒber alleiniger chirurgischer Intervention
Die vom Dana-Farber Cancer Institute mitinitiierte Untersuchung analysierte eine intensivierte Therapie mit dem Androgenrezeptor-Inhibitor Apalutamid in Kombination mit einer Androgendeprivationstherapie (ADT).
Bei den 408 randomisierten Patienten umfasste das Schema jeweils sechs Monate der medikamentösen Behandlung vor sowie sechs Monate nach einer radikalen Prostatektomie mit pelviner Lymphadenektomie.
Wie Alberto Briganti aus Mailand am 26. Oktober 2026 auf dem Kongress darlegte, war die Subanalyse erforderlich, da auch der regulÀre Kontrollarm der PROTEUS-Studie eine perioperative Androgendeprivation erhielt. Vor diesem Hintergrund wurde im VerhÀltnis 1:3 zusÀtzlich die alleinige chirurgische Therapie als Vergleichsgruppe getestet.
Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 37,8 Monaten erwies sich die perioperative Kombinationstherapie dem rein operativen Vorgehen als ĂŒberlegen. Das eventfreie Ăberleben verbesserte sich um 62 Prozent.
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Zudem verringerte sich das Risiko fĂŒr eine Metastasierung oder den Tod um 51 Prozent, wĂ€hrend das Risiko fĂŒr eine notwendige Folgetherapie um 71 Prozent sank. Drei Jahre nach dem Eingriff hatten 50 Prozent weniger Patienten in der Kombinationsgruppe eine Folgetherapie begonnen als im Arm mit alleiniger Operation.
Methodik und Ergebnisse der Phase-III-Hauptstudie
Die neuen Erkenntnisse ergĂ€nzen die zuvor beim Onkologiekongress ASCO 2026 vorgestellten und von Taplin und Kollegen im New England Journal of Medicine (Band 395, Seiten 546â560) veröffentlichten Daten der PROTEUS-Hauptstudie.
In dieser doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Arbeit wurden 2.109 Patienten mit neu diagnostiziertem Hochrisiko-lokalisiertem oder lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom im VerhÀltnis 1:1 randomisiert. Insgesamt 1.057 Teilnehmer erhielten sechs Zyklen ADT kombiniert mit Apalutamid, wÀhrend 1.052 Patienten eine Behandlung mit ADT und Placebo durchliefen.
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Als duale primĂ€re Endpunkte fungierten die pathologische Komplettremission beziehungsweise eine minimale Resterkrankung â definiert als ypT0 oder ein Resttumor von höchstens 5 Millimetern bei maximal ypT2 â sowie das metastasenfreie Ăberleben, erfasst ĂŒber Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Knochenszintigraphie oder PSMA-PET.
Die Auswertung der Hauptstudie belegte eine neunfach erhöhte Wahrscheinlichkeit fĂŒr eine geringe oder nicht mehr nachweisbare Tumorlast zum Operationszeitpunkt unter Apalutamid plus ADT.
GegenĂŒber der alleinigen Androgendeprivation verringerte die zusĂ€tzliche Gabe von Apalutamid das Metastasierungs- oder Todesrisiko um 20 Prozent und verzögerte den Beginn einer Folgetherapie um 33 Monate, wĂ€hrend die beobachteten Nebenwirkungen mit frĂŒheren Daten konsistent blieben.
