Prostatavergrößerung: 92% Erfolgsquote mit minimalinvasiven Verfahren
Veröffentlicht: 18.07.2026 um 17:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Rund die Hälfte aller 50-jährigen Männer ist betroffen, bei den über 70-Jährigen sind es bis zu 80 Prozent. Während bei etwa 80 Prozent der Patienten eine medikamentöse Therapie ausreicht, rücken für die übrigen Fälle moderne interventionelle Methoden in den Fokus.
Laser, Dampf und Embolisation als Alternative
Die klinische Praxis bietet heute mehrere minimalinvasive Techniken. Neben der monopolaren und bipolaren Resektion kommt die Plasmatechnologie zum Einsatz – sie ermöglicht hohe Präzision bei der Gewebeentfernung und schont das umliegende Gewebe.
Ergänzt wird das Spektrum durch die Laserablation, die Dampfthermotherapie (Rezum-Verfahren) und die Prostataarterienembolisation (PAE), die ganz ohne chirurgischen Eingriff auskommt. Aktuelle Daten belegen: Bei rund 92 Prozent der Fälle zeigt sich ein guter Krankheitsverlauf. Die Wahl der Methode wird zunehmend individuell auf den Patienten abgestimmt, um Komplikationen zu minimieren.
Roboter und KI halten Einzug in den OP-Saal
Ein zentraler Trend in der Urologie ist die Automatisierung und Digitalisierung von Eingriffen. Auf der Fachkonferenz RUFCON in Indien diskutierten Experten am 17. Juli über die Zukunft der roboterassistierten Chirurgie mit Künstlicher Intelligenz und Augmented Reality. Die Technologien verbessern die Ergonomie für Operateure und erhöhen die Präzision bei komplexen Eingriffen.
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Die Vorteile liegen auf der Hand: geringerer Blutverlust, kleinere Schnitte und kürzere Krankenhausaufenthalte. In Niederösterreich ist für den 5. August der Einsatz eines weiteren Operationsroboters im Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf geplant – die jährlichen Betriebskosten liegen bei rund einer Million Euro. Parallel dazu werden Fachkräfte etwa in Vietnam gezielt in der roboterassistierten laparoskopischen Chirurgie geschult.
Von der BPH zur Tumortherapie
Die Fortschritte bei der Prostatahyperplasie überschneiden sich mit Entwicklungen in der onkologischen Urologie. Das Plasma-Skalpell-System kommt nicht nur bei gutartigen Vergrößerungen zum Einsatz, sondern auch bei Tumoren im Frühstadium. Die Hochintensive Fokussierte Ultraschalltherapie (HIFU) zeigt ebenfalls Potenzial: Eine Langzeitbeobachtung aus dem Jahr 2024 ermittelte bei urologischen Tumoren eine Überlebensrate von knapp 90 Prozent nach 30 Monaten.
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Zunehmend gewinnt die Hybridtechnik an Bedeutung – sie kombiniert chirurgische Eingriffe mit interventionell-radiologischen Maßnahmen. Das ermöglicht etwa die Behandlung komplexer Gefäßproblematiken in einer einzigen Sitzung. „Durch solche kombinierten Ansätze können wir den Blutverlust signifikant senken und die Erholungszeit verkürzen", erklärte ein Fachmediziner Mitte Juli.
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