Protein-Eiskaffee, Markt

Protein-Eiskaffee: Markt wächst 85 Prozent, Rohstoffkrise bremst

21.06.2026 - 12:12:47 | boerse-global.de

Der Markt für Protein-Eiskaffee wächst rasant, doch historisch hohe Whey-Preise bremsen die Hersteller aus.

Protein-Kaltgetränke-Boom: Neue Produkte trotz Rohstoffknappheit
Protein-Eiskaffee - Ein erfrischender Eiskaffee in einem modernen Glas, mit einem dezenten Proteinpulver-Wirbel, vor einem minimalistischen Hintergrund. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Markt für proteinhaltige Kaltgetränke explodiert – doch die Hersteller kämpfen mit einer historischen Rohstoffknappheit.

Neue Produkte für den Sommer-Hype

Am heutigen Sonntag bringt Vilgain einen laktosefreien Protein-Eiskaffee auf den Markt. Die 330-Milliliter-Packung kommt ohne Zuckerzusatz aus und liefert 33 Gramm Milcheiweiß. Basis ist Robusta-Extrakt.

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Parallel setzt Vetain auf pflanzliche Alternativen. Das Unternehmen launcht ein veganes Protein-Iced-Coffee-Pulver aus Erbsen-, Ackerbohnen- und Kürbiskernprotein. Pro Portion sind 20 Gramm Eiweiß enthalten – plus 134 Milligramm Koffein.

Flankiert wird der Trend von Kaffeekonzentraten. Marken wie Nestlé mit dem Nescafé Espresso Concentrate Style oder der Anbieter TryMoin profitieren vom Social-Media-Hype. Die Konzentrate ermöglichen schnelle Kaltgetränke – enthalten aber bei gesüßten Varianten teils über 6 Gramm Zucker pro 10 Milliliter.

Umsatzplus von 85 Prozent

Die Nachfrage ist enorm. Im deutschen Einzelhandel stieg der Umsatz mit Proteinpulver und verwandten Produkten von Januar bis Mai 2026 um 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Bereits 2025 zeigte sich die Dynamik: Die Schwarzwaldmilch Gruppe verzeichnete bei ihrer Protein-Linie ein Plus von 106 Prozent – ein wichtiger Treiber für den Gesamtumsatz von 271,4 Millionen Euro.

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Doch der Boom hat eine Schattenseite. Molkenprotein (Whey) wird knapp und teuer. Der Preis für das Konzentrat WPC80 stieg auf rund 32.000 US-Dollar pro Tonne. Zum Vergleich: 2023 lag er bei etwa 5.500 US-Dollar.

Die Folgen sind im Handel spürbar. Produkte führender Marken wie ESN und More Nutrition waren im Juni 2026 zeitweise nicht verfügbar.

Warum das Protein knapp wird

Fachleute nennen mehrere Gründe für die Verknappung. Die globale Nachfrage steigt rasant – befeuert unter anderem durch GLP-1-Medikamente zur Gewichtsreduktion. Diese Therapien werden oft mit proteinreicher Ernährung kombiniert.

Große US-amerikanische Kaffeeketten haben Protein-Optionen fest im Sortiment. Das bindet Kapazitäten. Gleichzeitig sanken die US-Exporte, etwa nach China, von Januar bis April 2026 um fast die Hälfte. Grund: der hohe Eigenbedarf in Nordamerika.

Die Industrie reagiert – langsam

Die Hersteller stellen sich neu auf. ESN setzt vermehrt auf alternative Produktpaletten. Große Molkereikonzerne wie DMK und die Bayerische Milchindustrie investieren in neue Anlagen.

Doch bis die Kapazitäten voll greifen, dauert es. Experten rechnen mit zwei bis drei Jahren. Internationale Großprojekte von Unternehmen wie Glanbia oder Agropur werden erst für 2027 bis 2029 erwartet.

Analysten gehen daher davon aus: Das hohe Preisniveau für Proteinerzeugnisse bleibt vorerst stabil. Der Protein-Eiskaffee-Boom wird von der Rohstoffkrise vorerst gebremst.

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