Psilocybin, Pilzwirkstoff

Psilocybin: Pilzwirkstoff schützt vor Chemo-Nebenwirkungen

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 06:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschende melden Potenziale von Pflanzenstoffen für Gehirn, Leber und Krebsmedizin, warnen aber zugleich vor Risiken einzelner Präparate.

Pflanzenstoffe: Neue Studien zeigen Chancen und Gesundheitsrisiken
Verschiedene Heilpflanzen und getrocknete botanische Proben auf einer hellen Steinfläche bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Untersuchungen im September 2026 identifizieren vielseitige gesundheitsfördernde Potenziale in verschiedenen Pflanzenextrakten. Die Schwerpunkte der aktuellen Forschung liegen auf Wirkungen für die Gehirngesundheit, Stoffwechselprozesse sowie Anwendungen in der Onkologie und Dermatologie. Dabei zeigt sich ein differenziertes Bild zwischen vielversprechenden therapeutischen Ansätzen und notwendigen Warnhinweisen für den Verbraucherschutz.

Therapeutische Ansätze in der Neurowissenschaft und Onkologie

Besondere Aufmerksamkeit widmet die Forschung derzeit der Modifikation psychoaktiver Substanzen für die medizinische Nutzung. Forscher der UC Davis untersuchten laut einem Bericht vom 9. September 2026 das LSD-Molekül und testeten neun Analoga.

Die Variante UCD0076, die auf zwei der vier Ergolin-Ringe reduziert wurde, zeigte in Versuchen keine Halluzinationen oder Herzrisiken, da sie kaum an die Rezeptoren 5-HT2A und 5-HT2B bindet.

Hingegen wurde eine hohe Affinität zum 5-HT2C-Rezeptor festgestellt. Bei Mäusen unterdrückte die Substanz psychedelische Effekte von 5-MeO-DMT, was auf ein Potenzial zur Behandlung von Schizophrenie, Epilepsie und Substanzmissbrauch hindeutet.

Parallel dazu veröffentlichte das Fachmagazin Science am 8. September 2026 eine Studie zum Einsatz von Psilocybin. In Versuchen schützte der Wirkstoff Mäuse vor chemotherapieinduzierter peripherer Neuropathie (CIPN), die durch Wirkstoffe wie Cisplatin oder Paclitaxel ausgelöst wird.

Zwei prophylaktische Dosen vor jedem Chemotherapiezyklus zeigten einen Schutz von bis zu acht Monaten, ohne den Tumor selbst zu beeinflussen. Eine klinische Studie mit etwa 80 Patienten soll im November am MD Anderson Cancer Center beginnen; erste Resultate werden für Anfang 2029 erwartet.

Im Bereich der pädiatrischen Forschung untersuchte eine doppelblinde Studie im Fachjournal Neurotherapeutics den Vollspektrum-Cannabisextrakt NTI164 bei 61 Kindern und Jugendlichen mit Autismus. Bei einer Dosierung von bis zu 20 mg/kg pro Tag über acht Wochen wurden Verbesserungen beim klinischen Gesamtschweregrad und der sozialen Responsivität beobachtet.

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Erkenntnisse zu Stoffwechsel und Lebergesundheit

In der Gastroenterologie rücken Inhaltsstoffe wie Liquiritigenin aus chinesischem Süßholz in den Fokus. Die Central South University in China belegte Ende August 2026 in Zell- und Mausversuchen, dass dieser Stoff die Lipidakkumulation in der Leber verringert und die Lipolyse steigert.

Auch Phytocannabinoide wie CBD und THC zeigen laut einer Übersichtsarbeit vom Juli 2022 hepatoprotektive Wirkungen über die Darm-Leber-Achse, indem sie nützliche Darmbakterien wie Akkermansia fördern.

Demgegenüber stehen kritische Bewertungen etablierter Nahrungsergänzungsmittel. Der Ernährungsmediziner Michalsen vom Immanuel Krankenhaus Berlin wies am 8. September 2026 darauf hin, dass Curcumin keinen relevanten Effekt auf den Blutdruck habe. Er warnte zudem vor Präparaten mit Curcumin und Piperin, bei denen das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) Leberschäden vermutet. Die maximale Tagesdosis sollte laut EFSA 3 mg pro Kilogramm Körpergewicht nicht überschreiten.

Prävention und Risikomanagement

Die Bedeutung modifizierbarer Lebensstilfaktoren für die Demenzprävention unterstrich die Alzheimer Forschung Initiative im September 2026. Unter Berufung auf die Lancet Commission 2024 könnten rund 45 % der weltweiten Demenzfälle verzögert oder verhindert werden, wenn 14 Risikofaktoren, darunter körperliche Inaktivität, angegangen würden.

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Ergänzend dazu zeigte eine Studie in der Fachzeitschrift Cell am 9. September 2026, dass eine um 30 % reduzierte Kalorienzufuhr bei Mäusen somatische Mutationen in Leber und Niere signifikant senkte.

Warnungen gibt es zudem für Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) erklärte am 8. September 2026, dass Silychristin aus Mariendistelextrakten den Schilddrüsenhormon-Transporter MCT8 hemmen und damit Beschwerden verstärken kann. Von einer Selbstbehandlung ohne ärztliche Abklärung wird dringend abgeraten.

In der Biotechnologie werden zudem neue Produktionswege für Nährstoffe erschlossen. Die TU Berlin präsentierte am 9. September 2026 ein Verfahren im Labormaßstab, bei dem die Alge Schizochytrium limacinum in 95 Stunden 33 g Biomasse für die DHA-Produktion erzeugte, was eine deutliche Steigerung gegenüber herkömmlichen Methoden darstellt.

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