Psoriasis-Arthritis: Orales Icotyde erreicht 58 Prozent ACR20-Ansprechen
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 17:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn der Behandlung von chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen zeichnet sich eine Erweiterung der therapeutischen Optionen ab. Für das oral einzunehmende Peptid Icotrokinra, das unter dem Namen Icotyde entwickelt wird, liegen positive Phase-3-Ergebnisse aus der klinischen Studie ICONIC-PsA 1 vor.
Der US-Gesundheitskonzern Johnson & Johnson stellte die Daten im Rahmen einer Spätpräsentation auf der Fachkonferenz ACR Convergence 2026 vor. Die Untersuchung konzentrierte sich auf Erwachsene mit aktiver Psoriasis-Arthritis, die zuvor noch keine Biologika-Therapie erhalten hatten.
Signifikante Verbesserungen an Gelenken und Haut
In der Phase-3-Studie mit 552 Teilnehmenden erreichte Icotyde in einer Dosierung von 200 mg den primären Studienendpunkt. Nach 16 Wochen erzielten 58% der behandelten Patientinnen und Patienten ein ACR20-Ansprechen, das eine mindestens zwanzigprozentige Verbesserung der Krankheitsaktivität anzeigt. In der Vergleichsgruppe unter Placebo lag dieser Wert bei 41%.
Auch bei anspruchsvolleren Kriterien fiel das Ansprechen nach 16 Behandlungswochen höher aus als im Kontrollarm: Ein ACR50-Ansprechen wurde von 29% unter Icotyde im Vergleich zu 16% unter Placebo erreicht, während ein ACR70-Ansprechen bei 13% gegenüber 5% verzeichnet wurde. Bei Patienten mit auswertbaren Hautsymptomen zeigte sich ebenfalls eine deutliche Besserung.
Einen IGA-Wert von 0 oder 1, der für erscheinungsfreie oder fast erscheinungsfreie Haut steht, wiesen 57% der Teilnehmenden auf, verglichen mit 14% unter Placebo (nominal p<0,001). Ein PASI-90-Ansprechen erreichten 37% unter dem Prüfmedikament gegenüber 6% in der Placebogruppe (nominal p<0,001).
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Im weiteren Verlauf bis Woche 24 stiegen die Ansprechraten weiter an. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Raten für ACR20 bei 69%, für ACR50 bei 40% und für ACR70 bei 18%.
Bei der Hautbeteiligung stieg der Anteil mit einem IGA-Wert von 0 oder 1 auf 64%, während ein PASI-90-Ansprechen bei 56% dokumentiert wurde. Neue Sicherheitssignale traten bis zur 24. Woche nicht auf.
Wirkmechanismus und Wettbewerbsumfeld
Icotyde ist das erste oral verabreichte Peptid, das gezielt den Rezeptor des Interleukin-23 (IL-23) blockiert. Das Medikament wird von Johnson & Johnson gemeinsam mit Protagonist Therapeutics entwickelt.
Während injizierbare Therapien wie Skyrizi und Bimzelx sowie orale Wirkstoffe wie Sotyktu und Otezla bereits im Markt vertreten sind, bietet die Peptid-Technologie die Möglichkeit einer gezielten Rezeptorblockade in Tablettenform statt per Injektion.
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Für die Indikation Psoriasis-Arthritis besitzt Icotyde bislang keine Zulassung. In den USA ist das Präparat jedoch bereits zur Behandlung der mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis bei Erwachsenen sowie bei Kindern ab zwölf Jahren mit einem Mindestkörpergewicht von 40 kg zugelassen.
Nach Angaben von David Lee von Johnson & Johnson sind Psoriasis und Gelenkentzündungen eng verknüpft, da rund 30% der Betroffenen mit Psoriasis im Laufe der Zeit auch eine Psoriasis-Arthritis entwickeln.
Aufgrund des breiten therapeutischen Potenzials prognostiziert Johnson & Johnson über mehrere Anwendungsgebiete hinweg einen jährlichen Spitzenumsatz von mehr als 5 Mrd. US-Dollar. Branchenanalysten stufen das Medikament vor diesem Hintergrund als künftigen Blockbuster ein.
