Psychiatrische, Versorgung

Psychiatrische Versorgung: MÀrkischer Kreis setzt auf StÀrkenorientierung

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 05:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der MĂ€rkische Kreis ĂŒberarbeitet sein Rahmenwerk fĂŒr psychiatrische Versorgung und Betreuung. Der Fokus liegt auf StĂ€rkenorientierung und der Vermeidung gesetzlicher Betreuung.

MĂ€rkischer Kreis: Neues Konzept fĂŒr Psychiatrie und Betreuung
Ein Sozialarbeiter in einem hellen, freundlichen BĂŒro in einem unterstĂŒtzenden GesprĂ€ch mit einem Klienten. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Im MĂ€rkischen Kreis wurde Mitte August 2026 eine umfassende Überarbeitung des strategischen Rahmens fĂŒr die psychiatrische Versorgung und die rechtliche Betreuung vorgestellt.

Das Konzept mit dem Titel „Auf StĂ€rken bauen“ definiert die Arbeitsweise und die Zielsetzungen des Sozialpsychiatrischen Dienstes sowie der Betreuungsbehörde neu. Die Region knĂŒpft damit an eine langjĂ€hrige Tradition in der psychiatrischen Hilfestellung an und setzt auf eine stĂ€rkere Individualisierung der UnterstĂŒtzungsleistungen.

Vorreiterrolle in der nordrhein-westfÀlischen Sozialpsychiatrie

Der MÀrkische Kreis nimmt in der Landschaft der sozialen Dienste in Nordrhein-Westfalen eine exponierte Stellung ein. Landrat Ralf Schwarzkopf unterstrich im Rahmen der Vorstellung des Papiers, dass der Kreis die einzige Gebietskörperschaft im Bundesland sei, die ein solches Konzept in veröffentlichter Form vorweisen könne. Bereits seit 25 Jahren gelte die Region als Vorreiter bei der strukturierten Umsetzung sozialpsychiatrischer Hilfsangebote.

Die Neufassung des Konzepts dient dazu, die bestehenden Strukturen an aktuelle Anforderungen anzupassen und die QualitĂ€t der Beratung und Begleitung fĂŒr die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger langfristig zu sichern. Dabei steht die institutionelle Transparenz im Vordergrund, um Betroffenen und Angehörigen einen klaren Leitfaden fĂŒr die verfĂŒgbaren UnterstĂŒtzungswege zu bieten.

Multiprofessionelle Teams als personelle Basis

Die operative Umsetzung des Konzepts stĂŒtzt sich auf ein multiprofessionelles Team, das aus insgesamt 33 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besteht. Diese FachkrĂ€fte decken ein breites Spektrum an Qualifikationen ab, um der KomplexitĂ€t psychischer Erkrankungen und sozialer Problemlagen gerecht zu werden.

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Zum Team gehören unter anderem zwei Ärzte, die durch Kooperationen mit dem Klinikum LĂŒdenscheid sowie der LWL-Klinik Hemer in die Arbeit des Dienstes eingebunden sind.

Das Aufgabengebiet des Personals umfasst die Betreuung und Beratung von Menschen, die von Depressionen, Suchtproblematiken oder Demenzerkrankungen betroffen sind. Durch die enge Verzahnung von medizinischer Expertise und sozialarbeiterischer Fachkompetenz soll eine ganzheitliche Versorgung sichergestellt werden, die ĂŒber die rein klinische Behandlung hinausgeht.

StÀrkenorientierung und Vermeidung gesetzlicher Betreuung

Ein zentraler Pfeiler des ĂŒberarbeiteten Konzepts ist die sogenannte StĂ€rkenorientierung. Anstatt ausschließlich Defizite oder Krankheitsbilder in den Fokus zu rĂŒcken, konzentriert sich der Ansatz darauf, die verbliebenen Ressourcen und Potenziale der Klienten zu identifizieren und zu fördern. Ziel ist es, die Selbstbestimmung der Betroffenen so weit wie möglich zu erhalten oder wiederherzustellen.

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In engem Zusammenhang mit diesem emanzipatorischen Ansatz steht das Bestreben, die Einrichtung gesetzlicher Betreuungen nach Möglichkeit zu vermeiden. Das Konzept sieht vor, dass die Betreuungsbehörde verstĂ€rkt prĂ€ventiv tĂ€tig wird. Ein wesentliches Instrument stellt hierbei die AufklĂ€rung ĂŒber Vorsorgevollmachten dar.

Durch eine frĂŒhzeitige und umfassende Information der Bevölkerung sollen individuelle Lösungen gefördert werden, die ein gerichtliches Betreuungsverfahren entbehrlich machen. Damit setzt der MĂ€rkische Kreis auf eine Strategie, die rechtliche Bevormundung durch frĂŒhzeitige Eigenvorsorge und gezielte ambulante Hilfen ersetzt.

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