Psychische, Belastung

Psychische Belastung: 20% der Kinder verletzen sich selbst

12.06.2026 - 01:02:02 | boerse-global.de

Studie zeigt: 20 Prozent der Kinder verletzten sich selbst. Politik und Experten fordern mehr Schutz vor digitaler Gewalt und Leistungsdruck.

Psychische Krise bei Jugendlichen: Alarmierende Selbstverletzungsrate
Psychische - Eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die zusammenstehen und widerstandsfĂ€hig und unterstĂŒtzend aussehen. 12.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Immer mehr junge Menschen leiden unter Leistungsdruck, Cybermobbing und ZukunftsÀngsten.

Professor Marcel Romanos von der Uniklinik WĂŒrzburg schlĂ€gt Alarm: Rund 20 Prozent der Kinder haben sich im vergangenen Jahr selbst verletzt. Als Hauptursachen nennt der Mediziner den wachsenden Leistungsdruck und digitale Gewalt.

Die Organisation Sternstunden reagiert und fördert aktuell sieben Projekte mit 2,6 Millionen Euro.

Anzeige: Fast jedes fĂŒnfte Kind hat sich im vergangenen Jahr selbst verletzt – und viele Eltern wissen nicht, wie sie die Anzeichen erkennen sollen. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen die 5 wichtigsten Warnsignale und eine praktische Checkliste gegen digitale Gewalt. Jetzt kostenlosen Eltern-Leitfaden anfordern

Hass an Schulen: Zahlen explodieren

Besonders im schulischen Umfeld nehmen Diskriminierung und Hass stark zu. Die Fachstelle fĂŒr Demokratie in MĂŒnchen registrierte 2025 insgesamt 154 Meldungen – fast dreimal so viele wie 2022.

Jeder dritte Vorfall war strafrechtlich relevant. In 66 Prozent der FĂ€lle waren SchĂŒler die Betroffenen, in 56 Prozent die TĂ€ter. Besonders brisant: Bei 19 Prozent der VorfĂ€lle gingen die Diskriminierungen von LehrkrĂ€ften aus.

Im Mai 2025 dokumentierten Behörden zudem gezielte Aktionen der IdentitÀren Bewegung an vier Gymnasien.

Justizministerin will SchutzlĂŒcken schließen

Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Jacqueline Bernhardt fordert schÀrfere Gesetze gegen digitale Gewalt. Auf der Justizministerkonferenz in Hamburg brachte sie einen Beschlussvorschlag ein: Die Anbahnung von Manipulationen im digitalen Raum soll unter Strafe gestellt werden.

Hintergrund sind gefĂ€hrliche PhĂ€nomene wie die „Blackout-“ oder „Blue-Whale-Challenges“. Bernhardt verweist auf den Fall „White Tiger“, der seit Januar 2026 vor dem Landgericht Hamburg verhandelt wird.

Ethikrat: Kein pauschales Social-Media-Verbot

Der Deutsche Ethikrat spricht sich gegen ein gesetzliches Mindestalter fĂŒr soziale Medien aus. Stattdessen empfehlen die Experten ein risikobasiertes Schutzkonzept. Dieses soll KI und Chatbots einbeziehen.

Gefordert werden technische Hilfsmittel fĂŒr Eltern und eine Altersverifikation direkt an den EndgerĂ€ten.

Das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) liefert dazu alarmierende Zahlen: Nur 47 Prozent der Eltern von 6- bis 13-JĂ€hrigen sprechen regelmĂ€ĂŸig mit ihren Kindern ĂŒber Online-AktivitĂ€ten. Bei den 14- bis 17-JĂ€hrigen sind es sogar nur 42 Prozent.

Das BSI rĂ€t: AltersbeschrĂ€nkungen aktivieren, In-App-KĂ€ufe sperren und App-Berechtigungen regelmĂ€ĂŸig prĂŒfen.

PrÀvention durch Bildung

Anzeige: Nur 47% der Eltern sprechen regelmĂ€ĂŸig mit ihren Kindern ĂŒber Online-AktivitĂ€ten – dabei ist genau das der SchlĂŒssel zum Schutz. Unser Leitfaden gibt Ihnen konkrete GesprĂ€chsstrategien und 3 Resilienz-Übungen fĂŒr Ihr Kind. Eltern-Leitfaden jetzt sichern

Neben Gesetzen gewinnen praxisnahe Projekte an Bedeutung. In Karlsruhe gewannen GrundschĂŒler mit ihrem Stop-Motion-Film „Das Ekelpaket“ einen Hauptpreis gegen Fake News und Hass.

In Mössingen startete das Training „Skills 4 Kids“ fĂŒr FĂŒnf- bis SiebenjĂ€hrige. Es vermittelt Strategien zur Konfliktlösung. Ähnliche Programme wie „Kids Strong“ in Hannover fokussieren auf Selbstverteidigung und verbale Grenzen.

Der Kinderschutzbund Willich veröffentlichte zudem einen Leitfaden fĂŒr den Übergang vom Kindergarten zur Schule. Spielerische Übungen sollen die Resilienz von Vorschulkindern stĂ€rken.

de | wissenschaft | 69523488 |