Psychische, Erkrankungen

Psychische Erkrankungen: 16,7% aller Krankheitstage gehen darauf zurück

25.06.2026 - 16:32:59 | boerse-global.de

Studien belegen präventive und therapeutische Effekte von Sport bei Depressionen und Verhaltensproblemen. Experten fordern mehr Bewegung im Alltag.

Psychische Gesundheit: Bewegung als Schlüssel gegen Belastungen
Psychische - Eine Gruppe von Menschen in einem modernen Büro, einige arbeiten konzentriert, andere machen achtsame Dehnübungen. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Studien zeigen: Ob Nordic Walking bei Depressionen oder Spielen im Freien bei Kindern – körperliche Aktivität wirkt präventiv und therapeutisch.

Arbeitswelt unter Druck: Psychische Erkrankungen auf Rekordniveau

Auf dem 11. Präventionsforum in Berlin warnten Experten am Mittwoch vor den Folgen psychischer Belastungen im Job. 2024 waren psychische Störungen für 16,7 Prozent aller Krankheitstage verantwortlich – Rang drei der häufigsten Ursachen. Noch dramatischer: Bei den Erwerbsminderungsrenten liegt ihr Anteil bei 42 Prozent.

Gründe dafür gibt es viele. Digitalisierung, Technostress und mangelnde Führungskompetenz treiben die Zahlen nach oben. Ein Lösungsansatz heißt „Chronoworking“: Arbeitszeiten, die sich am individuellen Biorhythmus orientieren. Eine Studie in Frontiers of Psychology bestätigt: Die Schlafqualität ist entscheidend für die Gesundheit. Die Klinik Wartenberg analysiert dafür sogar Haarwurzeln, um den Chronotyp zu bestimmen.

Für Unternehmen gibt es Hilfe: Ein Online-Workshop der IHK Magdeburg und Halle-Dessau am Freitag vermittelt Gesprächsführung und Prävention im Ausbildungsalltag.

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Kinder im Fokus: Draußenspielen senkt Verhaltensrisiken

Die Basis für stabile mentale Gesundheit entsteht früh. Forscher der University of Exeter fanden heraus: Kinder zwischen zwei und four Jahren, die häufig draußen spielen, haben bis zum achten Lebensjahr ein deutlich geringeres Risiko für Verhaltensprobleme. Jeder zusätzliche Spieltag pro Woche verbessert die Chancen auf ein gesundes mentales Profil um 6 bis 14 Prozent.

Doch die körperliche Fitness der Kleinen sinkt. Das Fitnessbarometer 2026 der Kinderturnstiftung Baden-Württemberg zeigt: Der Gesamt-Fitnessindex fiel von 57,0 Punkten vor der Pandemie auf 53,2 Punkte. Besonders die Ausdauerwerte leiden. Dabei sind aktive Kinder seltener von Ängsten oder sozialem Rückzug betroffen. Für Kinder mit ADHS empfiehlt Psychiater Johannes Hennings täglich 20 Minuten Bewegung. Sportarten wie Yoga oder Klettern könnten durch die Anregung der Nervenzellplastizität Stress reduzieren.

Bewegung als Therapie: Nordic Walking schlägt Antidepressiva?

Auch bei Erwachsenen zeigt Bewegung erstaunliche Wirkung. Eine Studie im Journal of Affective Disorders belegt: Betreutes Nordic Walking verbessert depressive Symptome bereits nach fünf Wochen signifikant – besonders bei schweren Verläufen.

Für Senioren stehen Programme zur Sturzprävention und zum Erhalt kognitiver Fähigkeiten im Fokus. In Leoben bietet der Vital-Pass ein breites Kursangebot, koordiniert von Community Nurses. Der Anbieter Fit-and.fun setzt auf Kraft- und Gleichgewichtstraining für Menschen ab 60. In Stadtroda gibt es Ende Juni Rückenpilates und Seniorentraining. Und in Potsdam startet am Samstag eine begleitete Gesundheitswanderung für Demenzkranke und ihre Angehörigen.

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Besonders im Alter ist die Verknüpfung von körperlicher Aktivität und geistiger Fitness entscheidend, um Demenz aktiv vorzubeugen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Guide, welche 11 Alltagsübungen Ihr Gedächtnis und Ihre Konzentration nachweislich stärken. Kostenlosen Ratgeber für geistige Fitness herunterladen

Doch nicht jede Technik hilft. Eine Analyse im Journal of the American Heart Association untersuchte Wearables bei Herzpatienten. Zwar stieg die tägliche Schrittzahl um 1097 Schritte – aber klinische Verbesserungen blieben aus. Strukturierte Programme sind gefragt, wie sie der TSV Meerbusch ab Mitte August mit Yoga, Faszientraining und Zumba anbietet.

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