Psychische, Erkrankungen

Psychische Erkrankungen: 42% aller Erwerbsminderungsrenten gehen darauf zurück

25.06.2026 - 01:21:51 | boerse-global.de

Psychische Leiden verursachen 16,7 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage und sind Hauptgrund für Erwerbsminderungsrenten. Experten fordern mehr Prävention.

Psychische Erkrankungen: Hauptgrund für Erwerbsminderungsrenten
Psychische - Eine Person sitzt am Schreibtisch, den Kopf in den Händen, umgeben von verschwommenen Büroeinrichtungen, die Erschöpfung symbolisieren. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders alarmierend: 42 Prozent der Erwerbsminderungsrenten gehen auf seelische Leiden zurück. Die aktuellen Zahlen aus 2024 zeigen: Das Problem ist größer als viele denken.

Eine Studie der GPA aus dem Jahr 2026 untermauert den Trend. Mehr als ein Drittel der Beschäftigten glaubt nicht, den aktuellen Job bis zur Rente durchhalten zu können. Gefordert werden deshalb mehr betriebliche Gesundheitsförderung und die Anerkennung psychischer Leiden als Berufskrankheit.

Arbeitszeitdebatte: Schutz oder Flexibilität?

Das Arbeitsministerium legte im Juni 2026 einen Referentenentwurf vor, der den strikten Achtstundentag aufweichen soll – zumindest wenn Tarifverträge das regeln. Geplant sind bis zu 48 Stunden Wochenarbeitszeit plus eine Pflicht zur elektronischen Zeiterfassung.

Die Initiative AOP-GA, getragen von der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs), schlug Alarm. Die Experten warnen vor höheren Gesundheitsrisiken und pochen auf den Achtstundentag als Schutzmaßnahme. Der Hintergrund: 2024 leisteten Beschäftigte in Deutschland rund 638 Millionen unbezahlte Überstunden.

Prävention wird großgeschrieben

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Beim 11. Präventionsforum in Berlin diskutierten im Juni 2026 über 200 Fachleute über psychische Gesundheit in der digitalisierten Arbeitswelt. Dr. Stephan Fasshauer von der DGUV und Simone Borchardt vom BVPG forderten eine strukturelle Verankerung von Prävention.

Konkrete Angebote gibt es bereits:
- Die Universitätsmedizin Magdeburg plant für September 2026 eine Veranstaltung zu Warnsignalen von Stress und Burnout
- Die Universität Osnabrück richtete im Juni 2026 Stiftungsprofessuren für Berufsdermatologie und Gesundheitspädagogik ein
- Ende Juni 2026 starten Online-Workshops für Ausbildungsverantwortliche zur Krisenprävention im Ausbildungsalltag

Jugendliche besonders betroffen

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Die Forschung blickt zunehmend auf die Vorstufen der Belastung. Experten der Universität Heidelberg und der Ruhr-Universität Bochum diskutierten Konzepte wie „Mental Health Literacy“ und den Einfluss von Medienkonsum. Studien zeigen: Zwischen 30 und 50 Prozent der Jugendlichen fühlen sich regelmäßig gestresst. Frühzeitige Resilienztrainings könnten hier gegensteuern.

Auch physische Faktoren wie Hitzeperioden rücken in den Fokus. Medizinische Einrichtungen warnen: Konzentrationsstörungen, Schwindel und Erschöpfung bei hohen Temperaturen erhöhen nicht nur die Unfallgefahr – sie mindern auch die psychische Belastbarkeit. Empfohlen werden ausreichend Flüssigkeit und angepasste Arbeitsumgebungen.

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