Psychische Erkrankungen: 42% der Erwerbsminderungsrenten gehen darauf zurück
25.06.2026 - 23:31:16 | boerse-global.de
Das zeigt: Mentale Belastungen sind längst kein reines Privatproblem mehr.
Beim 11. Präventionsforum der Nationalen Präventionskonferenz (NPK) diskutierten am 23. Juni rund 200 Fachleute in Berlin über die Lage am Arbeitsplatz. Die Zahlen für 2024 sind alarmierend: Psychische Störungen waren die dritthäufigste Ursache für Fehlzeiten und verursachten 16,7 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage.
Die Digitalisierung treibt den Trend zusätzlich an. Technostress gilt als wachsende Belastung – aber auch als Chance für neue Präventionsansätze. Die Ergebnisse der Fachdiskussionen sollen nun in die nationale Präventionsstrategie einfließen.
Führungskräfte kündigen innerlich
Doch nicht nur Angestellte leiden. Der Gallup-Engagement-Index für Deutschland zeigt einen dramatischen Trend in den Führungsetagen: Fühlten sich 2020 noch 27 Prozent der Führungskräfte ihrem Unternehmen eng verbunden, sank dieser Wert auf gerade einmal 12 Prozent. Rund jeder dritte Verantwortliche sucht aktiv nach einer neuen Stelle.
Die Ursachen liegen auf der Hand: Ständige Transformation, fehlende Rückendeckung und ein empfundener Sinnverlust setzen den Chefs zu. Expertinnen wie Heike Bruch und Violeta Nikolic fordern deshalb ein moderneres Führungsverständnis. Hirnforscher Volker Busch betont: Resilienz ist trainierbar.
In der Praxis zeigen CEOs wie Leonhard Birnbaum (Eon), Bettina Orlopp (Commerzbank) oder Oliver Dörre (Hensoldt), wie es geht. Sie setzen auf Gelassenheit und Fokus – selbst in Krisenzeiten.
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30,5 Milliarden Euro liegen brach
Das wirtschaftliche Potenzial ist enorm. Eine BSI-Studie vom Februar 2026 beziffert den möglichen Produktivitätsgewinn durch eine bessere Vertrauenskultur auf 30,5 Milliarden Euro jährlich. Davon entfallen 22,1 Milliarden auf die psychische und 8,4 Milliarden auf die körperliche Gesundheit der Belegschaft. Grundlage der Studie: eine Befragung von 2.025 Personen.
KI könnte helfen – doch die Umsetzung stockt. Der Microsoft Work Trend Index 2026 zeigt: Organisatorische Faktoren entscheiden zu 67 Prozent über den Erfolg von KI-Projekten. Nur 19 Prozent der Firmen passen ihre Arbeitsabläufe entsprechend an. Und lediglich 36 Prozent der Führungskräfte trauen sich zu, die Funktionsweise von KI zu erklären.
Für die zweite Jahreshälfte ist mit Microsoft Scout ein neuer KI-Assistent angekündigt, der entlasten soll.
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Prävention beginnt in der Ausbildung
Der Fokus auf mentale Fitness startet früh. Am heutigen Donnerstag veranstalten die Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern aus Magdeburg und Halle-Dessau einen Online-Workshop für Ausbildungsverantwortliche. Im Zentrum: Gesprächsführung und konkrete Hilfsangebote bei psychischen Belastungen von Azubis.
Auch der Kongress upnxt, der am Montag und Dienstag in Berlin stattfand, unterstrich die Bedeutung von Optimismus und Innovation. Sprecher wie Frederik G. Pferdt und KI-Expertin Tina Klüwer diskutierten moderne Leadership-Ansätze. Die Ökonomin Monika Schnitzer betonte beim Fachkongress erwicon 2026 in Erfurt vor über 600 Teilnehmern: Psychische Belastbarkeit ist ein Pfeiler für wirtschaftliche Stabilität.
