Psychische Erkrankungen: Erstmals häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 02:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Depressionen, Ängste und Anpassungsstörungen haben im ersten Halbjahr 2026 erstmals Atemwegserkrankungen als häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit abgelöst. Das belegen aktuelle Daten der DAK Bayern.
Die Auswertung von rund 312.400 Versicherten zeigt einen Anstieg psychisch bedingter Fehlzeiten um 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig sanken Krankschreibungen wegen Atemwegserkrankungen um 25 Prozent. Der Gesamtkrankenstand lag bei 4,6 Prozent, die durchschnittliche Krankheitsdauer stieg leicht auf 9,6 Tage.
DAK-Landeschef Rainer Blasutto fordert vor diesem Hintergrund die Einführung einer Teilkrankschreibung. „Das würde den Wiedereinstieg in den Beruf flexibler machen“, so Blasutto.
Bildungsoffensive gegen den Stress
Die Paritätische Akademie NRW reagiert ab September 2026 mit einem kostenlosen Bildungsangebot. Die Themen: Führung, Pädagogik und Kinderschutz. Auch die Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen/Bremen zieht nach: Ab Januar 2027 startet dort eine digitale Veranstaltungsreihe zu Resilienz und mentaler Gesundheit in Kitas.
Die VHS Quickborn setzt auf Yoga: Im September 2026 bietet sie einen anerkannten Bildungsurlaub zur Stressreduktion an. In Sachsen plant man für Oktober 2026 einen Aktionstag unter dem Titel „Expedition Depression“ in Zwickau – mit Filmbeiträgen, Infoständen und einem Fachabend für Lehrkräfte. Sozialministerin Petra Köpping hat ihre Teilnahme zugesagt.
Chronische Belastungen und Erschöpfung sind oft eng mit einem überreizten Nervensystem verknüpft. Sportwissenschaftler erklären, wie Sie mit gezielten Übungen Ihren Vagusnerv aktivieren und so Ihr inneres Gleichgewicht auf natürliche Weise wiederfinden können. Kostenlosen PDF-Ratgeber zur Stressreduktion anfordern
Hilfe auf vielen Wegen
Neben den großen Programmen entstehen immer mehr spezialisierte Angebote:
Musiktherapie ohne Hürden: Die Alexianer Klinik Bosse in Wittenberg startet im August 2026 eine ambulante Musiktherapie für Erwachsene – ohne Voranmeldung.
Für Frauen: In Nürnberg begann im Juli eine neue Depressionsgruppe unter der Leitung der Gestalttherapeutin Irene Willuweit. In Bernau gibt es spezielle Kurse zur körperlichen und mentalen Stärkung für Frauen.
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Körperarbeit: Dresden und Bernau bieten Ende Juli sowie fortlaufend Sanftes Yoga und Bioenergetik nach Alexander Lowen an. Die Übungen sollen die Resilienz im Alltag fördern.
Natur erleben: Im Forstbotanischen Garten Köln ergänzen Waldbaden-Formate und „Morning Soul Walks“ das Angebot.
Die Vielfalt der Initiativen zeigt: Das Bewusstsein für psychische Gesundheit wächst – in der Gesellschaft ebenso wie in der Wirtschaft.
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