Psychische, Erkrankungen

Psychische Erkrankungen: Gen RBFOX1 reguliert 19 Depression-Gene

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 05:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Frauen leiden hÀufiger unter Depressionen, suchen aber seltener Hilfe. Neue Genstudien und TherapieansÀtze geben Hoffnung.

Psychische Gesundheit: Geschlechterkluft und neue Genforschung
Abstrakte Darstellung des Gehirns mit neuronalen Pfaden und integrierten Geschlechtssymbolen, umgeben von Datenvisualisierungen. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Studien zeigen: Frauen sind hÀufiger betroffen, zögern aber stÀrker, Hilfe zu suchen.

Angst vor Stigmatisierung

Rund 70 Prozent der Frauen in Vietnam scheuen sich, bei psychischen Problemen professionelle UnterstĂŒtzung zu holen. Das berichteten Experten Mitte Juli auf einer Fachkonferenz. Hauptgrund: Die Sorge, als schwach oder labil abgestempelt zu werden.

Weltweit leidet etwa jeder siebte Mensch an einer psychischen Störung, so die WHO. Depressionen und AngstzustĂ€nde treten bei Frauen doppelt so hĂ€ufig auf wie bei MĂ€nnern. Auch Burnout trifft Frauen hĂ€rter: 46 Prozent haben bereits ErschöpfungszustĂ€nde erlebt, bei MĂ€nnern sind es 38 Prozent. Besonders gefĂ€hrdet sind MĂŒtter nach der Geburt – etwa jede siebte Frau entwickelt eine Wochenbettdepression.

Gene als SchlĂŒssel zur Behandlung

Die Forschung macht Fortschritte bei den biologischen Ursachen. Eine Studie der UniversitĂ€t Barcelona identifizierte das Gen RBFOX1 als zentralen Regulator fĂŒr 19 Gene, die mit Depressionen und AngstzustĂ€nden zusammenhĂ€ngen. Das könnte personalisierte Therapien ermöglichen.

Warum manche Menschen widerstandsfÀhiger sind? Eine Untersuchung des Icahn School of Medicine at Mount Sinai liefert Hinweise. Die Forscher fanden heraus: Eine bestimmte nicht-kodierende RNA (LINC00473) fördert die Stressresilienz speziell bei Frauen. Die Studie erschien Mitte Juli in Science Advances.

Ein internationales Team unter Beteiligung der UniversitÀt Tartu identifizierte zudem 74 Genomregionen, die mit Angstsymptomen verbunden sind. Die Analyse wurde am 18. Juli in Nature Human Behaviour veröffentlicht.

Anzeige

Die neue Genforschung zeigt: Frauen sind doppelt so hĂ€ufig von Depression betroffen – doch das muss nicht sein. Entdecken Sie in diesem kostenlosen Report, wie Sie mit natĂŒrlichen Stimmungs-Boostern und gezielten Übungen Ihre Resilienz stĂ€rken. Jetzt Report anfordern

SSRI-Verschreibungen bei jungen Frauen stark gestiegen

Besonders auffÀllig sind die Daten aus Nordeuropa: Bei 18- bis 29-jÀhrigen Frauen stieg die Verschreibung von Antidepressiva (SSRI) von 7,1 Prozent (2016) auf 11,5 Prozent (2025). Bei Teenager-MÀdchen verdoppelte sich die Rate fast auf 7,1 Prozent. Zuletzt hat sich der Trend stabilisiert.

In Deutschland bleibt die Lage angespannt. Der Krankenstand sank 2025 zwar leicht auf 5,83 Prozent – psychische Erkrankungen nahmen seit 2016 aber um ĂŒber 50 Prozent zu. Die Wartezeit auf einen Therapieplatz betrĂ€gt rund fĂŒnf Monate. Grund: Es fehlen etwa 7.000 Kassensitze.

Streit um digitale Patientenakte

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) schlĂ€gt Alarm. PrĂ€sidentin Dr. Andrea Benecke kritisiert den Kabinettsentwurf zum Gesundheits-Digital-Gesetz (GeDIG). Geplant ist, dass Krankenkassen auf Basis der elektronischen Patientenakte (ePA) Leistungsempfehlungen aussprechen dĂŒrfen. „Das greift massiv in das VertrauensverhĂ€ltnis zwischen Therapeut und Patient ein“, warnt Benecke.

Lichtblicke: Neue TherapieansÀtze

Anzeige

Wartezeiten auf einen Therapieplatz von rund fĂŒnf Monaten sind frustrierend – doch es gibt Wege, die Zeit sinnvoll zu ĂŒberbrĂŒcken. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie mit einfachen Übungen und einer Checkliste Ihre psychische Gesundheit aktiv unterstĂŒtzen. Hilfreichen Leitfaden jetzt sichern

Neben Medikamenten gewinnen alternative Behandlungen an Bedeutung. Eine Studie im World Journal of Psychiatry (19. Juli) zeigt: Die Kombination von Phototherapie und dem Wirkstoff Agomelatin hilft Ă€lteren Patienten deutlich besser als eine Einzeltherapie – sowohl bei SchlafqualitĂ€t als auch Stimmung.

Auch Bewegung wirkt: Eine Studie des M. D. Anderson Cancer Center belegte, dass regelmĂ€ĂŸiges Qigong-Training wĂ€hrend einer Strahlentherapie depressive Symptome bei Brustkrebspatientinnen mindert. Die positiven Effekte hielten noch drei Monate nach der Behandlung an.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

de | wissenschaft | 69799809 |