Psychische Gesundheit: Frauen haben 60% mehr Fehltage im Job
Veröffentlicht am: 03.06.2026 um 13:32 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer DAK-Psychreport 2025 zeigt: Auf 100 weibliche Versicherte kamen 2024 insgesamt 431 Fehltage â rund 60 Prozent mehr als bei MĂ€nnern.
Die Ărztin Frauke Bataille sieht ein zentrales Problem in der Selbstentfremdung in der Lebensmitte. Ihr Rat: âIn kleinen Schritten wieder einen Zugang zu den eigenen Emotionen finden.â Das helfe, der Erschöpfung entgegenzuwirken.
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Das Wellness-Paradoxon: Mehr Angebote, weniger Wohlbefinden
Die Wellness-Branche boomt â doch das persönliche Wohlbefinden steigt nicht mit. Das Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) spricht von einem âWellness-Paradoxonâ. Die aktive Suche nach dem WohlfĂŒhlen erzeugt offenbar zusĂ€tzlichen Druck.
Besonders betroffen: Junge Menschen zwischen 16 und 24 Jahren. Mehr als die HĂ€lfte steht hĂ€ufig unter Zeitdruck. Gleichzeitig greifen 84 Prozent zu NahrungsergĂ€nzungsmitteln. Die Forscherin Christine SchĂ€fer beschreibt Wellness als âReparaturwerkstatt fĂŒr ein erschöpftes Subjektâ. Wirtschaftlich ist das PhĂ€nomen gigantisch: Die globale Wellness-Ăkonomie erreichte 2024 ein Volumen von 6,8 Billionen US-Dollar.
Hilfe fĂŒr PflegekrĂ€fte und Erzieher
In emotional belastenden Berufen wird die Abgrenzung immer wichtiger. Das Zentrum fĂŒr QualitĂ€t in der Pflege (ZQP) veröffentlichte im Juni 2026 einen Ratgeber zum Umgang mit SchamgefĂŒhlen im Pflegealltag. Expertin Daniela Sulmann betont: âOffener Austausch und klare Regeln verhindern sozialen RĂŒckzug und schĂŒtzen die hĂ€usliche Pflege.â
Konkrete Fortbildungen sind bereits geplant. Im Juni 2026 findet in Hannover eine Schulung zum gesunden Umgang mit NĂ€he und Distanz fĂŒr BetreuungskrĂ€fte statt. PĂ€dagogische FachkrĂ€fte können sich im April 2027 in Meppen mit starken GefĂŒhlen bei Kindern und eigener SelbstfĂŒrsorge beschĂ€ftigen.
Promis und Philosophen: âNein sagen lernenâ
Der Schauspieler Tom Schilling betonte Anfang Juni 2026: âDie FĂ€higkeit, Nein zu sagen, schĂŒtzt die eigene IntegritĂ€t.â Komikerin Ilka Bessin ergĂ€nzt: Selbstliebe bedeute vor allem, den aktuellen Zustand anzunehmen â statt stĂ€ndiger Optimierung.
Der Philosoph Bazon Brock plĂ€dierte anlĂ€sslich seines 90. Geburtstags Anfang Juni 2026 fĂŒr eine radikale Akzeptanz des Lebensendes: âDen Tod als Teil des Lebens begreifen â die Ewigkeit im Augenblick suchen.â
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Medizinische Warnungen: Depression als Risikofaktor
Eine finnische Studie mit ĂŒber 18.000 Teilnehmenden unter 23 Jahren zeigt: Psychische Beschwerden bei Jugendlichen mit Genderdysphorie bleiben auch nach medizinischen Eingriffen oft bestehen. Der Facharzt Alexander Korte fordert deshalb eine sorgfĂ€ltige psychologische AbklĂ€rung vor Eingriffen.
Die Stiftung Gesundheitswissen und die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Kardiologie (DGK) warnen zudem: Depressionen sind ein signifikanter Risikofaktor fĂŒr Herzerkrankungen. Ihre Empfehlung: Stress reduzieren und Austausch in Selbsthilfegruppen suchen.
