Psychische Krise an italienischen Schulen: Lehrer leiden unter Dauerstress
23.05.2026 - 18:38:53 | boerse-global.de
Das zeigt die aktuelle TALIS-Studie der OECD. Italien liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt von 22 Prozent.
Alte Belegschaft, hoher Druck
Die Zahlen zeichnen ein düsteres Bild. Fast die Hälfte der italienischen Lehrkräfte ist über 50 Jahre alt. Nur drei Prozent sind jünger als 30. Italien hat damit eine der ältesten Lehrerschaften im OECD-Raum.
Das Belastungsniveau steigt. Rund zehn Prozent der Lehrer berichten von sehr hohem Stress – vier Prozentpunkte mehr als 2018. Hauptgrund: Bürokratie. Für 56 Prozent ist der administrative Aufwand die größte Belastungsquelle.
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Die Unzufriedenheit mit dem Gehalt bleibt konstant hoch. Nur 23 Prozent sind mit ihrer Bezahlung zufrieden. Zum Vergleich: Im OECD-Schnitt sind es 39 Prozent.
Burnout als Berufskrankheit?
Mediziner schlagen Alarm. Vittorio Lodolo D’Oria, Experte für berufsbedingten Stress, warnt: Lehrer tragen ein deutlich höheres Risiko für psychiatrische Erkrankungen als andere öffentliche Bedienstete.
Eine Umfrage unter 2.100 Lehrkräften bestätigt den Trend. 68 Prozent zeigen Symptome, die mit Burnout zusammenhängen. Besonders betroffen: junge Lehrer unter 30.
Die Zahlen zu schweren Fällen sind alarmierend. Zwischen 2014 und 2024 wurden rund 110 Suizide unter italienischen Lehrern registriert – etwa einer pro Monat.
Politik reagiert langsam
Ende 2025 verabschiedete der Senat einen Antrag für ein ständiges Observatorium. Es soll Daten sammeln und Präventionsmaßnahmen koordinieren.
Ein Gesetzentwurf fordert die Anerkennung von Burnout als Berufskrankheit. Bisher stuft das Versicherungsinstitut INAIL die Erkrankung nicht als solche ein. Das erschwert den Zugang zu Rehabilitation und vorzeitigem Ruhestand.
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Kritiker werfen Bildungsminister Giuseppe Valditara Untätigkeit vor. Der Minister hatte bereits 2011 eine parlamentarische Anfrage zum Thema gestellt – ohne Folgen.
Strukturelle Probleme
Die Krise hat tiefe Wurzeln. Die Überalterung zwingt viele Lehrer, bis ins hohe Alter in einem fordernden Beruf zu bleiben. Flexible Übergänge in den Ruhestand fehlen.
Gleichzeitig wandeln sich die Anforderungen. Lehrer sollen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch soziale und emotionale Entwicklung fördern. Psychologisches Fachpersonal an Schulen ist Mangelware.
Hinzu kommt die Unsicherheit durch befristete Verträge. Zwar stieg der Anteil Festangestellter leicht auf 79 Prozent, doch die frühe Karrierephase bleibt instabil.
Was jetzt nötig wäre
Experten fordern mehr als nur Datensammlung. Nötig sei eine systematische Reform: weniger Bürokratie, bessere Bezahlung, mehr psychologische Unterstützung.
Gewerkschaften verlangen, den Lehrerberuf offiziell als „besonders belastend“ einzustufen. Das würde den Zugang zu vorzeitigem Ruhestand ohne große Rentenkürzungen ermöglichen.
Ob die Politik handelt, ist offen. Klar ist: Ohne eine Trendwende droht das System weiter an Stabilität zu verlieren. Die erfahrenen Kräfte gehen, die Jungen halten nicht durch.
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