Psychische Leiden: Verdrängen Erkältungen als Hauptgrund für Krankmeldungen
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 01:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die DAK-Gesundheit legt neue Zahlen vor: Psychische Leiden haben Atemwegsinfekte als häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit abgelöst. Der Krankenstand stagniert bei 5,3 Prozent.
Fehlzeiten steigen – trotz weniger Erkältungen
Im ersten Halbjahr 2026 sanken die Fehlzeiten durch Atemwegserkrankungen um 21 Prozent. Gleichzeitig stiegen psychisch bedingte Krankschreibungen um neun Prozent. Die durchschnittliche Krankheitsdauer kletterte leicht auf 9,7 Tage.
Experten sehen die Ursachen in Leistungsdruck, Personalmangel und allgemeiner Unsicherheit. Hinzu kommt eine angespannte Versorgungslage: Wer einen Therapieplatz sucht, wartet im Schnitt 20 Wochen. Geplante Reformen verschärfen die Sorge vor noch längeren Wartezeiten.
KI soll Belastungen früh erkennen
Großkonzerne setzen zunehmend auf Technologie. Volkswagen entwickelt eine KI-basierte App, die psychische Belastungen bei Mitarbeitern erkennen soll. Auch bei der Tochter Audi ist der Einsatz geplant.
Das Kliniknetzwerk Agaplesion nutzt den Chatbot „AgaBot“, um Personal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zu entlasten. Automatisierte Prozesse sollen hier für Entspannung sorgen.
Die Krankenkassen SBK und BIG direkt gesund haben im Juli einen digitalen „Health Check“ eingeführt. Das zertifizierte Medizinprodukt der Klasse I zeigt Versicherten Risiken in den Bereichen mentale Gesundheit und Herz-Kreislauf-System auf.
Psychische Leiden haben Atemwegsinfekte als häufigsten Krankmeldungsgrund abgelöst – mit einem Plus von neun Prozent. Gleichzeitig warten Betroffene im Schnitt 20 Wochen auf einen Therapieplatz. Erfahren Sie in unserem kostenlosen Leitfaden, wie Sie mit digitalen Angeboten und einem strukturierten Gesundheitsmanagement gegensteuern. Jetzt HR-Leitfaden anfordern
Online-Therapie gegen lange Wartezeiten
Versicherungen gehen Partnerschaften mit spezialisierten Plattformen ein. Die SIGNAL IDUNA kooperiert seit Juli mit Therapy Lift. Vollversicherte Kunden ab 18 Jahren erhalten videobasierte Psychotherapie und Unterstützung bei der Kostenübernahme.
Fachleute identifizieren neue Phänomene: „Quiet Cracking“ beschreibt eine unsichtbare Erschöpfung, „AI Anxiety“ die Angst vor Künstlicher Intelligenz. Plattformen wie Instahelp bieten Unternehmen gezielte Online-Therapieformate an.
In der Schweiz ermöglicht die Onlinepraxis santé24 der Versicherung SWICA eine Rund-um-die-Uhr-Beratung – auch bei psychischen Belastungen.
Regionale Hilfe und digitale Teilhabe
Während Großkonzerne wie Volkswagen auf KI-Apps zur Früherkennung setzen, kämpfen viele Mittelständler noch mit steigenden psychischen Fehlzeiten. Unser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie auch ohne Millionenbudget ein wirksames betriebliches Gesundheitsmanagement aufbauen – inklusive Checkliste und Praxisbeispielen. Betriebliches Gesundheitsmanagement jetzt starten
Neben Unternehmenslösungen entstehen lokale Initiativen. Die Stadt Graz veröffentlichte einen digitalen Stadtplan mit psychischen Hilfsangeboten. Unter dem Motto „Du bist nicht allein“ ist für den 15. Oktober ein Aktionstag geplant.
In Sachsen stellt die Krebsgesellschaft schwerkranken Menschen kostenfrei Tablets zur Verfügung. Über die Plattform TelMaCare erhalten sie Beratung und Austausch – die psychische Belastung während einer Krebstherapie soll so durch digitale Vernetzung sinken.
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